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125 Jahre Auto:Für die Zukunft nur das Beste

Anfangs glaubte niemand an den Siegeszug des Automobils. Die Zweifler wurden damals widerlegt, aber nun steht die Branche vor ihrer größten Herausforderung.

Thomas Fromm

Natürlich will jetzt jeder wieder von Anfang an mit dabei gewesen sein. Einer war es ganz bestimmt: der US-Autobauer Ford. Er schickte in diesen Tagen eine Mitteilung zum 125. Geburtstag des Autos herum. Um mal klar zu machen, wer hier eigentlich auch gefeiert werden müsste. Wer die "Erfolgsgeschichte des Autos entscheidend geprägt" hat, nämlich Henry Ford I., ohne dessen Idee, Autos auf dem Fließband zu produzieren, das Auto wohl nie zu einem erschwinglichen Massenfortbewegungsmittel geworden wäre.

Die Erfindung von Carl Benz von 1886, - nun ja - sie wäre heute vielleicht nicht viel mehr als ein skurriles Dreirad mit Hilfsmotor für einige Reiche und Technik-Begeisterte. Und das Hauptfortbewegungsmittel im Jahre 2011 vielleicht immer noch das Pferd. So aber sind seit der Erfindung des Autos weltweit an die 2,5 Milliarden Automobile gebaut worden.

Wie sehr sich die Zeiten ändern. Als der Auto-Pionier Gottlieb Daimler vor mehr als 100 Jahren die Zukunft des Automobils voraussagte, da glaubte er noch an natürliche Grenzen des Wachstums. Die Nachfrage werde weltweit nie mehr als eine Million Autos überschreiten können. "Allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren", prophezeite er damals. Heute sind an die 800 Millionen Autos auf den Straßen der Erde unterwegs. In einem Vierteljahrhundert dürften es doppelt so viele sein.

"Die beste Zeit des Autos kommt noch", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche. In China kommen heute an die 20 Autos auf 1000 Einwohner; in Indien ist es die Hälfte. In Deutschland kommen - zum Vergleich - an die 500 Fahrzeuge auf 1000 Einwohner. Was Zetsche also eigentlich meint, ist: Der Autoindustrie könnten noch goldene Jahre bevorstehen. Vorausgesetzt, die zweite Erfindung des Automobils gelingt ihr.

125 Jahre, nachdem Carl Benz seinen ersten Motorwagen zum Patent anmeldete, steht die Branche vor den größten Umbrüchen seit ihrer Entstehung. Neuerungen, die ähnlich drastisch sein werden wie die Erfindung des Autos selbst.

Viele in der Branche sprechen heute von einer Revolution, dabei kam der Wandel schleichend. Von der ersten Ölkrise bis zu der Erkenntnis, dass die Ölressourcen nicht ewig reichen werden. Von der Einsicht, dass ein nicht geringer Teil des weltweiten Kohlendioxidausstoßes auf den Straßenverkehr zurückgeht, bis zu der bitteren Gewissheit, dass sich das Klima auch deshalb verändert.

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