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Museum Brandhorst

Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life

Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life

Keith Haring & Andy Warhol at Palladium, 1985 – Foto: Nan Goldin, Courtesy Nan Goldin, New York

Andy Warhol und Keith Haring waren Popstars, charismatische Netzwerker und (Selbst-)Vermarktungsgenies. Das Museum Brandhorst präsentiert die weltweit erste institutionelle Ausstellung, die sich den beiden Künstlern widmet.

Sie waren Popstars, charismatische Netzwerker und (Selbst-)Vermarktungsgenies: Andy Warhol und Keith Haring gehören nicht nur zu den berühmtesten Künstler:innen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie revolutionierten auch die etablierten Vorstellungen von Kunst und ihrer Verbreitung. Warhols poppige Bilder oder Harings tanzende Figuren sind Teil unseres kollektiven Bildgedächtnisses und in Werbung, Mode, Musik und Film bis heute allgegenwärtig. Trotz großem Altersunterschied und verschiedenen Stilen waren die beiden Künstler Freunde und Weggefährten. Sie begegneten sich in der New Yorker Kunst- und Clubbingszene und beeinflussten einander – und viele andere.

Back to the 80ies

Mit „Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“ präsentiert das Museum Brandhorst die weltweit erste umfassende institutionelle Ausstellung, die sich beiden Künstlern widmet. Der Titel der Schau ist dem Motto von Keith Harings Geburtstagsfeiern entlehnt: „Party of Life“ erzählt vom Kosmos der 1980er-Jahre, von MTV, Discos, Voguing, Hip-Hop, New Wave und Graffiti. In diesem Umfeld zeichnet die Ausstellung Warhols und Harings Künstlerfreundschaft nach. Dabei offenbart sie Parallelen in ihrem künstlerischen Selbstverständnis, ihrer Offenheit für Kooperation und gemeinschaftliche Projekte sowie in ihrer inklusiven Haltung: Kunst und ihre Botschaften sollten möglichst viele Menschen erreichen.

Kunst für Alle – Die Künstler als Marke

Andy Warhol (1928–1987) und Keith Haring (1958–1990) kamen beide aus christlich geprägten Familien aus Pennsylvania. Als junge homosexuelle Männer ließen sie die heteronormativen Strukturen jedoch früh hinter sich – beide zog es nach New York (wenn auch um 30 Jahre versetzt). Als Mitbegründer der Pop-Art hat Warhol das Verständnis von Kunst, aber auch den Kunstbegriff verändert und war maßgeblich prägend für den jungen Haring.

Keith Haring Red Dog Skulptur vor dem Museum Brandhorst

Keith Haring Red Dog Skulptur vor dem Museum Brandhorst – Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Andy Warhol, Self-Portrait, 1986

Andy Warhol, Self-Portrait, 1986, 2024 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York – Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München

Keith Haring, Untitled (Self Portrait), 1985

Keith Haring, Untitled (Self Portrait), 1985, The Keith Haring Foundation. – Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München

Dieser hinterließ Tausende „Subway Drawings“ im öffentlichen Raum der New Yorker U-Bahn, setzte seine Kunst in aktivistischen Plakatkampagnen ein oder eröffnete 1986 mit Unterstützung von Warhol den Pop Shop, wo er von ihm selbst und anderen Künstler:innen entworfene T-Shirts, Buttons und Poster verkaufte. Warhol produzierte in dieser Zeit TV-Shows, schuf Auftragsarbeiten und Celebrity-Porträts. Oder aber er bemalte 1979 einen Rennwagen und gestaltete damit das bekannteste Art Car für die deutsche Autofirma BMW. Beide Künstler distanzierten sich von einem elitären Kunstbegriff, flirteten mit dem Kommerz und nutzten verschiedenste Räume, Kanäle und Medien.

Tanzen am Rande des Abgrunds

Entlang thematischer Räume zeigt die Ausstellung, dass die Werke von Warhol und Haring aus den 1970er- und 1980er-Jahren nicht nur in einer Zeit extremer gesellschaftspolitischer Spannungen entstanden, sondern auch heute noch höchst aktuell sind. Die Auseinandersetzung beider Künstler mit der exzessiven Konsumkultur, den Möglichkeiten der neuen Medien, mit Queerness, Gentrifizierung, Atomkriegsängsten und Aktivismus sowie dem Streben nach Gemeinschaft in Krisenzeiten wird in der Ausstellung erfahrbar.

Keith Haring, Andy Mouse, 1985

Keith Haring, Andy Mouse, 1985 – © The Keith Haring Foundation

Keith Haring & William S. Burroughs, Apocalypse #6, 1988

Keith Haring & William S. Burroughs, Apocalypse #6, 1988 – © Keith Haring Foundation – Foto: Courtesy of Pace Prints

Auch die Kehrseite der „Party of Life“ findet sich vor dem Hintergrund der schwelenden Aidsepidemie und der Auseinandersetzung beider Künstler mit dem Tod wieder. Sie wird prominent in dem vielteiligen Gemeinschaftswerk „Apocalypse“ (1988) von Keith Haring und dem Autor William S. Burroughs sichtbar, das als Neuzugang der Sammlung Brandhorst erstmals im Museum gezeigt wird. In eindrucksvollen Bildern und Texten stellen die beiden Künstler das New York der 1980er-Jahre als apokalyptische Landschaft vor.

Szenegänger & Social Butterflies

In der Ausstellung zu sehen sind auch zahlreiche Kollaborationen zwischen Haring und Warhol sowie Projekte, die im Austausch mit Künstler:innen, Performer:innen, Autor:innen, Sprayer:innen oder Musik- und Modeikonen der Zeit entstanden sind, darunter Richard Avedon, Jean-Michel Basquiat, Joseph Beuys, William S. Burroughs, Fab 5 Freddy, Futura, Courtney Harmel, Eric Haze, Jenny Holzer, Bill T. Jones, Grace Jones, LA II, Madonna, Robert Mapplethorpe, Malcolm McLaren, Yoko Ono, Tom Rubnitz, Kenny Scharf, John Sex, Stephen Shore, Tseng Kwong Chi, Vivienne Westwood und vielen mehr.

Keith Haring, Untitled (Subway Drawing), 1983

Keith Haring, Untitled (Subway Drawing), 1983 – © Keith Haring Foundation – Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst

Andy Warhol, BMW Art Car

Andy Warhol, BMW Art Car – Foto: 2024 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York, BMW AG

„Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“ präsentiert eine Vielzahl an Werken aus den Beständen des Museums Brandhorst sowie einschlägige Leihgaben aus institutionellen und privaten Sammlungen. Neben berühmten Schlüsselwerken fokussiert die Ausstellung dabei auch auf Film- und Fotoaufnahmen, Archivmaterial sowie Poster, Schallplatten und Alltagsgegenstände. Damit eröffnet die Schau im Museum Brandhorst, das mit über 120 Werken die größte Warhol-Sammlung in Europa und ein wachsendes Konvolut an Haring-Arbeiten beherbergt, neue Blickwinkel auf beide Künstler.

 

Kurator:innen: Franziska Linhardt unter Mitarbeit von Arthur Fink

Kuratorische Assistentin: Zakirah Rabaney

Magazin zur Ausstellung

Angelehnt an Warhols wegweisendes „Interview Magazine“ und inspiriert von Harings Haltung, Kunst für alle zugänglich zu machen, erscheint in Zusammenarbeit mit ART – das Kunstmagazin ein Sonderheft begleitend zur Ausstellung. Interviews, Beiträge und Fotostrecken bieten viele Einblicke in die Freundschaft und das Schaffen der beiden Jahrhundertkünstler im aufregenden New York der 1980er-Jahre. Das Heft ist im Museumsshop für 16 € erhältlich sowie als Doppelausgabe mit dem ART Magazin für Juli 2024 am Kiosk.

Andy Warhol und/and Keith Haring Untitled (Madonna: I’m Not Ashamed), 1985

Andy Warhol und Keith Haring, Untitled (Madonna: I’m Not Ashamed), 1985 – © Collection: Keith Haring Foundation, New York, NY

Sparkling & Wild: Videos von Courtney Carmel and Tom Rubnitz

Die fünfte Kooperation mit dem FILMFEST MÜNCHEN fokussiert sich auf die filmischen und künstlerischen Subkulturen New Yorks der 1980er-Jahre. New York als pulsierendes Zentrum kreativer Gemeinschaften – und alles durch die Linse der Videokamera. Im Medienraum des Museums Brandhorst wird eine Auswahl an Videoarbeiten von Courtney Harmel und Tom Rubnitz präsentiert. Sie lassen eintauchen in ein Jahrzehnt queerer (Klub-)Kultur, Performance und Fernsehobsessionen im New Yorker East Village und erzählen ihre eigenen Geschichten zur „Party of Life“.

Tom Rubnitz, Wigstock: The Movie, 1987

Foto: Tom Rubnitz, Wigstock: The Movie, 1987

Vom 28. Juni bis 7. Juli 2024 werden außerdem beim FILMFEST MÜNCHEN ausgewählte Filme in Münchner Kinos gezeigt, die nach Uptown, Midtown und Downtown New York entführen.

Dance, Dance, Dance

Am 28. Juni 2024 findet die Junge Nacht des Museums Brandhorst in Kooperation mit FILMFEST MÜNCHEN – CineYou, Blitz Club und Public Possession im Herzen des Kunstareals München statt. Am ersten Ausstellungstag von „Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“ öffnet das Museum seine Ausstellungsräume bei freiem Eintritt für ein junges Publikum und belebt das Areal zwischen Museum Brandhorst und Pinakothek der Moderne mit Open-Air-Konzerten, Workshops und Interventionen, Foodtrucks und Getränkeständen. Begleitet wird die gemeinsame Party erstmalig von Visuals der Künstlerin Su Steinmaßl vom FILMFEST MÜNCHEN. Über die gesamte Laufzeit der Ausstellung wird immer donnerstags die Playlist zur Ausstellung gespielt, am jeweils letzten Donnerstag im Monat legen DJs von Public Possession live auf.

Workshops in der Factory im Museum Brandhorst und Führungen zur Ausstellung finden jede Woche statt.

Donnerstags 17.30 bis 19.30 Uhr Workshop für Jugendliche & Erwachsene

Samstags 14 bis 16 Uhr Workshop für Kinder und Familien

Sonntags 13 bis 16 Uhr Workshop für alle

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Donnerstag: 10 bis 20 Uhr

 

Eintrittspreise

regulär: 7 Euro

ermäßigt: 5 Euro

sonntags: 1 Euro

 

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Logo Museum Brandhorst

Museum Brandhorst

Theresienstraße 35a

80333 München

www.museum-brandhorst.de

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