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Zukunft bauen, Werte schaffen.

Foto: iStock/NanoStockk
Wer baut oder eine Immobilie kauft, entscheidet sich nicht für ein beliebiges Produkt. Es geht um den Ort, an dem Erinnerungen entstehen, Vermögen aufgebaut wird und Generationen zusammenkommen. Deshalb zählt nicht allein der schönste Grundriss oder die attraktivste Lage. Mindestens ebenso wichtig sind Menschen, die zuhören, mitdenken und vom ersten Entwurf bis zur Schlüsselübergabe Verantwortung übernehmen
Die wirtschaftliche Verfassung von Bauunternehmen ist daher nicht nur ein Thema für das Backoffice. Zukünftige Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer vertrauen diesen Unternehmen einen Traum an, den sie oft für viel Geld erworben haben, ohne mehr als eine Besitzurkunde für ein Grundstück in der Hand zu halten. Kommen die beauftragten Baufirmen im Prozess des Projektes finanziell ins Straucheln, wird es für Kundinnen und Kunden schnell dramatisch. Denn ein Unternehmen, das seine eigenen Rechnungen nicht pünktlich begleicht, hält seine Nachunternehmer hin – und ein Trockenbauer, der auf sein Geld wartet, schickt seine Leute irgendwann auf eine andere Baustelle.
Auf der anderen Seite des Marktes, beim Verkauf einer Bestandsimmobilie, stellt sich dieselbe Frage in anderer Form. Wer das Haus der Eltern oder eine geerbte Wohnung veräußern möchte, hat mit Immobilienmaklern zu tun, die über die größte Einzelsumme mitentscheiden, die dabei bewegt wird. Auch hier färbt die wirtschaftliche Lage auf die Arbeit ab, nur unauffälliger. Ein Büro, das finanziell gut dasteht, kann sich Geduld leisten – und im Zweifel auch den Satz, dass dieser Interessent vielleicht doch nicht der Richtige ist. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Für den Preis, den man am Ende erzielt, ist es keine.
Bauunternehmen und Makler hängen dabei enger zusammen, als es von außen wirkt. Die einen schaffen Fläche, die anderen bringen Menschen hinein. Stockt es an einer Stelle, spürt man es an der anderen. Was beide verbindet, ist das, worauf ihre Kundschaft angewiesen ist, ohne es überprüfen zu können: dass sie in zwei Jahren noch da sind und tun, was sie zugesagt haben.
Auf welche Bauunternehmer und Immobilienmakler können Kundinnen und Kunden sich wirklich verlassen? Antworten liefert die aktuelle Analyse „Top Bauunternehmen und Immobilienmakler 2026“, die Creditreform im Auftrag des SZ Instituts durchgeführt hat.
Die Methodik
Grundlage der Analyse war die Creditreform Wirtschaftsdatenbank. Aus ihr wurden Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland selektiert, die nach offizieller Branchensystematik dem Bau von Gebäuden (ohne Fertigteilbau) oder der Vermittlung von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen für Dritte zugeordnet sind. Berücksichtigt wurden ausschließlich Unternehmen mit dem Firmenstatus „aktiv“, deren Bonitätsindex zwischen 100 und 499 liegt. Dies schloss Neugründungen und Insolvenzen aus. Die Auftragslage und Zahlungsweise der Unternehmen durfte außerdem nicht auf eine Insolvenz hindeuten. Zusätzlich mussten Informationen zur CR-Note, also der Ausfallwahrscheinlichkeit, vorliegen. Nach diesen Kriterien umfasste die Grundgesamtheit 5.612 Bauunternehmen und 9.376 Immobilienmakler.
Für die Rankingerstellung galten drei Anforderungen: Das Zahlungsweiseurteil musste mindestens bei „innerhalb vereinbarter Ziele“ liegen, die Auftragslage sehr gut oder gut sein und die (Bilanz-)Ratingnote besser als CR8 betragen, also im Bereich CR1 bis CR7 liegen. Aus den verbleibenden Unternehmen wurden je Kategorie die 150 Anbieter mit dem besten Bonitätsindex ausgewählt. Die Rangfolge richtete sich ebenfalls nach dem Bonitätsindex, bei Gleichstand entschied die Ausfallwahrscheinlichkeit.
Das Ergebnis sind zwei Rankings mit je 150 Unternehmen, die eine stabile Auftragslage, eine gute (Bilanz-)Bonität und eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit aufweisen und ihre Rechnungen mindestens innerhalb der vereinbarten Ziele begleichen. Es handelt sich um eine Zeitpunktbetrachtung zum 31. Mai 2026.
Gegenüber dem Vorjahr wurde die Analyse in zwei Punkten erweitert: Die Rankings umfassen nun je 150 statt 100 Unternehmen, und die Vorauswahl greift stärker über den Bonitätsindex. Ein Vergleich einzelner Platzierungen mit dem Vorjahr ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.
Auswertung der Analyse
Auffällig ist auf den ersten Blick, wie stabil die Spitzen beider Rankings besetzt sind. In beiden Kategorien führen dieselben Unternehmen wie im Vorjahr, und auch dahinter hat sich das Feld nur in Nuancen bewegt. Wirtschaftliche Stärke ist in diesen Bereichen offenbar keine Momentaufnahme, sondern das Ergebnis jahrelanger Entscheidungen. Auch die Bandbreite des Rankings ist entsprechend groß: Es umfasst international tätige Bauunternehmen ebenso wie Betriebe mit nur wenigen Dutzend Mitarbeitenden. Kapitalgesellschaften stehen neben Einzelunternehmen, kommunale Wohnungsbaugesellschaften neben Genossenschaften und inhabergeführte Maklerbüros neben großen Marktteilnehmern.
Im Ranking „Top Bauunternehmen 2026“ sicherte sich die Dreßler Bau GmbH erneut den Spitzenplatz. Das familiengeführte Unternehmen aus Aschaffenburg beschäftigt rund 600 Mitarbeitende an sechs Standorten und erbrachte zuletzt eine Gesamtbauleistung von 330 Millionen Euro. Der Schwerpunkt des Anbieters liegt im schlüsselfertigen Hochbau für Industrie, Gewerbe und Wohnen. In Stockstadt am Main betreibt das Unternehmen ein eigenes Fertigteilwerk.
Rang zwei belegt wie bereits im Vorjahr die Johann Bunte Bauunternehmung SE & Co. KG aus Papenburg. Traditionelles Kerngeschäft des Unternehmens ist der Infrastrukturbau – von Autobahnen und Bundesstraßen über Flughäfen bis zum Bahnbau.
Auf Platz drei folgt die Eigner Bauunternehmung GmbH Nördlingen, 1912 von Baumeister Josef Eigner gegründet. Das Spektrum der geschichtsträchtigen Firma reicht vom Einfamilienhaus bis zum Großprojekt.
Den vierten Rang sicherte sich die W. Markgraf GmbH & Co. KG Bauunternehmung aus Bayreuth. Das Unternehmen besteht seit 1932, beschäftigt über 1.000 Mitarbeitende an neun Standorten und erbringt rund 430 Millionen Euro Bauleistung jährlich. Die Top fünf komplettiert die Heinrich Hütter GmbH & Co. KG aus Dorsten, ein Familienunternehmen in vierter Generation mit Schwerpunkt im Hoch- und Stahlbetonbau.
An der Spitze des Rankings „Top Immobilienmakler 2026“ steht erneut die Brockhoff GmbH. Das 1987 von Eckhard Brockhoff gegründete Essener Unternehmen gehört zu den führenden Gewerbemaklern Deutschlands. Die Geschäftsfelder der Firma umfassen Büro, Investment, Einzelhandel und Logistik, daneben den Verkauf von Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen.
Rang zwei geht wie bereits 2025 an das hanseatische Unternehmen Herbert Ulonska. 1976 vom Bankkaufmann gleichen Namens als Einzelunternehmen gegründet, verbindet es Vermögensverwaltung, Asset Management und Testamentsvollstreckung mit kaufmännischer und technischer Verwaltung von Wohnanlagen, Nahversorgungszentren und gewerblichen Objekten.
Den dritten Platz belegt Ulrike Watz-Bamberger Immobilien aus dem hessischen Aßlar. Das 1989 gegründete Büro wird von der Inhaberin geführt: Der Schwerpunkt liegt auf Verkauf und Vermietung von Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Region. Hinzu kommt ein Geschäftsfeld für Ferienimmobilien an der Nordseeküste, auf Ibiza und in weiteren Feriengebieten.
Auf Rang vier folgt Faust + Partner Immobilien oHG aus Hamburg. Das Maklerbüro bringt über 30 Jahre Erfahrung im Hamburger Markt mit und arbeitet mit einem Expertennetzwerk für Homestaging, Finanzierung, Steuer- und Rechtsfragen.
Neu unter den ersten fünf ist die Aigner Immobilien GmbH. Mit 165 Mitarbeitenden an neun Standorten in München, Pullach, Starnberg und Dachau reicht das Leistungsspektrum von der Wohnimmobilienvermittlung über die Vermarktung von Investmentprojekten bis zum Vertrieb von Bauträgermaßnahmen. Ergänzt wird es durch Wertermittlung mit firmeneigenen Architekten und Gutachtern sowie eine bankenunabhängige Finanzierungsberatung.
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