Musik in den Bergen: Die 50. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
Foto: Mona Wibmer
Im Sommer 2026 wird in Innsbruck ein kulturelles Ereignis gefeiert, das Musikliebhaber*innen aus ganz Europa anzieht: die 50. Ausgabe der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik bringt von 24. Juli bis 30. August 2026 Höhepunkte aus der Welt der Alten Musik zum Klingen! Über sechs Wochen hinweg gibt es ein umfangreiches Programm von über 60 Veranstaltungen: Konzerte, Opernaufführungen und Open-Air-Formate, die historische Aufführungspraxis inmitten des spektakulären Bergpanoramas Tirols lebendig werden lässt.
Ein Fest und seine Oper
Ein Höhepunkt des Festivals ist die Barockoper „Il pomo d’oro“ von Pietro Antonio Cesti, die schon bei ihrer Uraufführung 1668 für Furore sorgte – 24 Bühnenbilder und phantastische Spezialeffekte überwältigten das Publikum, die Musik, die szenische Erzählung und technische Errungenschaften sprengten jegliche Dimensionen des Genres und hinterließen einen Mythos, der bis heute nachwirkt. Die Oper ging als „unaufführbar“ in die Annalen ein – eine Herausforderung, der sich die Innsbrucker Festwochen nun annehmen. Nicht umsonst sind sie seit einem halben Jahrhundert der Ort, an dem solche Wiederentdeckungen und Besonderheiten eine Bühne und ein begeistertes Publikum finden.

Foto: Amir Kaufmann/Innsbrucker Festwochen
Die Aufführung 2026 in Innsbruck erstreckt sich – wie 1668 – auf zwei Abende. In einem Prolog und fünf Akten übernehmen 20 Solist*innen die 47 Rollen und teilen sich die Bühne mit einem Chor und zwei Tanzkompanien. Ottavio Dantone, der Musikalische Leiter der Innsbrucker Festwochen, hat die verschollene Musik zweier Akte rekonstruiert und wird gemeinsam mit seiner Accademia Bizantina vom Graben aus wirken. Unter der Regie von Fabio Ceresa wird sich diese Legende nun erneut entfalten und ganz gewiss in Staunen versetzen.

Ottavio Dantone | Foto: Giulia Papetti

Eva-Maria Sens | Foto: Alexander Kofler
„Das 50. Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ist ein besonderer Moment, um innezuhalten und zu fragen: Was feiern wir? Wir feiern die Alte Musik, die uns alle verbindet, das Wissen, Talent und die Leidenschaft der Künstler*innen aus aller Welt, die Jahr für Jahr nach Innsbruck kommen und unsere Festwochen prägen, und unser treues und neugieriges Publikum. Mit Cestis ‚Il pomo d’oro‘, der Barockoper aller Barockopern, setzen wir ein Zeichen für die Pracht und Vielfalt dieser Kunstform und für die Einmaligkeit der Innsbrucker Festwochen“, erklärt die Künstlerische Direktorin Eva-Maria Sens.

Foto: Amir Kaufmann

Foto: Amir Kaufmann
Rückkehrer und renommierte Klangkörper
Neben dieser Festoper, ganz im Sinne eines Jubiläums, finden sich im Programm des 50. Festwochen-Sommers zahlreiche Konzerte, die allesamt sowohl der Historie der Festwochen Tribut zollen wie auch die Zukunft der Alten-Musik-Szene in den Blick rücken. So sind die ehemaligen Künstlerischen Leiter der Festwochen, René Jacobs und Alessandro de Marchi, zu Gast. Der jetzige Musikalische Leiter, Ottavio Dantone wird mit dem Orchester in Residence, seiner Accademia Bizantina, und der Mezzosopranistin Anna Bonitatibus ein Tribut-Konzert in Gedenken an Alan Curtis geben.

René Jacobs | Foto: Philippe Matsas

Alessandro De Marchi | Foto: Sandra Hastenteufel

Anna Bonitatibus | Foto: Frank Bonitatibus
Für seine kammermusikalische Reihe „Ottavio plus“ im Schloss Ambras hat Dantone dieses Jahr seinen langjährigen Freund und Kollegen, den Star-Flötisten Giovanni Antonini eingeladen. Weitere Stars, die zu den Feierlichkeiten ihre Meisterschaft präsentieren, sind u. a. der Ausnahmecembalist Jean Rondeau, der ein Solorezital im prachtvollen Riesensaal der Hofburg präsentiert, die Akademie der Alten Musik Berlin unter der Leitung von Francesco Corti und Sänger*innen aus der Talentschmiede der Festwochen, dem Cesti-Wettbewerb, die längst zu internationalen Stars der Opernbühnen geworden sind: Arianna Vendittelli, Margherita Maria Sala und Nicoló Balducci, um nur einige zu nennen. Sie alle treten an über zwanzig Spielstätten auf, die in Innsbruck und Umgebung und eingebettet in die vielfältige Landschaft, verteilt sind. Freie Veranstaltungen verbinden all die eindrucksvollen Konzerte und sind für sich ebenfalls Besonderheiten: Finden sie doch in Parks, auf den Bergen oder in den Gassen der Stadt statt und bringen Alte Musik von der Bühne mitten hinein in den Alltag der Alpenstadt.

Jean Rondeau | Foto: Shura Rusanova

Arianna Venditelli | Foto: Venditelli

Musica Montana | Foto: Wibmer
Ein Blick in die Zukunft der Alten Musik
Neben dem Blick zurück, lassen es sich die Festwochen aber auch in diesem Sommer nicht nehmen, nach vorne zu blicken: Die Barockoper „Atalanta“ von Georg Friedrich Händel wird mit jungen Künstler*innen aufgeführt, die ihr Talent beim Cesti-Wettbewerb 2025 unter Beweis stellen durften. Dabei ist die feierliche Oper für die meisten des Casts die erste szenische Opernproduktion; für die Festwochen ist das Format der Barockoper:Jung ein Herzensprojekt. Der Wettbewerb wiederum markiert traditionell den feierlichen Abschluss des Festivals. Das Finale der 17. Ausgabe des Cesti-Wettbewerbs findet am 30. August 2026 statt.
Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
Universitätsstraße 1 | 6020 Innsbruck
Telefon +43 5 12/57 10 32
festwochen@altemusik.at
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