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Aerial-Yoga

Im Tuch von der Decke hängen

Viele Hotels (Foto im Natur- und Wellnesshotel Höflehner) haben bereits Aerial-Yoga in ihr Programm aufgenommen. Foto: Steffen Wulf

Kelly Wright kombiniert im Aerial-Yoga Körperübungen mit therapeutischem Wissen

Yoga ist längst mehr als der „Herabschauende Hund“ auf der Matte. Unter den 1001 Yoga-Arten gibt es eine, die noch so etwas wie ein Geheimtipp ist: Aerial-Yoga. Dabei hängt man in Tüchern von der Decke und erlebt vertraute Asanas schwebend und schwerelos in der Luft. Auf den ersten Blick mag Aerial-Yoga an artistische Zirkusnummern erinnern, manche verwechseln es auch mit akrobatischem Pole-Dancing, aber wer es einmal mit dem Tuch probiert hat, versteht schnell, dass es sich dabei um ganzheitliche Körperarbeit handelt, die völlig neue Möglichkeiten eröffnet.

Die Ursprünge dieser besonderen Yoga-Form, die manchmal auch Flying-Yoga, Swing-Yoga oder auf Deutsch Luft-Yoga heißt, liegen in den USA: 1999 entwickelte der Tänzer, Akrobat und Choreograf Christopher Harrison das Konzept. Kelly Wright, gebürtige Amerikanerin, lebt in Icking im oberbayerischen Isartal und ist zertifizierte Yoga-Lehrerin, Heilpraktikerin und Atemtherapeutin. Sie hat Aerial-Yoga schon früh entdeckt und verbindet es mit individuell angepasster Bewegungstherapie und gleichzeitig Entspannung, Leichtigkeit und Spaß.

Beim Aerial-Yoga hängt man in einem etwa vier bis sechs Meter langen, trapezförmigen Tuch, das an der Decke befestigt ist. Dabei ist das schwerelose Pendeln keineswegs ein Selbstzweck. Das Tuch kann stützen, dehnen, entlasten oder Widerstand geben. „Das sieht artistischer aus, als es ist“, betont Wright. „Am Anfang müssen sich viele erst einmal trauen, aber hinterher sagen sie oft: Was haben wir bloß ohne das Tuch gemacht!“ Aerial-Yoga ist nicht nur etwas für Fortgeschrittene oder ganz Junge. Viele kommen, um sich zu bewegen, zu entspannen und etwas Neues auszuprobieren und gehen später mit neuer Energie nach Hause. Die sanften Schwingungen im Tuch, das Gefühl von Leichtigkeit und das warme Licht im Raum schaffen eine Atmosphäre, in der man abschalten kann.

„Ich habe eine 85-jährige Teilnehmerin, die nennt das hier ‚lebenserhaltende Maßnahmen‘“, erzählt Wright schmunzelnd. In ihren Kleingruppen mit maximal vier Personen kann sie auf jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer eingehen. Männer seien anfangs oft skeptisch, „aber nach der Stunde fragen sie, wann sie wiederkommen können“. Auch Menschen mit Multipler Sklerose, Parkinson, nach Schlaganfällen oder Operationen hat Wright bereits erfolgreich begleitet. Kinder profitieren ebenfalls: Wright arbeitet mit neurodivergenten Kindern, etwa mit ADHS oder Autismus. „Das Tuch gibt Sicherheit und Orientierung“, erklärt sie. Das Schweben und Drehen fördert die räumliche Wahrnehmung, beruhigt und stärkt das Selbstvertrauen. In der Arbeit mit Erwachsenen deckt Aerial-Yoga eine große Bandbreite ab: von Prävention und allgemeiner Fitness über Entspannung bis hin zu gezielter Unterstützung bei Beschwerden. Viele besuchen die Stunden, um Rücken und Gelenke beweglich zu halten, Stress abzubauen oder einfach einmal pro Woche etwas nur für sich zu tun. Dazu kommen Specials wie Wochenend-Workshops, Aerial-Yin-Yoga oder Aerial-Relax, die für zusätzliche Abwechslung sorgen.

Beim Aerial-Yoga gibt das Tuch Halt und Entlastung.

Beim Aerial-Yoga gibt das Tuch Halt und Entlastung. Foto: Kelly Wright

Die Schwingungen im Tuch verleihen ein Gefühl von Leichtigkeit.

Die Schwingungen im Tuch verleihen ein Gefühl von Leichtigkeit. Foto: Kelly Wright

Die Stunden beginnen sanft. „Wie geht’s euch und was braucht ihr heute?“, fragt Wright typischerweise zu Beginn. Danach folgen Mobilisation und Aufwärmen – etwa mit Katze-Kuh-Übungen für den Rücken. Dann wird es fließender: „Vom Krieger II in den Halbmond, vom Halbmond ins Dreieck mit dem Tuch als Partner“, beschreibt sie es. Das Tuch entlastet, unterstützt und ermöglicht es, tiefer in die Haltung hineinzufinden, ohne sich zu überfordern. Am Ende jeder Stunde liegt die Entspannung, die Teilnehmer sind umhüllt vom Tuch wie in einem Kokon. Der Körper schwebt, die Gedanken gleiten davon. „Manche schlafen da fast ein“, sagt Wright. Viele berichten von verbessertem Schlaf und einem Gefühl tiefer Ruhe. „Es ist gut für die Wirbelsäule, den Beckenboden, für Trittsicherheit und sogar für neurologische Reha“, betont sie.

Aerial-Yoga bietet eine besondere Erfahrung. Wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, loszulassen und doch getragen zu werden, weiß: Manchmal braucht es nur ein Tuch, um neue Energie und Lebensfreude zu finden.


Susanne Hauck

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