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Wer begeistert wirklich fürs Lernen?

Foto: iStock/pcess609
Man sagt, dass Lernen ein lebenslanger Begleiter ist. Doch die Weiterbildung zu finden, die wirklich zu den eigenen Zielen und Ansprüchen passt, erweist sich oft als echte Herausforderung. Wer vereint schon all das, was man sich erhofft, wenn man sein Wissen erweitern und neue Perspektiven gewinnen möchte? Um hier Orientierung zu schaffen, hat das SZ Institut nun bereits zum dritten Mal in Folge die herausragendsten Anbieter im Bereich der allgemeinen Weiterbildung ermitteln lassen.
Unabhängig vom Alter bleibt die Sehnsucht nach neuem Wissen lebendig. Sie treibt an, weckt Neugier und eröffnet immer wieder neue Perspektiven. Wer sich bewusst weiterbildet, hält den Geist wach und entwickelt die Fähigkeit, über den eigenen Horizont hinauszuschauen. Wissen kann zudem ein Schlüssel sein, um sich selbst besser zu verstehen und den eigenen Platz im Leben klarer zu erkennen. So stellt sich unweigerlich die Frage, wo sich die Suche nach Erkenntnis besonders lohnt.
Die Welt befindet sich in stetiger Bewegung. Zeit vergeht unaufhaltsam, technologische Innovationen entstehen in rasantem Tempo und auch gesellschaftliche Vorstellungen wandeln sich kontinuierlich. Inmitten dieser Dynamik kann persönliche Weiterentwicklung Halt und Orientierung geben. Dabei geht es längst nicht nur um berufliches Fortkommen. Vielmehr eröffnet Weiterbildung die Möglichkeit, sich selbst näherzukommen, den Blick zu weiten und die eigene Neugier bewusst zu nähren. Wer sich auf neue Herausforderungen einlässt, stärkt nicht nur kreative Fähigkeiten, sondern auch die innere Widerstandskraft. Sich weiterzubilden bedeutet somit auch, im Alltag gefestigter zu sein. Mit wachsender Kompetenz steigen Selbstvertrauen und Zufriedenheit, was sich positiv auf viele Lebensbereiche auswirkt.
Letztlich geht es um weit mehr als um einen Kursabschluss oder ein Zertifikat. Im Mittelpunkt steht die persönliche Entfaltung, das Verfolgen eigener Ziele und das Finden eines individuellen Weges. Angesichts der Vielzahl an Angeboten fällt die Auswahl jedoch nicht leicht, zumal Qualität und Betreuung nicht überall gleichermaßen gegeben sind. Um hier Orientierung zu schaffen, hat das SZ Institut eine unabhängige Untersuchung beim SWI in Auftrag gegeben. Ziel war es, jene Anbieter sichtbar zu machen, die aus Sicht der Lernenden besonders überzeugen. Die Erhebung lief vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2026.
Methodik der Untersuchung
Die vorliegende SWI-Studie hatte das Ziel, ein umfassendes Meinungsbild von Kundinnen und Kunden im Bereich der allgemeinen Weiterbildungsangebote zu erfassen. Dafür wurden Kundenmeinungen auf zwei Wegen eingeholt: durch eine Online-Kundenbefragung sowie durch eine systematische Auswertung öffentlicher Online-Beiträge im Rahmen des sogenannten Social Listening. Die Analyse berücksichtigt ausschließlich Anbieter, die eine Mindestanzahl an Rückmeldungen in ihrer jeweiligen Kategorie erreichen konnten. Konkret waren dies mindestens 100 Stimmen, davon mindestens 70 aus der Umfrage und mindestens 30 aus dem Social Listening.
Die Online-Befragung, die den Analysezeitraum Februar bis April 2026 abdeckt, wurde über ein Online-Access-Panel durchgeführt. Die Teilnehmenden wurden gezielt anhand soziodemografischer Merkmale ausgewählt, um eine möglichst repräsentative Datenbasis zu erzielen. Die Punktewertung für jeden Anbieter setzte sich aus fünf Bereichen zusammen, die unterschiedlich gewichtet wurden. Diese Kriterien entsprachen denen des Vorjahres:
- Persönlicher Nutzen (35 Prozent)
- Preis-Leistungs-Verhältnis (20 Prozent)
- Freude an der Weiterbildung (20 Prozent)
- Aufbereitung/Vermittlung der Lerninhalte (15 Prozent)
- Weiterempfehlungsbereitschaft (10 Prozent)
Alle Bewertungen wurden auf einer Skala von –2 (trifft überhaupt nicht zu/sehr unwahrscheinlich) bis +2 (trifft voll und ganz zu/sehr wahrscheinlich) erfasst.
Im Rahmen des Social Listening wurden über 100 Millionen Online-Quellen systematisch erfasst, ausgewertet und hinsichtlich ihrer Performance bewertet, darunter Social-Media-Plattformen, Blogs, Foren und Bewertungsportale. Die Methodik gliedert sich in die drei zentralen Bereiche Datenerhebung, Datenanalyse und Performancemessung.
Die Datenerhebung erfolgte mit dem Ziel, sämtliche Texte mit relevanten Suchbegriffen zu erfassen. Diese Suchbegriffe wurden auf Basis einschlägiger Fachliteratur sowie aktueller Diskussionen in sozialen Medien definiert, um eine belastbare Datengrundlage sicherzustellen. Inhalte hinter Bezahlschranken oder in geschützten Bereichen wurden nicht berücksichtigt. Zudem beschränkte sich die Analyse auf deutschsprachige Beiträge.
Die identifizierten Beiträge wurden in einer strukturierten Datenbank zusammengeführt und den analysierten Anbietern zugeordnet. Innerhalb des festgelegten Analysezeitraums wurden insgesamt rund 200.000 Beiträge systematisch ausgewertet. Berücksichtigt wurden ausschließlich für Verbraucherinnen und Verbraucher relevante Inhalte. Unternehmenseigene Beiträge, beispielsweise aus firmeneigenen Social-Media-Kanälen, wurden nicht einbezogen. Zielgröße waren 50 relevante Beiträge je Unternehmen, mindestens jedoch 30 Beiträge als Voraussetzung für die Aufnahme in die Analyse. Alle Beiträge wurden mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert und automatisch in die Stimmungsbilder positiv, neutral oder negativ eingeordnet. Dabei wurden sowohl Textelemente als auch enthaltene Emojis berücksichtigt. Nach einer anschließenden manuellen Nachkontrolle ergab sich die Tonalität eines Anbieters aus dem Verhältnis der positiven und negativen Beiträge, geteilt durch die Gesamtzahl der Nennungen.
Insgesamt wurden Weiterbildungsanbieter in 19 Kategorien untersucht und ausgezeichnet. Die Gesamtbewertung setzt sich aus den Teilbereichen der Kundenbefragung (70 Prozent) und des Social Listening (30 Prozent) zusammen. Die Anbieter mit der höchsten Punktzahl in ihrer jeweiligen Kategorie wurden mit 100 Punkten bewertet, alle übrigen Anbieter erhielten entsprechend ihrer Ergebnisse Werte zwischen 0 und 100 Punkten. Unternehmen mit einer Bewertung von 80 Punkten oder mehr erhielten die Auszeichnung „Top“, während der jeweils bestplatzierte Anbieter je Kategorie mit 100 Punkten als „Bester“ ausgezeichnet wurde. Die Ergebnistabelle führt zudem Anbieter auf, die nicht genügend Stimmen für eine Bewertung erhalten haben. Diese werden in alphabetischer Reihenfolge und ohne Punktwerte dargestellt.
Ergebnisse der Untersuchung
Im Bereich Allgemeine Deutschkurse – Online-Kurse mit Lehrkraft konnte sich der Anbieter DeutschAkademie als „Bester“ den ersten Platz sichern. Auf Platz zwei und drei folgen die „Top“ bewerteten Anbieter Sprachschule Bonnlingua und das GLS Sprachzentrum. In der artverwandten Kategorie Allgemeine Deutschkurse (stationär) konnte sich die FSI Sprachschule (FreudeSprache International) als „Bester“ im Ranking beweisen. Neben speakeasy München wurde erneut das Sprachinstitut TREFFPUNKT Bamberg und noch 17 weitere Anbieter als „Top“ eingestuft.
Ein Instrument zu erlernen bedeutet weit mehr, als nur Noten und Griffe zu beherrschen: Es schärft die Wahrnehmung, fördert die Konzentration und eröffnet neue kreative Ausdrucksmöglichkeiten. Für viele Menschen ist Musikunterricht daher nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern ein bereichernder Ausgleich zum Alltag.
An der Spitze des Instrumentalunterrichts Online-Kurs mit Lehrkraft steht, wie auch im Vorjahr, der Anbieter Modern Music Piano Academy als „Bester“. Rang zwei ging an die „Top“-bewerteten Anbieter newmusic.academy und Academy of Music.
In der Kategorie Instrumentalunterricht (E-Learning – selbstgesteuertes Lernen) landete Gitarren VIDEOUNTERRICHT als „Bester“ auf Platz eins des Rankings. Spielend Klavier lernen schaffte es wie schon letztes Jahr in die Top 3, gefolgt von Justin Gitarren-Lektionen auf dem dritten Rang. Insgesamt erreichten in dieser Kategorie neun Anbieter eine „Top“-Bewertung.
Bei dem stationären Instrumentalunterricht hat die AOM Academy of Music als „Bester“ erneut die Nase vorn. Auf dem zweiten Platz rangiert, wie auch im Vorjahr, die MODERN MUSIC SCHOOL, Rang drei ging an GREIFMUSIC. Darüber hinaus wurden noch vier weitere Anbieter in dieser Kategorie mit der Bewertung „Top“ ausgezeichnet.
Sprachreisen zählen zu den attraktivsten Formen der Weiterbildung, da sie das Erlebnis eines Urlaubs mit einem langfristigen und effektiven Spracherwerb verbinden. Hier konnte der Anbieter Dr. Steinfels SPRACHREISEN besonders hervorstechen. Auf Platz zwei findet sich die LINGULAND SPRACHREISEN dahinter kommt der Anbieter StudyLingua.
Integrationskurse sind weit mehr als reiner Sprachunterricht. Sie stellen einen bedeutenden Schritt in Richtung Selbstständigkeit, gesellschaftlicher Teilhabe und persönlicher Weiterentwicklung dar. Immer mehr Menschen mit internationaler Herkunft nutzen diese Angebote gezielt zur privaten Weiterbildung, um ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen, das gesellschaftliche Leben in Deutschland besser zu verstehen und sich neue Perspektiven für ihren Alltag zu eröffnen. Im aktuellen Ranking belegt in dieser Kategorie KOMPASS den ersten Platz und wird als „Bester“ ausgezeichnet. Der Anbieter konnte sich damit im Vergleich zum Jahr 2025 um einen Rang verbessern. Ebenfalls als „Top“ bewertet wurde BIB Augsburg, der sich gegenüber dem Vorjahr steigern konnte. Auf dem dritten Rang folgt ADK Augsburger Deutschkurse. Insgesamt erhielten in diesem Segment 20 Weiterbildungsanbieter die Auszeichnung „Top“.
Wer vor der Prüfung zum Boots- oder Kfz-Führerschein steht, kann sich mit speziellen E-Learning-Angeboten gezielt auf die Anforderungen vorbereiten. In diesem Bereich konnte sich der Anbieter Bootspruefung.de als „Bester“ den ersten Platz erringen. Auf Platz zwei und drei folgen die mit „Top“ bewerteten Anbieter SBF-Fragen und theorie24. Insgesamt sicherten sich in diesem Bereich sieben Weiterbildungsanbieter das Prädikat „Top“.
Die Kategorie Weiterbildung Fremdsprachen wurde wie in den Vorjahren ebenfalls in verschiedene Unterkategorien aufgeteilt. In der Kategorie Online-Kurse mit Lehrkraft steht das Sprachenatelier Berlin an der Spitze des Rankings, gefolgt von der Alpha Aktiv Language School Heidelberg und dem Anbieter Vivat Lingua! Sprachtrainingsprogramme. Neun weitere Institutionen konnten sich ebenfalls die Bewertung „Top“ sichern.
Im Themenfeld Weiterbildung Fremdsprachen in der Kategorie E-Learning – selbstgesteuertes Lernen konnten zehn Weiterbildungsinstitute ausgezeichnet werden. Platz eins ging hier in diesem Jahr an Memrise, das im Jahr zuvor noch auf Platz zwei war, gefolgt von Babbel und Duolingo.
Bei den stationären Sprachschulen konnte sich der Anbieter FSI Sprachschule (FreudeSprache International) den Spitzenplatz sichern. Darauf folgen die Tú También Sprachschule und Alinguas Sprachschule München.
Die Anbieter in der Kategorie Kommunikation schulen die Präsentations- und Rhetorikfähigkeiten ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dadurch können nicht nur berufliche Vorteile entstehen, sondern auch die persönliche Lebensqualität verbessert werden. Das Bergsträßer Institut für ganzheitliche Entspannung und Kommunikation (B.I.E.K.) erhält die Bewertung „Bester“, die Akademie der Deutschen Medien und die LAUDIUS-AKADEMIE FÜR FERNSTUDIEN landen auf den Plätzen zwei und drei.
Der Themenbereich Weiterbildung körperliche und geistige Gesundheit umfasst Angebote, die darauf abzielen, die langfristige Gesundheit des Menschen zu fördern und zu erhalten. Dazu zählen sowohl Kurse zur gesunden Ernährung als auch Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Heilpraktik sowie Angebote in therapeutischen Tätigkeitsfeldern. Die AHAB-Akademie findet sich an der Spitze des Vergleichs, SAFS & BETA und der Anbieter dba – Deutsche Berufsakademie Sport und Gesundheit liegen dicht dahinter.
Im Bereich der kreativen Weiterbildung stehen zahlreiche Angebote aus unterschiedlichen künstlerischen Feldern wie Fotografie, Grafikdesign und ähnlichen Disziplinen zur Verfügung. Sie ermöglichen es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ihre gestalterischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihren kreativen Horizont zu erweitern. Der Texterclub überzeugte am meisten und belegt Platz eins. Das ILS Institut für Lernsysteme und die Akademie der Deutschen Medien finden sich auf den Plätzen zwei und drei.
Soft Skills gewinnen zunehmend an Bedeutung. Daher erfreut sich der Bereich Persönlichkeitsentwicklung & Coaching großer Beliebtheit. Die dort angebotenen Weiterbildungen konzentrieren sich auf die Entwicklung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Auch Coachings zur Stärkung des Selbstbewusstseins sind in diesem Bereich angesiedelt. Das Weiterbildungsinstitut WbI konnte sich dabei den ersten Platz sichern. Die ZEIT Akademie und der Anbieter SGD liegen auf den folgenden Plätzen.
Die Weiterbildungskategorie Politik und Wirtschaft ist auch in diesem Jahr erneut im Ranking vertreten. In diesem Bereich werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult, komplexe politische Strukturen besser zu verstehen und ein fundiertes Wissen über Wirtschaftssysteme und mögliche Krisensituationen aufzubauen. Den ersten Platz des Rankings belegt die ZEIT Akademie, gefolgt von dem Bildungspartner Main-Kinzig, der bereits 2025 ganz oben mit dabei war.
Auch das Themenfeld Stressmanagement und Resilienz wird in diesem Jahr erneut als eigenständige Kategorie geführt. Besonders Menschen in anspruchsvollen beruflichen Positionen oder belastenden Lebenssituationen können von diesen Kursen profitieren, indem sie ihre persönliche Widerstandsfähigkeit stärken und Strategien zur aktiven Stressbewältigung erlernen. Die TANGENS Wirtschaftsakademie erhält hier die Bewertung „Bester“. Das Bergsträßer Institut für ganzheitliche Entspannung und Kommunikation (B.I.E.K.) und hermannsen concept finden sich auf Rang zwei und drei.
Die nächste Kategorie umfasst das Training von Gedächtnis und Wissen. Apps, die dabei unterstützen, werden zunehmend beliebter. Die Auszeichnung als „Beste“ konnte sich dabei NeuroNation sichern. Ebenfalls in dieser Kategorie vertreten sind die Wissenstraining – die Quiz App sowie Mimo, die auf Platz zwei und drei zu finden sind.
Die letzte Kategorie weist zugleich das größte Kursangebot auf: Online-Weiterbildungsplattformen verzeichnen spätestens seit 2020 eine stark wachsende Nachfrage. Sie ermöglichen es Menschen aller Altersgruppen, sich unkompliziert genau die Inhalte anzueignen, die ihren Interessen entsprechen. Das Spektrum reicht dabei von Persönlichkeitsentwicklung über Hobbys und Soft Skills bis hin zu Programmierung sowie wichtigen beruflichen Kompetenzen. „Bester“ ist erneut Plattform Udemy, gefolgt von LinkedIn Learning und Skillshare.
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Über das SWI
Das SWI (Sozialwissenschaftliches Institut Schad) analysiert und gestaltet seit 1993 die Kundenbeziehungen von Unternehmen. Eine unabhängige Analyse und eine zielgenaue Beratung sind die Treiber der Aktivitäten des Hamburger Marktforschungsinstituts. Ein Pool aus Ökonomen, Psychologen und Soziologen sichert das wissenschaftliche Know-how mit dem Ziel, eine Schnittstelle zwischen Unternehmenspraxis und Wissenschaft zu bilden.