Erholungsreisen und Entspannungsurlaub sind laut einer aktuellen Statista-Umfrage neben Bade- oder Strandurlaub bei deutschen Urlaubern am beliebtesten. Themen wie Abschalten und Ruhe, der Aufenthalt in der Natur und den Alltag hinter sich zu lassen werden dabei als besonders wichtige genannt.
Genau an diese Zielgruppe mit ihrem Wunsch nach Urlaub mit Naturerlebnissen, Entschleunigung und Entspannung wendet sich die 5000-Einwohner-Gemeinde Algund bei Meran. Während andere Tourismusregionen auf laute Events mit der entsprechenden Werbung setzen, vermarktet das kleine Gartendorf in Südtirol bewusst Ruhe, Ursprünglichkeit und Gesundheit. In der Gemeinde mit dem mediterran-alpinen Klima gibt es perfekte Rückzugsorte und die dazu passenden Programme für Aktivurlauber, Familien und Genießer.
In der Region Algund gibt es 50 Kneippstationen – eine schöner als die andere.
Foto: Benjamin Pfitscher
Die sieben Algunder Ortsteile setzen auf stillere, intimere Erlebnismöglichkeiten in der Natur. Dazu gehören Spaziergänge mit Achtsamkeitsübungen, Wassergüssen und Kneipp-Anwendungen wie Armbädern oder Wassertreten. Das Projekt „Gesund in Algund“ umfasst mittlerweile ganze 50 Kneipp-Stationen, darunter ein fünf Meter langes Tretbecken, das am Beginn des beliebten Algunder Waalweges eine wohltuende Erfrischung bietet. Der anschließende Barfußpfad mit wechselnden Naturmaterialien regt die Durchblutung an und schärft die Wahrnehmung, vier gemütliche Holzliegen verführen zu einer kleinen Pause. Kneippen kann man in Algund auch im Wald. 20 Minuten östlich der Bergstation der Seilbahn Aschbach lockt eine im ruhigen Bergwald gelegene Kneipp-Station mit einem Wasserrinnsal zu einer bewussten Auszeit in der Natur.
Von gemütlich bis sportlich: für alle Typen die richtige Route
Von gemütlichen Spaziergängen zwischen Apfelwiesen oder Weinhängen bis hin zu anspruchsvollen Gipfeltouren zur Rötelspitze oder entlang des Meraner Höhenwegs mit seinen atemberaubenden Panoramablicken bietet das Wandergebiet rund um Algund Erlebnisse auf allen Höhenlagen. Ob Spaziergänger, Erholungssuchende oder ambitionierte Bergsteiger: Auf 160 Kilometern Wanderwegen auf 300 bis fast 3000 Metern findet jeder seine ganz persönliche Lieblingsroute. Der ruhige Algunder Walderlebnispfad durch den dichten Wald des Ortsteils Aschbach mit seinen interaktiven Stationen ist ideal für eine Wanderung mit der ganzen Familie. Wer morgens oder spätnachmittags, wenn es besonders still ist, barfuß über das Moos läuft, kann die Natur hautnah und mit allen Sinnen spüren. Wandertouren, die sich zu jeder Jahreszeit in Algund eignen, führen etwa über den Kieneggersteig und den Saxnersteig oder von der Sennerei Algund zum Schlundenstein, einem großen Eiszeitfelsen, der eine traumhafte Gelegenheit zum Bouldern bietet.
Die Schwebebahn Aschbach ist eine moderne Kabinenseilbahn in Rabland bei Meran. Ihre Talstation ist ganz in der Nähe der Zughaltestelle Rabland der Vinschgerbahn und optimal erreichbar.
Foto: Tourismusverein Algund/Frieder Blickle
Auf dem fast eben verlaufenden Algunder Waalweg liegt der Fokus ganz eindeutig nicht auf Be-, sondern auf Entschleunigung. Er führt vorbei an Weinbergen, Apfelwiesen und lichten Mischwäldern und ist ideal für Genusswanderer, Familien und alle, die die Natur ganz entspannt erleben möchten. Immer wieder öffnen sich hier neue Blickwinkel auf das Gartendorf Algund, die Kurstadt Meran und die umliegenden Berge. Die Südtiroler Waalwege gehen auf historische Bewässerungsmethoden der Felder zurück. Über kleine Kanäle oder Waale leitete man Schmelz- und Quellwasser aus den Bergen bis in die Obst- und Weingärten. Entlang dieser Kanäle führten Wege, auf denen die Waaler das Wasser kontrollierten und den Fluss regulierten. Heute sind diese alten Pfade gepflegte Wanderwege, die Tradition und Natur auf besondere Weise verbinden.
Wie heilsam die Kombination aus Natur, Bewegung und Klima in Algund sein kann, verdeutlicht eine Studie, die von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Meran durchgeführt wurde. In einem achttägigen Gesundheitsurlaub wurden 120 Teilnehmer mit erhöhtem Body Mass Index und bewegungsarmem Lebensstil in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine nahm täglich an geführten Wanderungen teil, die andere absolvierte Natur-Coachings im Wald. Beide Gruppen verzeichneten nach einer Woche deutliche gesundheitliche Verbesserungen im physischen, psychischen und emotionalen Bereich. „Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass Algund weit mehr ist als ein Urlaubsort“, sagt Michael Schwellensattl, Präsident des Tourismusvereins Algund. „Unser einzigartiges Mikroklima, die Nähe zu Wald und Bergen und die vielen naturnahen Angebote machen Algund zu einem Kraftplatz für die Gesundheit.“

Frühjahr, aber auch Herbst – dann vor allem Oktober und November – sind ideale Zeiträume für entspannte Wanderungen am Algunder Waalweg. Foto: Hannes Niederkofler
Unzählige Touren und Trails aller Schwierigkeitsgrade machen das Südtiroler Dorf zum perfekten Ausgangspunkt für sportliche Aktivitäten auf zwei Rädern. Hier ist für alle etwas dabei, ob actionhungrige Mountainbiker, relaxte Gelegenheits- oder ehrgeizige Rennradler. Wer sein eigenes Equipment nicht mitnehmen möchte oder kann, erhält in den Algunder Radhotels Leihfahrräder und auch Zubehör. Der Algunder Veranstalter Bike&Hike beispielsweise stellt Mountainbikes, City- und Trekkingräder, Rennräder oder E-Bikes inklusive Helmen und Zubehör zur Verfügung und bietet geführte Touren an. Wenn es etwas mehr Adrenalin sein darf, dann lockt die Natur rund um Algund mit Plätzen zum Bouldern oder Klettern, oder mit Rafting und Canyoning auf der Etsch. Ganz Mutige sammeln beim Gleitschirmflug im Tandem einzigartige und unvergessliche Eindrücke.
Und für alle, die zwischendurch eine Auszeit von der Auszeit möchten: Von der grünen Ruheoase Algund gelangt man zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Bus in den nur zwei Kilometer entfernten Kurort Meran mit all seinen Shopping- und Kulturmöglichkeiten.
Margrit Amelunxen
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