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24-Stunden-Rennen von Le Mans:Audi in der Löwengrube

Ihr Revier ist der Asphalt, ihr Tempo mörderisch: Nie war das Diesel-Duell zwischen Audi und Peugeot härter als beim diesjährigen 24-Stunden-Spektakel in Le Mans.

Plötzlich wurde es eng für die Ringträger: Eingekeilt zwischen drei Peugeots war der Audi R15 TDI mit der Startnummer 1 einsam auf Rang zwei, nachdem Audi-Pilot Lucas Luhr mit der Startnummer 2 rückwärts in einen Reifenstapel gekracht war. Um 21.54 Uhr am Samstagabend war es offiziell: Nummer 2 ist aus dem Rennen. "Wir erwarten das vielleicht schwierigste Le Mans-Rennen, das wir je bestritten haben", hatte Audis Motorsport-Chef Wolfgang Ullrich schon vor dem Start prophezeit. Er sollte Recht behalten. Am Ende gab es den Doppelsieg für die Löwen, Audi fuhr auf den dritten Platz.

Ins Abendrot rasen: Impressionen, die die Fahrer fast exklusiv haben

(Foto: Foto: Getty)

"Ich kann mir den Unfall noch nicht ganz erklären. Ich habe die Porsche-Kurven ganz normal angebremst, als mir plötzlich das Heck ausgebrochen ist", sagte der enttäuschte Audi-Pilot nach dem Crash. "Das Team hat die ganze Woche so hart gearbeitet, ist keine Nacht früh ins Bett gekommen und hat soviel Herzblut in dieses Projekt gesteckt. Es tut weh, jetzt zu sehen, wie viele Mechaniker mit Tränen in den Augen hier stehen", zeigte sich auch Luhrs Cockpit-Kollege Marco Werner enttäuscht.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Im Lauf des Rennens fiel die Nummer 1, in dem sich Tom Kristensen, Allan McNish und Rinaldo Capello das Lenkrad in die Hand gaben, sogar auf Rang drei zurück. Am Sonntagvormittag musste die rechte Hinterradaufhängung gewechselt werden, vier Runden gingen verloren. Das dritte Werksfahrzeug der Ingolstädter hatte ebenfalls mit technischen Problemen zu kämpfen.

Zwar gab es auch bei Peugeot Pleiten, Pech und Pannen. Erst eine Kollision in der Boxengasse, dann Fahrwerksprobleme beim Peugeot 908 HDi mit der Nummer 8 - doch Stück für Stück bauten die Autos der Löwenmarke trotz aller Widrigkeiten ihren Vorsprung aus. Schon im Qualifying hatte sich Stéphane Sarrazin mit der Startnummer 8 mit 0,7 Sekunden Vorsprung auf McNish die Pole Position gesichert.

24-Stunden-Rennen von Le Mans 2009

Audi in der Löwengrube