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Entwicklung einer tragfähigen KI-Strategie

Warum Unternehmen Künstliche Intelligenz ganzheitlich denken müssen und sich Unterstützung von Experten holen sollten

Entwicklung einer tragfähigen KI-Strategie

v. l. n. r.: Dr. Josef Adersberger, CEO QAware, und Dr. Florian Wiesböck, Head of Tech Strategy, Futureware Consulting by QAware | Foto: QAware/Futureware Consulting

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) verspricht enormes Potenzial für Effizienzsteigerungen, Produktivitätsgewinne und neue Formen der Wertschöpfung. Unternehmen aller Branchen nutzen KI bereits zur Automatisierung von Routinen, zur Analyse komplexer Dokumente, zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen oder zur personalisierten Kundeninteraktion. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Ohne klare Zielsetzung und strukturierte Planung bleiben viele KI-Initiativen hinter ihren Erwartungen zurück.

Eine tragfähige KI-Strategie ist daher kein IT-Projekt, sondern ein unternehmensweites Transformationsvorhaben. Sie gibt Vision, Organisation, Daten, Technologie und Menschen einen konsistenten Rahmen – und schafft so die Voraussetzung für nachhaltigen Nutzen.

 

Warum KI strategisch gedacht werden muss

In vielen Unternehmen wird die Einführung einzelner KI-Tools bereits als KI-Strategie verstanden. Diese Sicht greift jedoch zu kurz. Angesichts der Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen und der Breite möglicher Anwendungsfälle reicht es nicht aus, punktuelle Lösungen einzuführen. Erst eine klare Vision mit einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren schafft Orientierung und ermöglicht Priorisierung.

Die fünf größten Fehler bei der Umsetzung einer KI-Strategie

  1. Gleichsetzung von Tool-Einführung mit Strategie
  2. Fehlende oder zu kurzfristige Vision
  3. Die PoC-Falle: Bei Proof-of-Concepts die späteren Anforderungen im Betrieb nicht bedenken
  4. Day-2-Challenges unterschätzen: Datenqualität, Qualitätskriterien und Governance nicht ausreichend berücksichtigen
  5. Fehlendes Change Management und Silo-Denken

Erfolgreiche KI-Programme beginnen daher mit der Frage nach der zukünftigen Positionierung des Unternehmens: Welche Marktchancen sollen erschlossen werden? Welche Wertschöpfungstiefe ist anzustreben? Und welche Rolle soll KI langfristig im Kerngeschäft spielen? Aus dieser Vision lassen sich Zielbilder, Prioritäten und schließlich konkrete Anforderungen an Daten, Architektur und Organisation ableiten.

Dr. Josef Adersberger, CEO QAware

Dr. Josef Adersberger, CEO QAware | Foto: QAware/Futureware Consulting

Dr. Florian Wiesböck, Head of Tech Strategy, Futureware Consulting by QAware

Dr. Florian Wiesböck, Head of Tech Strategy, Futureware Consulting by QAware | Foto: QAware/Futureware Consulting

Organisation, Enabler und regulatorische Leitplanken

Neben der strategischen Zielsetzung ist die organisatorische Verankerung ein zentraler Erfolgsfaktor. Eine nachhaltige KI-Strategie erfordert Klarheit darüber, welche Kompetenzen im Unternehmen vorhanden sind und wo systematisch weitere Kompetenzen aufgebaut werden müssen. Schulungen, neue Rollenprofile und gegebenenfalls Partnerschaften sind ebenso relevant wie funktionierende Entscheidungsstrukturen.

Hinzu kommen regulatorische Anforderungen und unternehmensethische Leitlinien. In Europa stellt der EU AI Act Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Datenherkunft. Diese und weitere branchenspezifische Rahmenbedingungen müssen frühzeitig berücksichtigt werden, um spätere Risiken und kostspielige Nacharbeiten zu vermeiden.

Grafik Unser KI-Strategie-Framework

Aufbau des KI-Strategie Frameworks in einem Unternehmen (KI-Strategie-Haus) | Grafik: QAware/Futureware Consulting

Insgesamt ermöglicht ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Organisation, Menschen, Technologie und Daten den erfolgversprechenden Einsatz von KI als Enabler. Dieser wiederum muss immer die gewünschte Wertschöpfung im Blick behalten: Sollen neue Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung gestellt oder die Kundenschnittstelle und Prozesse effizienter gestaltet werden?

Für den produktiven Einsatz von KI empfiehlt sich aufgrund dieser Komplexität ein strukturiertes und systematisches Vorgehen, das anschaulich im KI-Strategie-Framework dargestellt ist: Ausgehend von der definierten Vision wird über die angestrebte Wertschöpfung entschieden. Dabei einbezogen und berücksichtigt werden müssen die oben genannten Enabler: Menschen und Organisation, Daten und Technologien.

Wer sich bei der Erstellung einer KI-Strategie von einem Partner unterstützen und beraten lassen möchte, sollte darauf achten, dass dieser in beiden Welten zuhause ist: Er braucht fundiertes Wissen zu Technologie, Systemarchitekturen, Daten und IT. Genauso wichtig ist jedoch das Wissen zur Erarbeitung und Umsetzung von Tech- und IT-Strategien sowie dem zugehörigen Change Management, damit alle Bausteine des gesamten KI-Strategie-Haus nachhaltig adressiert werden.

Die PoC-Falle vermeiden

Ein häufiger Stolperstein auf dem Weg zur produktiven KI ist die sogenannte PoC-Falle. Proof-of-Concepts (PoC) liefern oft schnelle Erfolge und erzeugen Euphorie – scheitern jedoch an der Überführung in den produktiven Betrieb. Ursachen sind meist fehlende Skalierbarkeit, unzureichende Datenqualität oder eine nicht tragfähige Systemarchitektur.

Eine gute KI-Strategie erlaubt bewusstes Experimentieren, sorgt aber dafür, dass bereits in der PoC-Phase die späteren Anforderungen an Betrieb, Integration, Governance und Organisation mitgedacht werden. So wird verhindert, dass vielversprechende Ideen zu isolierten Einzellösungen ohne nachhaltigen Mehrwert werden und es nach dem PoC nicht weitergeht.

Grafik Die PoC-Falle: Stopp Starting, Start Finishing

Die PoC-Falle vermeiden | Grafik: QAware/Futureware Consulting

Das technologische Herzstück: Daten und Architektur

Daten bilden das Fundament jeder KI-Initiative. Spätestens wenn sich ein Projekt den Fragen der Datenbasis im Detail zuwendet, muss sich jedes Unternehmen den sogenannten „Day-2-Challenges“ stellen: Jetzt geht es um die Umsetzung, in der das Geheimnis des Erfolgs oder Misserfolgs einer KI-Strategie liegt. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Daten vollständig, valide und dauerhaft verfügbar sind. Dies umfasst eine klare Datenlandkarte, definierte Qualitätskriterien sowie Governance-Strukturen zur kontinuierlichen Überwachung.

Auf dieser Basis wird im Anschluss die Software- und Plattformarchitektur definiert. Entscheidend ist dabei die Festlegung des gewünschten Automatisierungsgrades – von assistierender KI bis hin zu autonomen Systemen. Diese Entscheidung beeinflusst nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Rolle der Mitarbeiter und die notwendige organisatorische Einbettung.

Grafik Automatisierungsgrad von KI

Die Automatisierungsgrade von KI | Grafik: QAware/Futureware Consulting

Eine zukunftsfähige Architektur kombiniert in der Praxis häufig standardisierte Kernsysteme mit individuellen Erweiterungen und KI-beschleunigten Fachanwendungen. Aber auch die vollständige Eigenprogrammierung bei hoher Standardtreue (Clean Core) kann für Großunternehmen mit sensiblen Kundendaten die erfolgversprechendste Lösung darstellen. Damit lassen sich häufig Skalierbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Betriebsstabilität ideal miteinander verbinden.

Grafik KI-native Anwendungslandschaften

KI-native Anwendungslandschaft und Plattform-Architektur | Grafik: QAware/Futureware Consulting

Von der KI-Strategie zur erfolgreichen Umsetzung

Selbst die beste KI-Strategie bleibt wirkungslos, wenn sie nicht konsequent umgesetzt wird und produktiv zum Einsatz kommt. Change Management, Qualifizierung und aktive Einbindung der Mitarbeiter sind daher unverzichtbar. Nur wenn eine Kultur der Lernbereitschaft und Experimentierfreude entsteht, kann KI ihr volles Potenzial entfalten.

In der Umsetzungsphase zeigt sich zudem der Wert individueller Softwareentwicklung. Standardlösungen stoßen bei komplexen oder domänenspezifischen Anforderungen häufig an Grenzen. Maßgeschneiderte Erweiterungen und die Integration eigener KI-Komponenten ermöglichen dagegen höhere Präzision, bessere Integration und langfristig stabilere Ergebnisse.

Da sich KI-Technologien rasant weiterentwickeln, darf eine KI-Strategie kein einmaliger Prozess bleiben. Unternehmen müssen von Beginn an festlegen, in welchen Abständen Annahmen, Vision und Maßnahmen überprüft und angepasst werden. Nur so bleibt die Strategie langfristig wirksam und anschlussfähig.

Checkliste: Die zehn zentralen Schritte zu einer tragfähigen KI-Strategie

  1. Vision definieren (3–5 Jahre Perspektive, klare Zielbilder)
  2. Strategische Handlungsfelder identifizieren (Wertschöpfung, Marktchancen, Risiken)
  3. Organisation und Enabler analysieren (Skills, Rollen, Governance)
  4. Regulatorische und ethische Rahmenbedingungen prüfen
  5. Relevante KI-Use-Cases priorisieren
  6. Datenlandkarte und Datenqualität bewerten
  7. Zielarchitektur und Automatisierungslevel festlegen
  8. Technologien und Tools bewerten und selektieren
  9. Roadmap mit Meilensteinen und Erfolgskriterien definieren
  10. Überprüfungs- und Anpassungszyklen einplanen

Über Futureware Consulting

Futureware Consulting ist der strategische Beratungsarm der QAware GmbH. Die Tech Strategy Engineers verbinden strategische IT-Beratung mit über 20 Jahren technologischer Umsetzungskompetenz in hochkritischen IT-Systemen. Als unabhängige „Trusted Transformer“ begleiten sie Unternehmen bei KI-Transformationen, Legacy-Modernisierungen und der Entwicklung tragfähiger IT-Tech-Strategien. Dabei wird die Lücke zwischen Business und Technologie geschlossen und als Brückenbauer zwischen C-Level und Code agiert.

Sie wünschen sich weitere Informationen? Lesen Sie das Whitepaper „Der Weg zu einer tragfähigen KI-Strategie“.


Das Whitepaper können Sie unter www.futureware-consulting.de herunterladen.

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Handelsblatt – Beste Unternehmensberater 2025

QAware GmbH

Aschauer Straße 30

81549 München

Mail: info@qaware.de
Web: www.qaware.de
Web: www.futureware-consulting.de

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Der Runde Tisch – Hightech & KI made in Bavaria

Die USA und China investieren enorme Summen in Energie und KI-Entwicklung. Mega-Rechenzentren für das Training und den Betrieb komplexer künstlicher Intelligenzen entstehen dort in unglaublicher Geschwindigkeit. Bayern zeigt, dass das auch in Deutschland und der EU möglich ist.

1 – Welche KI-Themen beschäftigen Bayern?2 – Wie bringt man Unternehmen und Menschen zum Einsatz von KI?3 – Bayerns Zukunft bei Hightech und KI

Der runde Tisch teilnehmer

  • Florian Baader

    Florian Baader

    gründete kurz vor dem Abitur – 2017 im Alter von 18 Jahren – gemeinsam mit drei Mitgründern das Softwareunternehmen SelectCode, dessen Geschäftsführer er bis heute ist.

    Parallel studierte er Informatik an der TU München (Master). Aus zahlreichen KI-Projekten entstand 2023 das Hauptprodukt meinGPT: eine All-in-One-Plattform, die KI für den deutschen Mittelstand im Arbeitsalltag nutzbar macht.

  • PhD Ruth Bosse

    PhD Ruth Bosse

    gründete 2024 das Software- und Beratungsunternehmen Ark Software GmbH in München, dessen Geschäftsführerin sie seitdem ist.

    Sie studierte Mathematik in München, Paris, Berlin und Stockholm und promovierte in Wirtschaftsinformatik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie ist seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv und arbeitete vor der Gründung ihres Unternehmens als Projektleiterin bei McKinsey.

  • Sebastian Dännart

    Sebastian Dännart

    ist seit Januar 2023 Director Cybersecurity Consulting bei infodas. 

    Seine berufliche Laufbahn begann bei der Deutschen Marine, in der er zwölf Jahre als Offizier tätig war. Dännart beschäftigt sich seit vielen Jahren mit resilienter Cybersecurity, digitaler Souveränität sowie dem Spannungsfeld zwischen regulatorischer Compliance und tatsächlicher Sicherheitswirksamkeit. Zudem hält er Lehraufträge zu IT Security Management und IT Governance.

  • Christian Davepon

    Christian Davepon

    ist seit Dezember 2025 Head of AI bei der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). 

    Zuvor verantwortete er in der Otto Group Holding die Themen Knowledge Management und Strategic Partnerships. 2014 gründete er die Beteiligungsplattform Crowd-Insights. Er studierte Philosophie, VWL und Politikwissenschaft in Bayreuth, Lille und Tel Aviv und absolvierte einen Master of Public Policy mit Schwerpunkt Digitalisierung und Neue Technologien in Paris und Berlin.

  • Dr. Andreas Liebl

    Dr. Andreas Liebl

    ist seit 2017 Geschäftsführer der appliedAI Initiative GmbH und der appliedAI Institute for Europe gGmbH. 

    Er fungiert in unterschiedlichen Beiratsrollen als Experte für Innovation und Kommerzialisierung. Er verfolgt das Ziel, künstliche Intelligenz (KI) in Unternehmen und Organisationen zu implementieren, um so auf Basis der eigenen Unternehmenswerte einen wirtschaftlichen Mehrwert zu erarbeiten.

  • Dr. Florian Wiesböck

    Dr. Florian Wiesböck

    ist seit Juli 2024 Head of Tech Strategy von Futureware Consulting, dem strategischen Beratungsarm der QAware GmbH. 

    Außerdem ist er seit April 2026 im Vorstand des Digitalen Gründerzentrums Stellwerk 18, das er fünf Jahre als Geschäftsführer aufgebaut hat. Nach seinem Wirtschaftsstudium mit Doktortitel in Wirtschaftsinformatik an der LMU München arbeitete er als Strategieberater bei Roland Berger und gründete die Arva Digital GmbH, deren Co-Geschäftsführer er ist.

Titel Der Runde Tisch – Hightech & KI made in Bavaria

Der Runde Tisch – Hightech & KI made in Bavaria

Fragt man die künstliche Intelligenz, in welchem Bundesland sie sich selbst gerne weiterentwickeln würde, dann steht Bayern ganz oben. Der Freistaat hat alles, was Hightech zum Großwerden braucht: Konzerne, Start-ups, Rechenzentren, Spitzenforschung, Investoren und eine Politik, die weiß, wo’s lang geht.

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