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Wellness

Sanfter Sport, heiße Quellen

Foto: Kurverwaltung Bad Füssing

Im Thermenland kann man mit den Elementen auf ganz besondere Weise in Verbindung treten

Es dampft, sprudelt und plätschert im südlichen Niederbayern: Hier finden sich heiße Quellen in einer Dichte wie sonst kaum in Europa. Das Bayerische Thermenland zählt deshalb zu den bedeutendsten Gesundheits- und Erholungsregionen mit 20.000 Quadratmetern Wasserfläche und mehr als 50 unterschiedlichen Saunen. Die Bezeichnung „Thermenland“ trägt die Region, da ganz nah beieinander gleich fünf renommierte Thermalorte liegen: Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach, Bad Gögging und Bad Abbach. Das warme Wasser aus großer Tiefe zieht seit Jahrzehnten, teils sogar seit Jahrhunderten, Menschen auf der Suche nach Gesundheit und Erholung an. Im Bäderquintett ist Bad Gögging das „älteste“ Kurbad und hat eine lange Vorgeschichte. Die Thermalquellen in Füssing, Griesbach und Birnbach wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren erschlossen, die Abbacher Therme in den 1990er-Jahren gebaut.

Doch das Bayerische Thermenland ist nicht nur ein Ziel für Wellnessfreunde, sondern auch eine vielseitige Freizeitregion für Aktivurlauber, Kulturliebhaber und Genießer. Historische Städte wie Landshut, Passau oder Straubing laden mit prächtigen Altstädten, Kirchen und Gasthäusern zum Entdecken ein. Die Burg Trausnitz über Landshut, der Stephansdom in Passau oder der spätgotische Stadtturm von Straubing setzen kulturelle Highlights. Die urigen Rottaler Bauernmärkte oder das Karpfhamer Fest (drittgrößtes Volksfest in Bayern) sind lohnenswerte Abstecher. Auch das schöne Regensburg im Regierungsbezirk Oberpfalz bietet sich für einen Ausflug an.

Himmlisch radfahren

Wanderer und Radfahrer finden in der sanften Landschaft ideale Bedingungen. Unter dem Motto „Himmlisch radfahren“ verbindet die 244 Kilometer lange Niederbayerntour Flussauen, Barockkirchen, Biergärten und Thermalorte zu einer genussvollen Rundreise. Die Strecke eignet sich gleichermaßen für E-Biker, sportliche Fahrer und Familien. Ergänzt wird das Angebot durch ein dichtes Netz an Wanderwegen in malerischer Landschaft, etwa den Landshuter Höhenwanderweg mit einer Hauptstrecke von fünfzig Kilometern und verschiedenen kürzeren Rundwegen. Auch Golffreunde kommen auf ihre Kosten: Rund 40 abwechslungsreiche Anlagen für alle Spielklassen, darunter Deutschlands erster Feng-Shui-Golfplatz, machen die Region zu einem der führenden Golfparadiese des Landes.

Baden und wohlfühlen in der Rottal Terme im ländlichen Bad Birnbach – im Frühling eingebettet in saftiges Grün inmitten der wunderbaren Landschaft.

Foto: Kurverwaltung Bad Birnbach

Bad Birnbach – das ländliche Bad
Bad Birnbach feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Vor 50 Jahren wurde die Rottal Terme (italienisch geschrieben, ohne „h“) eröffnet, nachdem 1973 erstmals das heiße Thermalwasser aus 1600 Metern Tiefe erbohrt wurde. Was heute Kurgebiet ist, waren früher alles Wiesen vor der Marktgemeinde mit knapp 6000 Einwohnern. Ganz bewusst trägt Bad Birnbach das Prädikat „ländlich“: Der Ort will seinen ruhigen, authentischen Charakter bewahren, Bettenburgen und Betontürme sucht man hier vergebens. Zum Wellnessangebot: Über 30 Thermalbecken mit Temperaturen zwischen 24 und 40 Grad, weitläufige Außenanlagen und eine der größten Saunalandschaften Deutschlands bieten die besten Voraussetzungen für Regeneration. Das als Premium-Saunawelt ausgezeichnete „Vitarium“ begeistert mit außergewöhnlichen Saunen: etwa die Dampfpyramide vor dem Thermensee, eine Kristallsauna, eine rustikale Lehmsauna und die Polaris-Sauna mit Nordlichter-Inszenierung. Das 50-jährige Jubiläum ist Anlass für Bad Birnbach, seinen Gästen neue Freizeitangebote zu präsentieren, darunter ein neues Wanderkonzept und eigens entwickelte Yoga-Wege. Vom 23. bis 26. Juli 2026 wird außerdem mit einem großen Sommerfest gefeiert.

Abendstimmung in der Limes-Therme Bad Gögging.

Abendstimmung in der Limes-Therme Bad Gögging. Foto: Tourismusverband Ostbayern/Gerhard Illig

Bad Gögging – das römische Bad

Bad Gögging gilt als ältester Kurort des Thermenlands. Schon die Römer errichteten hier eine der größten Thermen nördlich der Alpen. Im heilsamen Wasser badeten sie ihre von der germanischen Kälte ausgekühlten Körper und die von den langen Fußmärschen strapazierten Gelenke. Heute knüpft die Limes-Therme an die römische Badekultur an. Die Römer-Sauna bietet Besuchern auf 1500 Quadratmetern Badekultur antikes Badegefühl mit moderner Wellness und befindet sich in einem originalgetreuen Nachbau eines Limes-Wachturms mit Badehaus. Badefreuden kann man in zehn Innen- und Außenbecken mit Temperaturen zwischen 28 und 36 Grad genießen.

Im Strömungskreisel der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach planschen große und kleine Besucher gerne. Foto: Tourismusverband Ostbayern/Gerhard Illig

Im Strömungskreisel der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach planschen große und kleine Besucher gerne. Foto: Tourismusverband Ostbayern/Gerhard Illig

Bad Griesbach – die Wohlfühl-Therme

„Wohlfühl-Therme“ hat Griesbach seine Badeanlagen getauft und das ist sicherlich berechtigt. Das Wasser speist sich aus der 1500 Meter tiefen Nikolausquelle. Das fluoridhaltige Thermalwasser entfaltet seine Wirkung in 16 Becken unterschiedlicher Temperatur. Orientalisches Flair bietet das original türkische Hamam, ein weiteres Highlight ist die Totes-Meer-Salzgrotte mit heilklimatischer Luft.

Wohltuend und entspannend wirkt das schwefelhaltige Thermalwasser im Grottenbad der Bad Füssinger Therme Eins Foto: Tourismusverband Ostbayern/Thomas Linkel

Wohltuend und entspannend wirkt das schwefelhaltige Thermalwasser im Grottenbad der Bad Füssinger Therme Eins. Foto: Tourismusverband Ostbayern/Thomas Linkel

Bad Füssing – das Weltbad

Bad Füssings Erfolgsgeschichte begann so: Als 1938 in der Pockinger Heide nach Erdöl gebohrt wurde, fand man stattdessen beim Weiler Füssing (sechs Bauernhöfe und gerade mal 38 Einwohner) heißes Thermalwasser. Wegen des benachbarten böhmischen Bäderdreiecks war die Erschließung zunächst uninteressant. Sie erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Eiserne Vorhang Tschechien von Westeuropa trennte. 1969 wurde Füssing der Titel „Bad“ verliehen. Heute ist Bad Füssing der beliebteste Kurort Europas. Es gibt gleich drei große Thermen: Therme Eins (Ursprungstherme), Europa Therme und Johannesbad. Ob Saunahof im historischen Vierseit-Bauernhof, Osmanischer Badetempel oder sprudelnde Wasserfälle: Bad Füssing bietet Thermenvielfalt in beeindruckender Dimension und versorgt sogar zahlreiche Hotels direkt mit Thermalwasser.

Als „Aquarelaxing-Wohlfühloase der Extraklasse“ wird die Kaiser-Therme in Bad Abbach auf ihrer Homepage beschrieben. Foto: Kurverwaltung Bad Abbach

Als „Aquarelaxing-Wohlfühloase der Extraklasse“ wird die Kaiser-Therme in Bad Abbach auf ihrer Homepage beschrieben. Foto: Kurverwaltung Bad Abbach

Bad Abbach – das Kaiserbad

Auf Karl V., der 1532 zur Kur in Abbach weilte, geht der Name „Kaiser-Therme“ zurück, die 1993 eröffnet wurde. Sie verbindet Wellnessvergnügen mit Gesundheitsvorsorge: Badehalle, verschiedene Becken, Strömungskanal, großzügige Saunalandschaft mit mehreren Saunen, Dampfbad, Whirlpool und Solarien. Aktuell wird für die finanziell in Schieflage geratene Therme ein neuer Eigentümer gesucht, der Betrieb läuft jedoch weiter.

Susanne Hauck

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