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Top Fonds Allstars

Fonds, die über Jahre überzeugt haben

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Foto: iStock

Welche Fonds haben ihre Qualität nicht nur in einem guten Börsenjahr, sondern über längere Zeiträume unter Beweis gestellt? Eine aktuelle Analyse im Auftrag des SZ Instituts zeigt, welche Fonds in ihren Vergleichsgruppen dauerhaft zu den leistungsstärksten gehören.

SZ Institut Siegel – Top Fonds Allstars 2026

Die private Geldanlage erfährt in Deutschland neue Aufmerksamkeit. Mit der geplanten Reform der privaten Altersvorsorge* und der Diskussion um die Frühstart-Rente** rückt das langfristige Sparen am Kapitalmarkt stärker in den Mittelpunkt. Ziel der Reform ist es unter anderem, die private Altersvorsorge für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.

 

Für viele Menschen stellt sich damit nicht mehr nur die Frage, ob sie langfristig investieren wollen, sondern vor allem, wie sie das tun. Fonds können dabei eine wichtige Rolle spielen: Sie bündeln zahlreiche Wertpapiere und werden professionell verwaltet. Anlegerinnen und Anleger können sich damit bereits mit vergleichsweise kleinen Beträgen an unterschiedlichen Märkten und Anlageklassen beteiligen.

 

Doch gerade die zunehmende Auswahl auf dem Markt macht die Entscheidung nicht einfacher. Wer sich heute mit Fonds beschäftigt, trifft auf eine große Zahl unterschiedlicher Produkte, Anlagestrategien und Anbieter. Hinzu kommt, dass die Entwicklung eines Fonds von Jahr zu Jahr stark schwanken kann. Ein Produkt, das in einem einzelnen Börsenjahr weit vorne liegt, muss deshalb nicht automatisch auch über längere Zeiträume überzeugen.

 

Für einen langfristigen Vermögensaufbau ist diese Unterscheidung relevant. Ein Fonds sollte sich nicht nur in einem günstigen Marktumfeld bewähren. Zu den besser bewerteten Fonds gehören Produkte, die über mehrere Jahre hinweg eine überdurchschnittliche Entwicklung zeigen und ihr Risiko dabei im Rahmen halten. Ein Blick auf längere Zeiträume ist deshalb besonders aufschlussreich, um zwischen einem kurzfristigen Gewinner und einem Fonds, der sich über verschiedene Marktphasen hinweg behauptet, zu unterscheiden. 

Die Methodik: Was einen Fonds zum Allstar macht 

Für die Untersuchung hat Scope Fund Analysis im Auftrag des SZ Institut insgesamt 7.046 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Fonds betrachtet. Das Ziel bestand darin, diejenigen Produkte zu identifizieren, die über einen längeren Zeitraum hinweg konstant zu den überdurchschnittlich bewerteten Fonds ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe („Peergroup“) gehören. Dabei wurden sowohl quantitative Kennzahlen als auch qualitative Kriterien berücksichtigt.

 

Im ersten Schritt wurden aus allen zugelassenen Fonds diejenigen herausgefiltert, die seit mindestens fünf Jahren ohne Unterbrechung ein Top-Rating von Scope – also die Bewertung „A“ oder „B“ – tragen. „Beim Scope-Rating werden mehrere Kriterien aus den Bereichen Rendite und Risiko berücksichtigt. Nur Fonds mit einer besonders starken Wertentwicklung oder niedrigen Risikoparametern – oder beidem gleichzeitig – erhalten ein Top-Rating“, erklärt Christoph Platt, Fondsspezialist bei Scope.

 

Der Performance-Indikator fließt mit 70 Prozent in die Gesamtbewertung des Scope-Ratings ein. Er berücksichtigt die relative Wertentwicklung eines Fonds, seine langfristige Ertragskraft sowie die Stabilität seiner Performance. Der Risiko-Indikator hat ein Gewicht von 30 Prozent und umfasst das Timing-Risiko, das Verlustrisiko und das sogenannte Verhaltensrisiko. Das Top-Rating der Klasse „A“ oder „B“ erhalten dabei nur Fonds, die über einen mittleren Zeithorizont eine stabile, überdurchschnittliche Rendite mit einem relativ niedrigen Risiko aufweisen können. Insgesamt gelang 313 Fonds das Kunststück, seit mindestens 5 Jahren ununterbrochen ein Top-Rating zu halten.

 

Anschließend wurde die Vorauswahl um Produkte bereinigt, die bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllen. Ausgeschlossen wurden Fonds, die sich ausschließlich an Großanleger oder einen begrenzten Personenkreis richten – beispielsweise Mitarbeiterfonds. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden passive ETFs und Indexfonds, die Standardindizes abbilden. Eine weitere Grenze wurde beim Fondsvolumen gezogen: Produkte mit einem verwalteten Vermögen von weniger als 100 Millionen Euro wurden aus der Analyse ausgeschlossen. Nach diesem Schritt verblieben 131 Fonds.

 

Die quantitative Vorauswahl wurde abschließend um eine qualitative Prüfung ergänzt. Dabei wurden zwei Kriterien untersucht: Zum einen musste die Amtszeit des Fondsmanagements oder mindestens eines Mitglieds des Managementteams drei Jahre oder länger betragen. Zum anderen wurde geprüft, ob der jeweilige Fonds grundsätzlich über Fondsplattformen für Privatanleger erworben werden kann. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt waren, wurde ein Fonds in die Auswahl der „Top Fonds Allstars“ aufgenommen. In diesem Ranking konnten 33 Aktien-, 23 Misch- und 27 Rentenfonds überzeugen. 

Die Bedeutung der Peergroup

Bei der Allstar-Analyse werden Fonds abhängig von ihrer Anlagestrategie miteinander verglichen. Maßgeblich ist die jeweilige Peergroup, die Fonds mit vergleichbarer Anlagestrategie und einem ähnlichen Anlageuniversum zusammenfasst. Die relative Bewertung innerhalb dieser Gruppe ermöglicht es, die Qualität eines Fonds im Verhältnis zu seinen direkten Wettbewerbern einzuordnen. Ein Fonds erhält sein Scope-Rating also im Verhältnis zu anderen Produkten mit einem vergleichbaren Anlageprofil. Das ermöglicht eine Einordnung unterschiedlicher Fondsstrategien, ohne beispielsweise einen globalen Aktienfonds unmittelbar mit einem defensiven Rentenfonds anhand derselben Renditeerwartung zu messen.

Wichtiger Hinweis

Die vorliegende Fondsauswahl stellt keine Kauf- oder Anlageempfehlung für einzelne Produkte dar. Das Ranking basiert auf einer standardisierten Auswertung nach den beschriebenen Kriterien und ersetzt weder eine individuelle Anlageberatung noch die persönliche Prüfung der eigenen finanziellen Situation, des Anlagehorizonts und der Risikotragfähigkeit.

Die Ergebnisse im Überblick 

„Es ist bereits eine bemerkenswerte Leistung, ein Top-Rating einige Monate lang zu halten. Doch Fonds, die über viele Jahre hinweg derart ausgezeichnet werden, gehören zur absoluten Spitzenklasse der Investmentwelt“, lobt Fondsspezialist Christoph Platt. „Die strengen Vorgaben für eine Aufnahme in die Liste der Allstars haben nur 83 von rund 7000 Fonds erfüllt. In einigen Vergleichsgruppen gelang dies keinem einzigen Fonds, in manchen lediglich einem.“

 

Da sich die einzelnen Vergleichsgruppen in ihren Anlageschwerpunkten stark unterscheiden, können die Ergebnisse nur innerhalb der jeweiligen Peergroup betrachtet und verglichen werden. Zur besseren Übersicht werden sie in den drei Kategorien Aktien-, Misch- und Rentenfonds dargestellt.

Die Überflieger in puncto Rendite stammen allesamt aus der Kategorie Aktienfonds. Hier zeigt sich eindeutig, dass hohe, langfristige Renditen mit einer erhöhten langfristigen Volatilität, also der Schwankungsbreite des Fonds, verbunden sein können. Der DWS Invest II Global Equity High Conviction Fund erzielte in der Peergroup „Aktien Welt“ eine Rendite von 15,9 Prozent p. a. über fünf Jahre, bringt dafür aber eine Volatilität von 13,5 Prozent über fünf Jahre mit sich. In der Kategorie „Aktien Welt“ wurden neben ihm noch sechs weitere Fonds ausgezeichnet, darunter der HSBC Multi Factor Worldwide Equity UCITS ETF mit einer Rendite von 12,3 Prozent p. a. sowie der Deka-GlobalChampions mit einer Rendite von 11,7 Prozent p. a. Der renditestärkste Aktienfonds in der Auswahl auf kurze Sicht ist der Candriam Equities L Biotechnology: Der einzige ausgezeichnete Fonds aus der Peergroup „Aktien Biotechnologie“ steigerte seinen Wert binnen eines Jahres um beeindruckende 55,8 Prozent. Die Rendite über fünf Jahre beträgt 11,7 Prozent p. a., die Volatilität über fünf Jahre liegt bei 17,6 Prozent.

 

Interessant: Auch Fonds mit einer negativen Rendite können es in die Allstars-Auswahl schaffen, wenn es ihnen über viele Jahre beständig gelungen ist, eine bessere Leistung zu zeigen als ihre direkten Konkurrenten. „Wenn ein bestimmtes Anlagesegment nicht gut läuft, kann es passieren, dass selbst Fonds, die zu den besten ihrer Art gehören, eine niedrige Rendite erzielen oder sogar Verluste erleiden“, erläutert Christoph Platt von Scope.

In der Kategorie Mischfonds geht es ruhiger zu. Die hier ausgezeichneten Fonds stammen aus insgesamt sieben Peergroups, von denen die größte die Vergleichsgruppe „Mischfonds Global ausgewogen“ ist. Hier überzeugt der Best-in-One von Allianz Global Investors mit einer Rendite über 5 Jahre von 7,2 Prozent p. a. Auch der Amundi Multi-Asset Portfolio UCITS ETF und der Swisscanto (LU) Portfolio Fund Committed Ambition der Zürcher Kantonalbank platzieren sich in dieser Kategorie mit einer vergleichsweise hohen Langzeitrendite. Die höchste 5-Jahres-Rendite unter den Mischfonds-Allstars erzielte der Value Intelligence Fonds AMI. Er positioniert sich mit einer Langzeitrendite von 9,8 Prozent p. a. und einer Volatilität von 10,3 Prozent im gleichen Zeitraum.

In der Kategorie der Rentenfonds sind die Renditen zwar geringer, dafür fallen die Schwankungen in vielen Fällen niedriger aus. Einige Fonds weisen Volatilitäten von 2 Prozent oder weniger auf. Der KEPLER Short Invest Rentenfonds, der auf kurzlaufende Euro-Anleihen setzt, zeigte mit 0,9 Prozent Volatilität die niedrigsten Schwankungen im gesamten Ranking – bei einer 5-Jahres-Rendite von immerhin 2,2 Prozent p. a. Auch der Deka-Renten: Euro 1–3 gehört mit einer Volatilität von 1,6 Prozent zu den schwankungsärmsten Fonds. Seine Fünfjahresrendite beträgt 1,5 Prozent p. a..

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Über Scope

Scope ist die führende europäische Ratingagentur und bewertet die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Staaten und anderen Institutionen sowie die Qualität von Anlageprodukten und deren Anbietern. Teil der Scope-Gruppe ist die Gesellschaft Scope Fund Analysis, die Investmentfonds, Kapitalanlagegesellschaften und Zertifikate-Emittenten untersucht. Die mehr als 10.000 analysierten Investmentprodukte verwalten ein Vermögen von rund sechs Billionen Euro. Der überwiegende Teil der Fonds-Ratings ist online auf dem ScopeExplorer frei zugänglich.

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