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Festivalrausch in Nürnberg

The King's Singers – Foto: IMG Artists
In Nürnberg findet man eines der derzeit vielfältigsten und innovativsten Musikfestivals. Das Musikfest ION hat sich in den vergangenen Jahren enorm gewandelt und entwickelt. Jazz, ikonische Werke der Popgeschichte, Gipfelwerke der Chormusik, Orchesterwerke, Möglichkeiten der Teilhabe – all das findet in diesem Festival ganz selbstverständlich zusammen. Das Ergebnis? Das Publikum hat sich binnen weniger Jahre nahezu verfünffacht. Zum 75-jährigen Jubiläum im kommenden Sommer gibt es vom 19. 6. bis zum 5. 7. 2026 rund 30 Konzerte in charaktervollen und atmosphärischen Kirchen. Zum Charme des Festivals gehört auch: Man kann herrlich zu Fuß durch die sommerliche Nürnberger Altstadt von Konzertort zu Konzertort schlendern.
Eröffnung mit Maayan Licht, Chanticleer und Solomon's Knot
Am 19. 6. 2026 eröffnet das Festival mit der „Großen Nürnberger Musiknacht von BR-KLASSIK und Musikfest ION.“ Von 19 Uhr bis 23.30 Uhr gibt es neun Konzerte à 45 Minuten. Zunächst ist da der atemberaubende israelische Männer-Sopran Maayan Licht. Nur wenige Männer in der Welt schwingen sich so virtuos in solche stimmlichen Höhen auf. Dieser Sänger ist ein Ereignis, zumal wenn er mit Arien von Händel, Porpora und Vivaldi zu erleben sein wird. Begleitet wird er im historischen Rathaussaal vom polnischen Barockensemble {Oh!} Orkiestra.

Maayan Licht – Foto: Nadav Yahalomi

Chanticleer – Foto: Stephen K. Mack

Solomon's Knot – Foto: Dan Joy
Auch Teil der Eröffnung ist das britische Künstlerkollektiv Solomon’s Knot. Sie zeichnet eine große Intensität und Ausdrucksstärke aus, gepaart mit einem Schuss Extravaganz. In St. Sebald musizieren die Sänger:innen und Instrumentalist:innen zwei Kantaten von Johann Sebastian Bach.
Und dann ist da das mit drei Grammys ausgezeichnete Männerensemble Chanticleer aus San Francisco. Die 12 Sänger tauchen in ihren Auftritten in die Welt der amerikanischen Chormusik ein – von Gospel und Vocal Jazz bis Barbershop und Traditionals.
Das Publikum bucht mit einem Ticket drei Konzerte à 45 Minuten mit diesen drei Künstler:innen und Ensembles. Ebenso im Ticketpreis inbegriffen sind kleine Speisen und Getränke in den Konzertpausen in der Festivallounge im Rathaus.
A Night for George Harrison
Die Veranstalter in Nürnberg sprechen gern von einem genre-offenen Festival. Was das heißt, kann man wohl am besten in der Kulturkirche GoHo im Szeneviertel Gostenhof erfahren. Da wird Spiritualität mit Songs wie „Here comes the sun“ und „My sweet lord“ erlebbar. Nach den umjubelten zwei „Nights for John Lennon“ beim letzten Musikfest ION gibt es am 30. 6. 2026 sowie 1. & 2. 7. 2026 die „Night for George Harrison”. Stefanie Hempel, die bedeutendste Beatles-Kennerin in Deutschland, hat das Projekt exklusiv für Nürnberg entwickelt. In ihrer Band spielen u. a. Billy King, Ben Barritt und Ulrich Rode. Als hochkarätige Gastsängerinnen und -sänger sind Rock- und Soullegende Inga Rumpf, der Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler sowie der Singer/Songwriter Phil Siemers mit dabei.

George Harrison – Foto: David Hume Kennerly
Rebekka Bakken, Solo in Goho
Ebenfalls in der Kulturkirche GoHo gibt Rebekka Bakken ihr Festival-Debüt. Sie ist eine der eindrücklichsten Stimmen Skandinaviens und „das Sinnlichste, was weiblicher Jazz zu bieten hat.“ Bakken mischt poetisches Songwriting mit lässigem Jazz und mal zarten, mal rauen Melodien ihrer Heimat Norwegen. Rebekka Bakken singt aus tiefster Seele, instinktiv und offen und zielt damit direkt auf’s Herz. Gerade in dem intimen Setting der Kulturkirche werden sich alle unmittelbar angesprochen fühlen. Hier agiert eine starke Frau in bester Singer/Songwriter-Tradition. In Nürnberg ist sie am 3. und 4. 7. 2026 ganz pur und nah solo am Klavier zu erleben.

Foto: Felix Bröde
Weltklasse der Vokalmusik – The King's Singers, Tenebrae Choir uvm.
Beim Musikfest ION finden sich die Top-Stars der Chor- und A-cappella-Szene ein – allen voran The King’s Singers. Mit ihrer Mischung aus klanglicher Perfektion, berührenden Interpretationen und dem unnachahmlichen Charme sowie feinem britischem Humor setzen sie weltweit Maßstäbe. In ihren beiden Konzerten am 20. und 21. 6. 2026 präsentieren die sechs Herren in St. Egidien das Programm „Close Harmony“ mit Werken von der Spätromantik bis zu den Beach Boys und den Beatles – gesungen in den einzigartigen Arrangements der King’s Singers.

Tenebrae Choir – Foto: Sim Canetty Clarke

Windsbacher Knabenchor – Foto: Katharina Gebauer
Der Tenebrae Choir, einer der weltbesten Chöre, ist ebenfalls zweimal zu erleben. Nach dem fulminanten Nürnberg-Debüt 2024 spannen sie am 26. 6. 2026 in St. Egidien den Bogen vom 16. Jhd. bis zu klangsinnlichen Werken der Gegenwart. Tags darauf beschenken sie sich und das Publikum in St. Lorenz zum 25. Chorjubiläum mit einem Reigen ihrer absoluten Lieblingswerke.
„Geh aus mein Herz“ heißt das Programm des Windsbacher Knabenchors. Zum 350. Todestag erklingen Lieder des bedeutenden Dichters Paul Gerhardt, vertont u. a. von Bach, Mendelssohn und Reger. Nicht nur, weil die Stimmen so jung sind, sondern weil die fulminante Klassik-Band Spark mit dabei ist, werden die alten Melodien am 28. 6. 2026 in St. Sebald besonders frisch und vital klingen!
Die Dirigentin Johanna Soller ist der Shooting-Star der Barockmusik in Europa. Sie gastiert erstmals mit ihrer Cappella Sollertia. Die Sänger:innen und Instrumentalist:innen präsentieren Kantaten von Johann Ludwig Bach. Er war der Lieblingsverwandte des berühmten Johann Sebastian. Dessen Motette „Jesu, meine Freude“ steht ebenfalls auf dem Programm. St. Martha ist der ideale Ort für diese Entdeckungsreise in die Welt der innigen und virtuosen Barockmusik (28. 6. 2026).

Anna Prohaska – Foto: Marco Borggreve
Anna Prohaska – Behind the Lines
Anna Prohaska zählt zu den charismatischsten Künstler-Persönlichkeiten der Gegenwart. Die Starsopranistin begeistert immer wieder mit bemerkenswerten Themen und überraschenden Programmen. Gemeinsam mit dem renommierten Pianisten Eric Schneider hat sie ein Programm zusammengestellt, das Lieder von Beethoven, Schubert, Schumann und Liszt bis hin zu Kompositionen der Jahrhundertwende wie Fauré, Mahler und Wolf umfasst – ergänzt durch moderne Stücke von Weill und Eisler. „Ich wollte verschiedene Aspekte des Krieges beleuchten – die männliche Perspektive, die weibliche, die des Täters, die des Opfers, den Schrecken, die Realitätsflucht.“ Am 30. Juni und 2. Juli 2026 ist das Lied-Duo im Historischen Rathaussaal zu erleben.
Stegreif Orchestra – Free Eroica
Wird dies das Sinfoniekonzert des Jahres in Nürnberg?! Die Chancen stehen nicht schlecht. Das Stegreif Orchestra, ein Zusammenschluss junger europäischer Spitzenmusiker, macht vieles anders als die traditionellen Orchester, aber bei einer Sache stehen sie doch ganz in der Tradition berühmter deutscher Klangkörper: es geht um höchste Qualität und eine atemberaubende Klangkultur. Sie haben sich in wenigen Jahren in die erste Liga gespielt, werden in der Berliner Philharmonie oder der Elbphilharmonie Hamburg frenetisch gefeiert.

Stegreif Orchestra – Foto: Navina Neuschl
In Nürnberg präsentieren sie ihre Interpretation von Beethovens 3. Sinfonie, auch bekannt als „Eroica”. Beethoven, der revolutionäre Geist der europäischen Musikgeschichte, hätte seine Freude an dem Können und Mut von Stegreif. Die Musiker:innen feiern mit diesem Konzert die Freigeister und Andersdenkenden und nutzen auch Möglichkeiten zwischen den Zeilen für ihren mitreißenden Orchesterabend – ohne Noten, ohne Stühle, ohne Dirigenten, dafür mit höchster Qualität und Spielfreude, mit Improvisationen, Requisiten und dem ganzen Kirchenraum von St. Sebald als Spielfläche.
Neun Orgelkonzerte: Carpenter, Latry & Co.
Das „O“ in „ION“ steht für Orgel. Damit fing 1951 alles an. Im Sommer 2026 ist das Angebot für Orgelfans besonders hochkarätig. Los geht es mit dem Starorganisten Cameron Carpenter in St. Sebald: Am 20. 6. 2026 spielt er vier echte Großmeister der Orgelmusik: Bach, Händel, Brahms und Franck. Am Abend darauf präsentiert er seine eigene Version der berühmten „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski. Dazu gesellt sich Musik von Schostakowitsch sowie eine großangelegte vierteilige Improvisation.

Cameron Carpenter – Foto: Dovile Sermokas
Nicht minder spannend wird der Auftritt von Olivier Latry am 2. 7. 2026 in St. Sebald. Seit 40 Jahren ist er Organist an der berühmten Kathedrale Notre-Dame de Paris. Er hat einen formidablen französischen Abend konzipiert mit Bach (in französischer Bearbeitung), Franck, Vierne und Duruflé.
Die schönste Mittagspause gibt es vom 30. 6. bis 4. 7. 2026, jeweils 12.15 Uhr in der Frauenkirche. Sechs Künstler:innen aus sechs Ländern sind zu Gast: David Franke (D), Stina Burkard (SLO/LI), Adriano Falcioni (I), Jean-Baptiste Monnot (F), Mona Hartmann (RU/D) und László Fassang (HUN).
Gipfelwerke für Chor und Orchester zum Abschluss: Dvořák, Mendelssohn und Bach
Das Abschlusswochenende steht dann im Zeichen dreier herausragender, groß besetzter Werke. Am Freitag, 3. 7. 2026, interpretieren die Staatsphilharmonie Nürnberg und der Universitätschor München unter der Leitung von Roland Böer das „Stabat Mater“ von Antonín Dvořák in St. Sebald.

RIAS Kammerchor – Foto: Thomas Koy/Matthias Heyde
Am Samstag, 4. 7. 2026, dirigiert Frieder Bernius in St. Lorenz Mendelssohns „Paulus“ mit dem Kammerchor Stuttgart und der Klassischen Philharmonie Stuttgart. Den Abschluss (5. 7. 2026) bildet die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach mit dem RIAS Kammerchor und der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Justin Doyle. Bachs großes Vermächtnis mit der eindringlichen Bitte um Frieden beschließt in St. Sebald das 75. Musikfest ION.
Alles auf einen Blick
19. 6. bis 5. 7. 2026, Nürnberg
Mit der Kampagne „Nürnberg klingt nach!“ feiert die Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg die lebendige Musikszene der Stadt. Sechs herausragende Festivals verschiedenster Genres machen erlebbar, wie Musik, Atmosphäre und Geschichte in Nürnberg harmonisch zusammenklingen. Nürnberg – eine Stadt wird zur Bühne und lädt dazu ein, Musik nicht nur zu hören, sondern zu fühlen.
Musikfest ION
Winklerstraße 13
90403 Nürnberg
Reservix-Tickethotline: 07 61/88 84 99 99
musikfest-ion.de
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