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Bad Krozingen

Asiatische Tradition im Kurpark

Die kleine japanische Mädchenkiefer (Pinus parviflora) begrüßt die Besucher des neuen japanischen Gartens im Bad Krozinger Kurpark. Foto: Horst Kramer

Thermalwasser und japanische Gartenkunst bilden eine Symbiose

Sato, ein kleiner Mann mit einer großen Aura, stammt aus der japanischen Stadt Taketa, wie Bad Krozingen ein Thermalbad. Beide Kommunen sind seit 1989 freundschaftlich miteinander verbunden, 1999 wurde die offizielle Partnerschaft verkündet. Das heiße Wasser aus dem Untergrund bildet die Basis dieser Fernbeziehung, Thermalwasser verbindet. Im vergangenen Jahr feierten die Städte ihre 35-jährige Freundschaft.

Das Jubiläumsprojekt, zu dem Kazuyuki Sato mit zwei Kollegen für zwei Monate im Markgräfler Land weilte, umfasste nicht nur die Pflanzung der knapp zwei Meter hohen Kiefer der Art Pinus parviflora. Satos Hauptaufgabe war die Planung und Realisierung eines rund 4000 Quadratmeter umfassenden japanischen Gartens, eine Erweiterung des Bad Krozinger Kurparks, eine vierzig Hektar große Naturoase. „Garten“ ist eigentlich ein irreführender Begriff. Denn das Areal, das die Japaner und einige Krozinger Gärtner bearbeitet haben, ist im Grunde ein Gesamtkunstwerk nach alter japanischer Tradition: mit rund einhundert Bäumen und Sträuchern, markanten Fels-Findlingen, einem Bach mit einer kleinen Brücke, einem Teich und gewundenen Wegen, die immer neue Perspektiven auf das gestufte Terrain eröffnen, die an Reisterrassen erinnern. Zum Beispiel auf ein Mauerfragment, das laut Sato eine Burg symbolisiert.

Das Team des Japanischen Gartens: li. Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der „Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen“, vor ihm: Kazuyuki Sato, hinten rechts Helmut Tränkle, dazwischen das japanisch-deutsche Gartenbau-Team.

Das Team des Japanischen Gartens: li. Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der „Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen“, vor ihm: Kazuyuki Sato, hinten rechts Helmut Tränkle, dazwischen das japanisch-deutsche Gartenbau-Team. Foto: Michael Bögle/Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen

Es ist nicht das erste Mal, dass die japanischen Gärtner in Bad Krozingen tätig gewesen sind. So gestaltete Sato schon vor dreißig Jahren den japanischen Garten der Vita-Classica-Therme: Ein Gelände im geschützten Außenbereich, direkt neben einem authentischen japanischen Bad samt Ruhehaus. Heute bietet die Vita-Classica-Therme drei Außenbecken, fünf Innenbecken und vielfältige Wellness-Angebote.

Zur Kirschblüte ist der Kurpark ein Anziehungspunkt.

Foto: Horst Kramer

Als die Verantwortlichen Taketas – mit 21.000 Bewohnern genauso groß wie Bad Krozingen – in den 1980er-Jahren über den Aufbau einer Warmwasser-Wohlfühl-Attraktion nachdachten, reisten sie nach Bad Krozingen, das schon seit 1911 Erfahrungen mit heißem Heilwasser gesammelt hatte. Es wurde der Startschuss zu einer besonderen Freundschaft. Regelmäßige Delegationsbesuche und ein Schüleraustauschprogramm festigen die Beziehungen.

Der Thermenname „Vita Classica“ verweist freilich auf eine gänzlich andere Kultur, auf die sich Bad Krozingen bezieht: Auf die der antiken Römer, die vom ersten bis zum dritten Jahrhundert nach Christus am Oberrhein gelebt hatten. Auf dem Gebiet des heutigen Badenweiler – nur 18 Straßenkilometer entfernt – entstand damals eine riesige Therme, eine der größten im römischen Reich. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Badenweiler zu einem internationalen Kurort. Zusammen mit dem nahen Bad Bellingen bilden Bad Krozingen und Badenweiler das Markgräfler Bäder-Dreieck; eine Region mit sehr mildem Klima und vielen Sonnentagen, die die südbadischen Winzer zum Werbespruch „von der Sonne verwöhnt“ inspirierte. Apropos Wein: Der Kaiserstuhl, berühmt für seine erstklassigen Grauburgunder und Vier-Sterne-Restaurants, ist von Bad Krozingen in zwanzig Autominuten zu erreichen.

Ob Kazuyuki Sato und seine Kollegen ein Auge hatten für die Therme und die Schönheiten des Landstriches mit seinen vielen Weinbergen zwischen den beiden Jura-Gebirgen, wissen wir nicht. Aber es ist anzunehmen, so akribisch wie sich das Trio auf den Besuch vorbereitet hatte. Sato betont: „Man kann zwar vorher einen Plan machen. Doch wenn ich im Ausland arbeite, muss ich die Umgebung kennenlernen, damit mein Garten hineinpasst.“  Der Krozinger Gartenbaumeister Helmut Tränkle und seine Mitarbeiter kümmern sich um die Anlage. Dank eines Stipendiums lebte Tränkle neun Monate in Taketa, lernte Japanisch und arbeitete mit Sato. Das Projekt kostet rund 800.000 Euro, die Hälfte übernimmt das Land Baden-Württemberg.

Horst Kramer

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