Anzeige

Die große Sonderschau in der Pinakothek der Moderne vom 25. 11. 2022 bis 12. 03. 2023

Max Beckmann – Departure

Max Beckmann – Departure

Collage aus Max Beckmann, San Francisco, 1950, Hessisches Landesmuseum Darmstadt | Max Beckmann bei einem Spaziergang am Strand von Zandvort, 1934, Foto: Mathilde Q. Beckmann, privates Fotoalbum, Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
Max Beckmann Archiv,Max Beckmann Nachlässe, Design: PARAT.cc

Was verbinden wir mit den Worten Aufbruch, Abfahrt, Abreise? Es sind Gefühle von Erwartung und Aufregung, von Lust und Befreiung, aber zugleich auch Emotionen, in denen Sorge und Unsicherheit vor dem Ungewissen mitschwingen.

Mit diesem spannungs- und facettenreichen Thema, welches das gesamte Leben des rastlosen Künstlers Max Beckmann prägte, beschäftigt sich ab 25. November 2022 die große Sonderschau Departure in der Pinakothek der Moderne.

Was die Ausstellung so mitrei(s)send macht

Die Liste an Sonderschauen zu Max Beckmann ist unüberschaubar lang, ob man nach Deutschland oder auf internationales Parkett blickt. Und doch fehlt bis heute noch die eine, die erstmals Aufbruch und Reise als existenzielle Grunderfahrungen im Leben Beckmanns in den Mittelpunkt stellt.

Etwa 70 Leihgaben aus bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa und den USA sind hierzu nach München aufgebrochen: unter anderem die Triptychen Departure aus dem Museum of Modern Art, New York und Argonauten aus der National Gallery of Art, Washington D.C. Darüber hinaus können Besucher:innen Meisterwerke aus dem Saint Louis Art Museum, dem Städel Museum, Frankfurt am Main, der Hamburger Kunsthalle, dem Von der Heydt-Museum Wuppertal und dem Museum der bildenden Künste Leipzig bestaunen. Sie ergänzen im Hinblick auf das Reise-Thema den größten europäischen Gemäldebestand Beckmanns, der sich in der Sammlung Moderne Kunst der Pinakothek der Moderne befindet. 

Max Beckmann – Departure,1932–35, © 2022. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Aber nicht nur das malerische Œuvre des Künstlers wird hautnah zu erleben sein: Mithilfe der 2015 erfolgten Schenkung der Familiennachlässe des Malers an das Max Beckmann Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen können erstmals auch zahlreiche unbekannte Materialien und Dokumente wie Fotoalben, Einreisepapiere, Ansichtskarten und Filme präsentiert werden. Sie ermöglichen einen neuen und aktuellen Blick auf den prominenten Künstler und die Privatperson Max Beckmann. Damit ist dies eine in dieser Zusammenschau nur in München realisierbare Ausstellung!

Kolorierte Ansichtskarte von der Promenade des Anglais in Nizza, aus Max Beckmanns Ansichtskartensammlung, ca. 1947. Postkarte, Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
Max Beckmann Archiv, Max Beckmann Nachlässe

Max Beckmann, Promenade des Anglais in Nizza

© Museum Folkwang, Essen

So spannungsreich wie das behandelnde Thema ist auch der Aufbau der Schau: Die Ausstellung verzichtet auf eine durchgängig chronologische Präsentation der Werke. Stattdessen spannt sie gekonnt einen dramaturgischen Bogen von der „Abfahrt“ zu einer möglichen „Ankunft“, sie nimmt die Besucher:innen mit auf eine Zeitreise, die vom ersten, 1932 begonnenen Triptychon Departure bis zum letzten, 1950 vollendeten Triptychon Argonauten reicht. Die Passage zwischen diesen Eröffnungs- und Schlusspunkten durchläuft sechs Ausstellungskapitel, die jeweils konkrete, auf Beckmanns Lebensreise stetig wiederkehrende Orte oder Schwellenmotive benennen: Fenster, Transit, Meer, Stadt Hotel Bar, Film, Kosmos Atelier.

Max Beckmann, Argonauten 1949/1950 – National Gallery of Art, Washington, Gift of Mrs. Max Beckmann
© National Gallery of Art, Washington

Die Sehnsucht zu reisen – Beckmann on Tour

Foto von Max und Quappi Beckmann in den Ferien, Zandvoort, 1934/35. Privates Fotoalbum,
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv, Max Beckmann Nachlässe

Max Beckmanns zweite Frau Mathilde „Quappi“ schrieb in ihren Erinnerungen Mein Leben mit Max Beckmann über ihren Mann: „Wie sein Vater, der sich einst ein Haus auf Rädern gewünscht hatte, sehnte Max sich schon als Junge danach, zu reisen. Er erzählte mir, daß er in seiner Schulzeit besonders gern von ihm erdachte Reisen illustriert hätte. Und als Halbwüchsiger bemühte er sich tatsächlich um die Arbeit auf einem Amazonasdampfer! Er reiste, seit er erwachsen war, und er reiste so oft und weit, wie es ihm die Lebensumstände erlaubten. Das krönende Abenteuer blieb seiner letzten großen Reise vorbehalten – seiner Emigration in die Neue Welt.“ Freiheitsdrang und Reisesehnsucht erschienen somit bereits seit Beckmanns Kindheit als lebenslange Leitmotive des rastlosen Künstlers, dessen Leben geprägt war durch tragische Erfahrungen von Krieg und Entwurzelung, von Transit und Exil, aber auch von mondänen Urlaubsreisen.

Wohin geht die Reise? Ein Ausblick auf das Begleitprogramm der Ausstellung

Im Rahmen eines umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramms werden Lesungen und Konzerte in der Ausstellung stattfinden. In Kooperation mit „Kino der Kunst“ wird ein Programmkino, ausgehend von Beckmanns eigenen Kinobesuchen, entwickelt. Migrations- und Identitätsfragen bilden die thematische „Departure für eine Kooperation mit YouthNet, einem interkulturellen Jugendnetzwerk. 

Reisekoffer von Max Beckmann

Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv, Max Beckmann Nachlässen, © Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Walter Barker, Foto von Max Beckmann während eines Ausflugs zu den Ozark Mountains, Frühjahr 1948
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv, Max Beckmann Nachlässe, © Foto | Photo: Walter Barker

Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung werden ihre persönliche Geschichte vor dem Hintergrund der Biografie Max Beckmanns reflektieren. Die Ergebnisse werden in einer kleinen Werkschau in den Ausstellungsräumen zu sehen sein. Zudem werden in der für die Pinakothek der Moderne neu entwickelten Ausstellungs-App Expert:innen aus verschiedenen Bereichen zu Wort kommen.

Pinakothek der Moderne
(Kunst | Graphik | Architektur | Design)


Barer Straße 40, 80333 München

Telefon: 0 89/2 38 05-2 84
E-Mail: info@pinakothek.de

Internet: www.pinakothek.de

Die Süddeutsche Zeitung ist weder für den Inhalt der Anzeige noch die darin enthaltenen Verlinkungen noch für ggf. angegebene Produkte verantwortlich.