Dem Bundesfinanzminister reicht es: Schäuble weist FDP-Vizekanzler Rösler wegen dessen Äußerungen zu Griechenland in die Schranken. Der Wirtschaftsminister sei nicht zuständig. Denken sei zwar erlaubt, reden solle er aber besser nicht. FDP-Generalsekretär Lindner widerspricht jedoch vehement - und kündigt einen erstaunlichen Sinneswandel der Liberalen an.
Wahl in der Hauptstadt
:Allein Wowi ist sich sicher
Die Linke bekommt vergiftetes Lob, die FDP kämpft ums Überleben. Die Grünen sind schon vorher enttäuscht, die CDU gibt sich entspannt. Die Parteien diskutieren, was die Abgeordnetenhauswahl in Berlin für die Bundespolitik bedeutet. Und was macht Klaus Wowereit? Der ist sich sicher, dass er Regierender Bürgermeister bleibt. Fragt sich nur, wie lange.
Krieg in Libyen
:Rebellen formieren sich neu
In Libyen wird weiter blutig gekämpft. In der Nacht kam es in den beiden verbliebenen Rückzugsorten der Gaddafi-Anhänger zu heftigen Gefechten zwischen ihnen und den Kämpfern des Nationalen Übergangsrats. Nach dem Rückzug planen die Revolutionäre den nächsten Vorstoß.
Bundespräsident im SZ-Gespräch
:Wulff dankt Türken für Beitrag zum Wohlstand
Lobende Worte für türkische Migranten: Sie hätten in "den vergangenen 50 Jahren das deutsche Wirtschaftswunder mit ermöglicht", sagt Bundespräsident Christian Wulff im SZ-Gespräch. Vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Abdullah Gül in Deutschland wünscht sich Wulff bessere Beziehungen zwischen der Türkei und Israel - lehnt aber eine explizite deutsche Vermittlerrolle ab.
FDP-Urgestein Hirsch
:Merkwürdige Phalanx gegen den Rettungsschirm
Kann ein überzeugter Europäer gegen die Euro-Rettung sein? Ja, er muss es sogar, sagt Burkhard Hirsch. Eine gemeinsame Haftung für Schuldenländer gefährdet in seinen Augen die Freiheit in Deutschland und in Europa. Deshalb will der Altliberale jetzt einen Mitgliederentscheid in der FDP erzwingen - und ist sogar bereit, sich mit D-Mark-Nationalisten und Marktradikalen einzulassen.
Anerkennung für die neue Führung in Libyen
:UN-Sicherheitsrat lockert Sanktionen
Die Weltgemeinschaft nimmt die neue libysche Führung in ihre Mitte auf: Die Sanktionen werden gelockert, die gesperrten Milliardenguthaben wieder freigegeben. Außerdem bekommt der Nationale Übergangsrat einen Sitz in der UN-Vollversammlung. Alle Beschränkungen fallen jedoch nicht.
Nahost-Konflikt
:Palästinenser wollen Antrag auf UN-Vollmitgliedschaft stellen
Mahmud Abbas macht ernst: Der Palästinenserpräsident kündigt an, die Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen zu beantragen - gegen den Willen Israels und der USA. Jerusalem fordert Abbas auf, unverzüglich die Friedensverhandlungen wieder aufzunehmen.
Streit um Friedensvertrag
:Israel bestellt Ägyptens Botschafter ein
Scharfe Reaktion aus Jerusalem: Das israelische Außenministerium reagiert empört auf die Aussage des ägyptischen Übergangspremiers, der Friedensvertrag beider Länder sei nicht unantastbar, und bestellt den Botschafter zum Rapport. Auch die für die "Heldenverehrung" der Angreifer auf die israelische Botschaft muss er sich rechtfertigen.
CDU in Schleswig-Holstein
:Boetticher verlässt die Landespolitik
Er wollte Ministerpräsident werden und stolperte über die Affäre mit einer 16-Jährigen. Jetzt hat Christian von Boetticher erklärt, 2012 auch nicht mehr für den Landtag zu kandidieren. Seine Zukunft liege in der Wirtschaft, erklärte der CDU-Politiker. Sein einstiger Mentor spricht von einem "Verlust".
Europas Kampf gegen die Schuldenkrise
:Kein Euro ohne Rom
Sorgenkind im Süden: Italien kämpft gegen die Staatspleite, weshalb die Regierung Berlusconi 54 Milliarden Euro einsparen will. Künftig muss die politische Klasse das Land regieren, ohne ausschließlich auf die eigenen Interessen zu achten. Damit dies gelingt, ist weiterhin der Druck der Märkte, der Europäischen Zentralbank und der EU nötig.
Ausschreitungen in Hoyerswerda
:Vom Fremdenhass zur offenen Gewalt
Hoyerswerda wurde vom 17. bis 23. September 1991 zum Schauplatz der größten ausländerfeindlichen Krawalle nach der deutschen Wiedervereinigung. Etwa 230 Ausländer mussten vor 20 Jahren aus der sächsischen Stadt fliehen oder evakuiert werden, 32 Menschen wurden verletzt.
FDP-Politiker Frank Schäffler
:Zurück ins 19. Jahrhundert
In der Gesundheitspolitik wittert Frank Schäffler Sozialisten sogar in der FDP - und Griechenland würde er ebenso pleite gehen lassen wie angeschlagene Banken. Wegen solch markiger Sprüche sieht man ihn in der eigenen Fraktion als rechthaberischen Abweichler. Und doch bewegt sich die FDP inhaltlich auf den Unruhestifter zu, weg von der Kanzlerin.
Krieg in Libyen
:Rebellen melden Erfolge in Gaddafi-Hochburgen
Teile der Wüstenstadt Bani Walid sind angeblich in ihrer Hand, auch in Gaddafis Geburtsstadt Sirte soll es Fortschritte geben: Truppen der libyschen Übergangsregierung rücken auf die letzten Bastionen der Gaddafi-Anhänger vor. Sie stoßen auf heftigen Widerstand.
Politik kompakt
:Syrische Opposition bildet Nationalrat
"Wir werden weitermachen, bis das Regime gestürzt ist": Die syrische Opposition ruft zu neuerlichen Protesten gegen das Regime von Präsident Assad auf und gründet einen "Syrischen Nationalrat" im Exil. Die Truppen des Machthabers gehen gewaltsam gegen die Demonstranten vor.
Wahlkampfabschluss der Berliner FDP
:Herr Rösler kann's nicht lassen
"Ich bin ausdrücklich nicht den Finanzmärkten verpflichtet": FDP-Chef Rösler nutzt den Wahlkampfabschluss der Berliner Liberalen und profiliert sich auf Kosten des Koalitionsfriedens. Der Kurs seiner Partei in der Euro-Frage sei auch keineswegs populistisch, behauptet er - doch legen die Liberalen im Bund laut einer aktuellen Umfrage plötzlich zu.
Umfrage von Infratest dimap
:FDP klettert im Bund auf fünf Prozent
Gute Nachrichten für die zuletzt arg ramponierten Liberalen: Die Meinungsforscher von Infratest dimap sehen die FDP wieder in den Bundestag einziehen. Die Befragung entstand in der ersten Wochenhälfte - seit dieser Zeit schwadroniert FDP-Chef Rösler über eine Staatspleite Griechenlands.
Regierungswechsel in Dänemark
:Wuchtige Abrechnung
Die Dänen haben genug von der Spaltung in verfeindete Lager und der Wir-gegen-die-Rhetorik. Sie sorgen bei der Wahl dafür, dass ihr Parlament bunter und die Politik komplizierter wird - und die fremdenfeindliche Volkspartei ihre Schlüsselrolle verliert. Das ist eine Bereicherung für das Land.
Neue UN-Resolution
:Nato plant baldiges Ende von Libyen-Einsatz
Gaddafi ist gestürzt, die Nato nicht mehr lange im Land: Eine UN-Resolution soll nach SZ-Informationen beschließen, dass das Bündnis innerhalb der nächsten drei Monate ihre Libyen-Mission beendet. Dann erhält der Übergangsrat freie Hand - und sind auch Waffenlieferungen wieder möglich.
Schuldenkrise in Europa
:Bundestag entscheidet erst 2012 über Euro-Rettungsschirm
Noch 2011 sollte der Bundestag über den dauerhaften Rettungsschirm ESM für Euroländer abstimmen. Nun wird die Entscheidung auf nächstes Jahr verschoben. Das verschafft der tief zerstrittenen Koalition mehr Zeit - auch im Umgang mit den "Euro-Rebellen".
Nahost-Konflikt
:Warum die Argumente gegen Palästina kraftlos sind
Die israelische Regierung versucht einen eigenen Palästinenserstaat mit allen Mitteln zu verhindern; auch die USA und Deutschland stellen sich quer. Doch Ausreden hören die Palästinenser seit mehr als 40 Jahren. Genug: Sie haben längst die Voraussetzungen für eine UN-Vollmitgliedschaft erfüllt.
Referendum zu Stuttgart 21
:Demokratie auf dem Abstellgleis
Zwei Jahre lang wurde gegen Stuttgart 21 demonstriert, nun soll das Volk entscheiden. Doch das geplante Referendum ist nicht weniger umstritten als das Bauvorhaben selbst - vor allem unter Juristen. Und wenn das Volk tatsächlich ein Machtwort sprechen sollte, wird es teuer.
Türkischer Premier zum Nahost-Konflikt
:Erdogan fordert Palästinenserstaat
"Das ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit": Der türkische Premier Erdogan spricht sich auf einem Treffen der Arabischen Liga klar für einen Palästinenserstaat aus. Zwar stößt er damit bei den USA und Teilen der EU auf Widerstand und brüskiert auch Israel ein weiteres Mal, doch das kümmert ihn wenig. Er strebt nach einer Führungsrolle für die Türkei in der Region.
Kritik an deutsch-französischen Alleingängen
:Warum der Aufstand des Ostens berechtigt ist
Merkel und Sarkozy müssen aufpassen: Vor dem Treffen der EU-Finanzminister in Polen begehren die Euro-Anwärter aus Osteuropa erstmals auf. Sie stören sich daran, dass Berlin und Paris nach Belieben die Europäische Union umbauen und über milliardenschwere Rettungsfonds entscheiden. Der Wunsch nach Mitsprache muss ernst genommen werden.
Pleite eines US-Solarunternehmens
:Obamas grüne Musterfirma - ein Millionengrab
"Hier ist die Zukunft", jubelte Barack Obama, als die Firma Solyndra ihre neue Fabrik einweihte. Der Solarzellenhersteller galt als Musterbeispiel für eine neue, grüne amerikanische Wirtschaft. Nur 15 Monate später ist die Firma pleite - und auf den US-Präsidenten kommen unbequeme Fragen zu. Der Verdacht: Subventionsbetrug. Im Zwielicht: ein Großspender der Demokraten.
Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus
:Wowereits wendige Widersacher
Er wackelt nicht, nicht mal ein bisschen: Umfragen zufolge bleibt Klaus Wowereit auch nach der Wahl am Sonntag Regierender Bürgermeister der Hauptstadt - obwohl die Grünen auf eine ehemalige Knast-Sozialarbeiterin setzen, die Linken auf einen waschechten Wessi und die CDU auf einen brüchigen Frieden. Ein interaktiver Überblick über die Spitzenkandidaten der Wahl.
Regierungswechsel in Dänemark
:Knappe Mehrheit für Mitte-Links
Sieg trotz Stagnation: Die Sozialdemokratin Helle Thorning-Schmidt wird wohl erste Ministerpräsidentin Dänemarks - obwohl sich ihre Partei sogar leicht verschlechtert hat. Das erste Mitte-Links-Bündnis nach zehn Jahren wird möglich, weil die linksliberalen Radikalen und die sozialistische Einheitsliste zulegen. Verlierer der Wahl sind die Konservativen, der kleine Koalitionspartner des abgewählten Ministerpräsidenten Rasmussen.
Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister
:Osteuropäer rebellieren gegen Merkel und Sarkozy
Euro-Länder gegen Nicht-Euro-Länder? Vor dem Treffen der Finanzminister in Polen wehren sich die osteuropäischen Regierungschefs dagegen, dass über die Zukunft der gemeinsamen Währung allein in Brüssel, Paris und Berlin entschieden wird. Sie sind zunehmend verärgert über die deutsch-französischen Vorstöße bei der Euro-Rettung - und fürchten, dass Europa in zwei Lager zerfallen könnte.
Schuldenkrise in Europa
:Koalition streitet weiter über Griechenland-Insolvenz
Ein Ende der Diskussion ist nicht in Sicht: Vertreter von Union und FDP fordern weiterhin, über eine geordnete Insolvenz Griechenlands nachzudenken. Außerdem soll dem Land ein Ausscheiden aus der Eurozone können. Andere warnen davor, diesen Konflikt in der Öffentlichkeit auszutragen. Die Opposition spricht von einer "Angstkampagne" und fordert Neuwahlen.
Die Grünen und Stuttgart 21
:Ehrenvoll verlieren - und dann endlich regieren
Kämpfen wollen sie, das schon. Aber ob sie gewinnen? Heute will die grün-rote Regierung in Baden-Württemberg die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 auf den Weg bringen. Doch es spricht wenig dafür, dass die Grünen das Bahnhofsprojekt noch stoppen können. Manch einer könnte sich mit einer Niederlage mittlerweile gut arrangieren. Denn der Streit belastet die Koalition - zumal die SPD mit der Opposition flirtet.
Abdullah Gül im SZ-Gespräch
:Türkischer Präsident attackiert Israels Führung
Die Beziehungen sind so schlecht wie lange nicht. "Ich habe kein Vertrauen in Israels Regierung", sagt der türkische Präsident Abdullah Gül im Gespräch mit der SZ. Zu oft habe ihn die Gegenseite in Geheimgesprächen enttäuscht. Vor seinem Deutschland-Besuch kritisiert er auch die Bundesregierung.
MeinungVerhalten von FDP und CSU in der Euro-Krise
:Da wünscht man sich den Stoiber zurück
Sturm auf letzte Hochburgen
:Rebellen stehen vor Gaddafis Geburtsstadt
Die libyschen Rebellen haben nach eigenen Angaben Gaddafis Heimatstadt Sirte erreicht. Damit könnte eine der letzten Hochburgen des alten Regimes bald fallen. Unterdessen kündigt ein Gaddafi-Sprecher erneut erbitterten Widerstand durch abertausende junge Freiwillige an.
Regierungswechsel in Dänemark
:Knappe Mehrheit für dänische Sozialdemokraten
Linksruck nach zehn Jahren: Dänemarks Sozialdemokraten erobern bei der Parlamentswahl die Macht zurück. Erste Prognosen versprechen dem Bündnis von Helle Thorning-Schmidt eine knappe Mehrheit. Sie wäre die erste Frau an der Regierungsspitze. Der bisherige Amtsinhaber, Lars Løkke Rasmussen, muss Einbußen hinnehmen. Auch die Rechtspopulisten verlieren.
Neonazis in Ostdeutschland
:Eine Stadt bekämpft den rechten Pöbel
Mit Molotowcocktails und Pflastersteinen zog vor 20 Jahren ein Mob von Neonazis durch Hoyerswerda. 32 Menschen wurden damals bei den Ausschreitungen verletzt. Heute ist die Stadt eine andere: kleiner, freundlicher, wirtschaftlich gesünder. Doch Ausländer werden in Hoyerswerda weiterhin angefeindet.
Cameron und Sarkozy in Libyen
:"Europa wird an Eurer Seite sein"
Sie waren die treibenden Kräfte beim Libyen-Einsatz der Nato - und sind jetzt die ersten westlichen Politiker, die in das befreite Libyen reisen: Der britische Premier Cameron und der französische Präsident Sarkozy sprechen mit Vertretern der Rebellen über die Zukunft des Landes. Es ist vor allem eine symbolische Unterstützung für den Übergangsrat, der noch darum kämpft, die letzten Widerstandsnester von den Gaddafi-Truppen zu erobern.
SZ MagazinPolitik
:Liebesgrüße aus Tripolis
Unsere Autorin hat Muammar al-Gaddafi über 25 Jahre regelmäßig getroffen – es waren Begegnungen mit einem bizarren Mann.
Think Tanks in Deutschland
:Die Gedankenmacht
Andrea Ypsilantis linke Programmwerkstatt Institut Solidarische Moderne bereitet Rot-Rot-Grün vor. Andere Organisationen werben für Nachhaltigkeit oder analysieren die deutsche Wirtschaft. Think Tanks werden in Deutschland immer einflussreicher.
Enthüllungsbuch über US-Politikerin
:Palins angebliche Patzer
Kokain-Konsum und eine außereheliche Affäre: Ein Buch mit angeblichen Enthüllungen über Sarah Palin sorgt in den USA noch vor Erscheinen für Schlagzeilen. Allerdings verrät das Werk offenbar mehr über den Autor als über die Tea Party-Ikone.
SPD debattiert über Spitzensteuersatz
:Wenn Flügel flattern
Kaum kommt die SPD in Umfragen auf 30 Prozent, wagt sie neuen Streit: Die Parteilinke möchte eine Reichensteuer von 52 Prozent einführen, wenn die SPD 2013 wieder den Kanzler stellen sollte. Nicht nur Parteichef Gabriel lehnt das ab - die sozialdemokratischen Pragmatiker fürchten das Image der "Steuererhöhungspartei".
Politik kompakt
:Klar verweigert Aussage im RAF-Prozess
Er gehörte mit Verena Becker zum harten Kern der RAF und ist wegen des Mordes an Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 verurteilt: In Stuttgart sollte Christian Klar nun aussagen, inwiefern Becker an der Tat von damals beteiligt war. Doch er verweigerte die Aussage.
Steinmeier attackiert FDP-Chef
:"Röslers Entlassung drängt sich fast auf"
FDP-Chef Rösler hat sich mit seinen Aussagen zur griechischen Schuldenkrise eine Rüge der Kanzlerin eingehandelt - und trotzdem stichelt er munter weiter. Auch die Opposition wettert gegen den Wirtschaftsminister. SPD-Fraktionschef Steinmeier fordert personelle Konsequenzen.
Ungarns Schuldentrick
:Zahlen sollen andere
Ungarns Regierung will Wechselkurse festlegen, um verschuldeten Bürgern die Rückzahlung von Euro- und Franken-Krediten zu erleichtern. Den Wählern gefällt der Vorschlag Victor Orbáns, Banken im In- und Ausland sind entrüstet.
Liberale in der Krise
:Früherer FDP-Chef Gerhardt rügt Rösler
Es stehen Alte gegen Junge, Traditionelle gegen Modernisierer, Konservative gegen Sozialliberale: FDP-Chef Rösler hat in seiner eigenen Partei einen Streit über die Zukunft der EU entfacht, eine gemeinsame Position ist bei den Liberalen nicht erkennbar. Jetzt fordert der frühere Parteivorsitzende Gerhardt ein klares Bekenntnis: für den Euro, für den europäischen Traum.
Online-Strategien der Parteien bei Berlin-Wahl
:Anfängerfehler und fehlende Interaktion
Renate Künast vor Amtsinhaber Wowereit und CDU-Kandidat Henkel: Ginge es nach der Popularität bei Facebook, hätte die Wahl in Berlin eine überraschende Siegerin. Auch wenn virtueller Erfolg keine Garantie für einen realen Sieg ist, buhlen alle Parteien im Internet um die Aufmerksamkeit der Wähler. Manche hinken aber weit hinterher. Ein Vergleich.
Regierungsbildung in Belgien
:Durchbruch nach 15 Monaten
Seit 459 Tagen ist Belgien ohne Regierung - jetzt sind sich die Parteien nach einer nächtlichen Marathonsitzung erstmals näher gekommen: Es sei eine "erste, entscheidende Etappe erreicht", teilte Verhandlungsführer Di Rupo mit. Der kommissarische Regierungschef Leterme hatte am Vortag den Druck auf die zerstrittenen Parteien erhöht.
FDP in der Krise
:Absturz einer Regierungspartei
Vor zwei Jahren bejubelte die FDP das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte. Dann folgte die schwarz-gelbe Wunschkoalition - und die Krise der Liberalen. Von Westerwelles Rücktritt bis zu Lindners Abgang: der Niedergang einer Regierungspartei.
Kristina Schröder beendet Baby-Pause
:Ministerin wieder da, Konzept folgt später
Nach dem Ende ihrer Baby-Pause hätte Kristina Schröder die Chance gehabt, endlich klare Worte zum Betreuungsgeld zu finden. Doch die Familienministerin ist in ihr Amt zurückgekehrt, ohne es auszufüllen.
Parlamentswahl in Dänemark
:Wunsch nach Wechsel
It's the economy, stupid: Wirtschaftsthemen beherrschen den dänischen Wahlkampf - und für die liberalkonservative Regierung sieht es schlecht aus. Erstmals könnte mit Helle Thorning-Schmidt eine Frau das skandinavische Land regieren - doch die strengen Ausländergesetze will die Sozialdemokratin nicht ändern.
Gesetzlicher Mindestlohn
:Verdi-Chef Bsirske setzt auf Regierungswechsel im Jahr 2013
Der langjährige Verdi-Chef Bsirske stellt sich auf dem Bundeskongress in Leipzig zur Wiederwahl. Mit der SZ hat er über seine wichtigsten Themen gesprochen: die Finanzkrise, Leiharbeit und der gesetzliche Mindestlohn. Bsirske setzt darauf, dass dieser kommen wird - allerdings bei einer anderen politischen Mehrheit.
Schuldenkrise in Italien
:Parlament billigt Sparpaket
Italiens Haushalt soll mit harten Kürzungen um mehr als 54 Milliarden Euro entlastet werden. Nach der gewonnenen Vertrauensabstimmung konnte Silvio Berlusconi einen zweiten Erfolg verbuchen: das Gesetzespaket wurde verabschiedet. Aus Brüssel gab es dafür schon vorab Lob, in Italien sorgt es für Streit.