„Kleine Schritte – Ein Leben mit Parkinson“
Foto: Wolfgang Krebs
Diagnose Parkinson – ein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken? Nicht für Wolfgang Krebs. Als sich der Leiter des Schlosstheaters Thurnau in Oberfranken vor fünf Jahren mit der Krankheit konfrontiert sah, entwickelte er rasch die Idee von einem Theaterstück, dessen Realisierung er auch filmisch dokumentieren lassen wollte. Und so wurde der Schauspieler und Regisseur von den ersten Proben an bis zu den Theateraufführungen von der Kamera begleitet. Entstanden ist der Film „Kleine Schritte – Ein Leben mit Parkinson“, in dem das Publikum Einblicke in Wolfgang Krebs neues Leben bekommt, von seiner Begeisterung für Tischtennis und Fahrradsport erfährt. Zu Wort kommen Prof. Dr. Jürgen Winkler, Leiter der Molekular-Neurologischen Abteilung des Uniklinikums Erlangen, und seine Mitarbeiterin Dr. Sabine Stallforth, die über medizinische und wissenschaftliche Aspekte der Parkinson-Krankheit sprechen.
Betroffene mit der Parkinson-Krankheit stehen vor vielen Herausforderungen im Alltagsleben. Eine langsam fortschreitende Einschränkung der Beweglichkeit, ein zunehmender Muskeltonus, Zittern und im weiteren Verlauf Stürze oder Freezing (ein Einfrieren beim Gehen) sind Begleiter dieser Erkrankung, die derzeit in Deutschland etwa 400.000 Menschen betrifft. Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit. Die Krankheit ist derzeit nicht heilbar, es gibt aber Medikamente und nicht-medikamentöse Therapien, die die Beschwerden vorübergehend lindern und Betroffenen anfangs ein weitgehend selbstständiges Leben ermöglichen.

Foto: Wolfgang Krebs
Die medikamentöse Behandlung wird durch Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie ergänzt werden. Neue digitale Ansätze mittels Sensoren (z. B. ParkinsonGo) versuchen, motorische Defizite bei der Parkinson-Krankheit zu erfassen und individuelle Therapievorschläge für Betroffene zur Verfügung zu stellen.

Foto: Wolfgang Krebs

Foto: Wolfgang Krebs
Aktuelle Parkinson-Studien fokussieren sich auf Früherkennung durch Biomarker und krankheitsmodifizierende Therapien, um den Verlauf zu stoppen oder zu verzögern. Die Molekulare Neurologie des Uniklinikums Erlangen wurde nun als erstes deutsches Prüfzentrum für eine klinische Phase 3-Studie „PAREISO“ mit dem monoklonalen Antikörper Prasinezumab im Frühstadium der Parkinson-Krankheit initiiert. In dieser Phase-III-Studie soll untersucht werden, ob das Medikament das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt, die Patienten sich wohler fühlen und besser bewegen können. Es werden Personen mit kürzlich neu diagnostizierter Parkinson-Krankheit (weniger als drei Jahre nach Beginn) als Studienteilnehmer gesucht.
Weitere Informationen finden Interessierte unter www.uker.de/mn-paraiso. Außerdem ist das Studienteam telefonisch unter 0 91 31/85-3 93 24 oder per E-Mail an bewegungsstoerungen@uk-erlangen.de zu erreichen.
Sprechstunde der Molekularen Neurologie für Bewegungserkrankungen, Uniklinikum Erlangen
Schwabachanlage 6 | 91054 Erlangen
Telefon: 0 91 31/85-3 44 55
E-Mail: bewegungsstoerungen(at)uk-erlangen.de
Deutsches Zentrum Immuntherapie (DZI), Uniklinikum Erlangen
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