Blue Moon, Erdbeermond oder Julmond – der Erdtrabant hat viele Namen, vor allem, wenn er voll ist. Je nach Jahreszeit und Entfernung zur Erde erscheint er riesig oder wie eine Murmel am Himmel: mal fast weiß, mal eher orange oder sogar rosa. Anfang 2025 präsentierte er sich als sogenannter „Eismond“. So nannte man früher den ersten Vollmond des Jahres, und er machte seinem Namen alle Ehre: Um ihn herum zeigte sich ein riesiger „Halo“ – ein strahlend weißer Ring, der durch das Mondlicht und die klirrend kalte Luft in der Atmosphäre entsteht. Glücklich, wer ihn sah, denn schon im mittelalterlichen Europa hielten die Seefahrer nach diesem „Heiligenschein“ Ausschau und meinten, er bringe Glück auf ihren langen Reisen über die Meere. Noch heute glauben manche, wenn sie beim Anblick eines dieser Kreise einen Wunsch äußern, werde dieser in Erfüllung gehen.
Der Mond fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden, er steht im Zentrum unzähliger Gedichte und Lieder durch sämtliche Epochen und Kulturen. Seine Phasen bestimmen die Gezeiten und inspirierten Mythen. Auch auf unser Wohlbefinden und unsere Verhaltensweisen soll er wirken. Doch wie genau soll das gehen? Ist die Macht des Mondes bloßer Aberglaube oder steckt mehr dahinter?
Schon unsere Vorfahren beobachteten den Mond genau und stellten fest, dass er das Wachstum von Pflanzen beeinflussen kann. Demnach fördert der zunehmende Mond aufsteigende Kräfte – also das Wachstum nach oben in Blättern und Blüten. Der abnehmende Mond dagegen stärkt die Wurzeln und fördert das Wachstum unter der Erde. Kurz vor Neumond, am besten in der Saftruhe zwischen November und März, soll geschlagenes Mondholz besonders haltbar und feuerfest sein und nicht von Schimmel und Insekten befallen werden. Auch wenn es Zweifler gibt: Viele uralte Bauernhöfe, Scheunen, und Schutzhütten im Alpenraum, deren Bauholz so gewonnen wurde, beweisen das Gegenteil. Immerhin haben sie sich über Jahrhunderte hinweg sehr gut erhalten, obwohl sie nie mit irgendwelchen Holzschutzchemikalien in Berührung gekommen sind.
Tiere reagieren ebenfalls auf den Mond: Zugvögel wissen durch seinen regelmäßigen Zyklus, in welche Richtung sie fliegen müssen, um ihre Winterquartiere im Süden zu erreichen. Meeresschildkröten legen ihre Eier meist bei Vollmond ab, und das typische Wolfsgeheul ist an Vollmond besonders laut. Viele Haustierbesitzer beobachten außerdem, dass ihre Tiere in Vollmondnächten aktiver sind und weniger schlafen.
Vollmond ist immer eine Schau – ganz besonders als „pink moon“, der uns 2025 wieder am 13. April um 1.22 Uhr erwartet. „Pink“ hat nichts mit der Mondfarbe, sondern mit der pinkfarbenen Flammenblume zu tun, die auch im April blüht.
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Mondphasen und Sport
Genauso kann sich unser Körpergefühl mit den Mondphasen verändern, meint der Mountainbiker Norbert Martini in seinem Blog „Mountainbiken ist mehr“: Der Neumond bedeute Wechsel, Wachstum, Neuanfang – und so kann ein sportlicher Neuanfang, ein neues Trainingsprogramm oder ein Entschluss für eine neue sportliche Variante an diesem Tag besonders wirkungsvoll sein.
Während der Mond langsam zunimmt, sammelt der Körper Energie, Kraft und Nahrung. Was dem Körper an Aufbauendem und Stärkendem zugeführt wird, wirkt jetzt besonders intensiv. Zum Vollmond bekommen viele die sehr starke Energie des Monds zu spüren – Schlafstörungen, wilde Träume und Fantasien sorgen für unruhige Nächte. Deshalb tut alles gut, was Harmonie und Beruhigung bringt – etwa Stretching, autogenes Training und leichtes Ausdauertraining.
Die Phase des abnehmenden Mondes steht dagegen wieder im Zeichen des sich Erleichterns und der Befreiung: Unser Körper ist in Top-Form, die Speicher sind voll, sodass wir uns beim Sport auspowern können.
Ein konkreter Work-out-Plan könnte dann in etwa so aussehen: Bei Neumond sanftes Yoga und Meditation, leichteres Krafttraining, moderates Cardio oder Neues ausprobieren: Tanzen, Pilates oder eine neue Sportart – dies ist der ideale Zeitpunkt für frische Impulse. Bei zunehmendem Mond heißt es, Energie aufbauen und Muskeln stärken – mit schweren Gewichten und intensiven Work-outs. Oder die Ausdauer steigern mit längeren Laufeinheiten, Intervalltraining oder dynamischen Work-outs wie Boxen, Tanzen oder Power-Yoga. Bei Vollmond empfehlen sich Power-Work-outs, Aquafitness oder Schwimmen. Da der Mond Wasser bewegt, empfinden viele Schwimmen als besonders befreiend. Bei abnehmendem Mond sind Reinigung und Regeneration angesagt – mit Yoga und Faszien-Training, langen Spaziergängen in der Natur, Fastenkuren und Ernährungsumstellungen. Anwendende loben, dass „Detox“-Smoothies oder basische Ernährung in dieser Phase besonders wirkungsvoll seien.
Zyklische Beauty-Rituale
Pflege im Einklang mit den Mondphasen kann ebenfalls neue Impulse geben, empfiehlt etwas Daniela Hruschka vom Beauty- und-Lifestyle-Blog „Wienerin“. Sie hat dafür ein paar ganz praktische Tipps für Schönheitsroutinen parat: „Bei Vollmond nimmt der Körper sämtliche Substanzen besonders gut auf – positive wie negative. Achten Sie also zu Vollmond auf eine besonders ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und gönnen Sie sich einmal eine besonders pflegende Gesichtsmaske“, rät sie. Bei abnehmendem Mond seien laut Hruschka „entschlackende“ Pflegeprodukte angesagt. Der Neumond sei schließlich ideal für die Reinigung von Haut und Haar: „Der Neumond bietet für viele Menschen einen idealen Anlass für einen Fastentag, eine Basenkur oder weitere belebende Pflegerituale. Bei zunehmendem Mond kann der Körper dann Wirkstoffe in Cremes, Masken und Kuren besser aufnehmen. Jetzt ist Verwöhnen angesagt – auch in Form von besonders intensiven Seren.“
Wer zusätzlich zu seinen kosmischen Beauty-Ritualen noch mehr Mond will, findet duftende Inspirationen: Parfümeure aus aller Welt haben sich schon mit dem Thema Mond beschäftigt. Ein beliebter Damenduft der Sängerin Christina Aguilera trägt den Namen „Moonlight Bloom“ – und begeistert als fruchtig-süßes Eau de Parfum mit saftiger Pflaume, schwarzer Johannisbeere und mystischer Dahlie, kombiniert mit nachtblühender Narzisse, Jasmin und Rose. Die italienische Duftmarke Accendis verführt Mondfans mit „Luna Dulcius“ mit einer sommerlichen Kopfnote aus Bergamotte, Grapefruit, roten Früchten und Kokosnuss sowie Weißdorn, Pfingstrose und Rose. Mit „Luna Moon“ hat Ramon Molvizar ein aromatisch-holziges Eau de Parfum zu Ehren des Mondes für Männer kreiert: Kardamom, frisches Basilikum und Koriander auf einer Bernstein-Moschus-Basis betont die sanfte Seite des Trägers. Es gibt auch Unisex-Düfte wie etwa das „Moon Fever“: Hier hat die Star-Parfümeurin Aliénor Massenet zahlreiche Zitrusnoten, darunter Zitrone, Mandarine, Bitterorange und Pampelmuse mit Neroli, Muskatellersalbei, Verbena und Tonkabohne zu einer spannenden Mischung verbunden, die an Mondscheinsafaris in Afrika erinnern soll. Das „VIP Moon“ von Emmanuelle Jane interpretiert mit Ananas, Hyazinthe, rosa Pfeffer, Jasmin, Iris, Patschuli, Amber und Vanille das Strahlen des Mondes auf kreative Weise.

Es gibt viele Menschen, die ihren Frisörbesuch nach dem Mondkalender ausrichten. Davon versprechen sie sich beispielsweise einen kräftigeren Haarwuchs oder die bessere Wirkung von Haarprodukten. Foto: Adobe Stock
Frisöre haben bei zunehmendem Mond mehr zu tun, denn mittlerweile glauben viele Menschen daran, dass Haare vor allem dann schnell und gut wieder nachwachsen. Bei Vollmond haben wir intensive Emotionen und ein erhöhtes Energielevel. Das ist die ideale Zeit für verwöhnende Beauty-Rituale, Massagen und luxuriöse Pflege, um Körper und Geist in Balance zu bringen. Bei abnehmendem Mond sollen unter anderem Fastenkuren besonders effektiv sein. Und warum es nicht mal ausprobieren und die Kraft des Mondes mit ganz einfachen Mitteln zu Hause nutzen? Wer daran glaubt, kann sich sein eigenes, positiv aufgeladenes „Mond-Wasser“ herstellen: Dafür eine Karaffe (Leitungs-)Wasser über Nacht ins Vollmond-Licht stellen und am nächsten Morgen für frische Energie trinken. Ein schönes Ritual ist es allemal.
Barbara Brubacher
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