125 Jahre Auto:Wer wird der Gewinner von morgen sein?

Die Nachkommen des Carl Benz forschen mit Hochdruck, denn es geht um ihre Zukunft. Welche tektonischen Verschiebungen könnten die neuen Antriebe in der globalen Automobilindustrie auslösen? Werden die Erfolgreichen von heute, VW, BMW, Daimler, Toyota, Ford, werden sie auch die Gewinner von morgen sein? Oder werden neue Hersteller aus China in einigen Jahrzehnten als die zweiten Erfinder des Autos in die Geschichte eingehen?

Anders als 1886 sind die Deutschen diesmal nicht die Ersten. Aber darum geht es vielleicht auch nicht. Entscheidend sei nicht, wer am Anfang vorne liege, sagte der Chef des Automobilverbandes VDA, Matthias Wissmann, jüngst. "Die deutschen Automobilhersteller wollen nicht mit den ersten Elektroautos auf den Markt, sondern mit den besten."

Bis es so weit ist, arbeiten die Hersteller an immer besseren und sparsameren Motoren. VW präsentierte ausgerechnet im Öl- und Gas-Emirat Katar in diesen Tagen ein Auto, das nur noch knapp einen Liter Benzin auf 100 Kilometer braucht. Der XL1 setzt auf den Leichtbaustoff Carbon sowie auf eine Mischung aus Diesel- und Elektromotor und könnte schon ab 2013 gebaut werden.

Und selbst wenn Autokonzerne die letzten technischen Zukunftsfragen gelöst haben, bleibt eine offen. Die, ob Menschen in Zukunft überhaupt noch Autobesitzer sein wollen. Oder ob es ihnen genügt, Mobilität zu nutzen. Längst denken die Hersteller über Alternativen zum klassischen, individuellen Autoverkauf nach.

Wenn irgendwann die Mega-Metropolen der Erde für Benziner geschlossen werden, wäre dies vielleicht so etwas wie das Ende des Individualverkehrs. Aber nicht das Ende des Autos. Daimler testet Car-Sharing-Projekte in großem Stil, viele andere denken darüber nach.

Die großen Konzerne nicht nur als Betreiber riesiger Fließbänder, sondern auch als moderne Anbieter vernetzter Mobilitätsdienstleistungen - der nächste Lebensabschnitt des alten Autos wird anders sein als der erste. Aber nicht unbedingt schlechter.

© SZ vom 28.01.2011/gf
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