Der letzte Teil des Weltraum-Epos von George Lucas zeigt, wie digitale Kino-Technik der Zukunft aussehen könnte
Sssssst! Anakin Skywalker und Obi-Wan kreuzen die Laserschwerter, dass es nur so bitzelt. Der böse und der gute Jedi-Ritter kämpfen in "Star Wars Episode III: Die Rache der Sith" mit vollem Einsatz von Strom, Mut und Macht um nichts weniger als die Vorherrschaft im Universum. Das Duell entscheidet über die Zukunft der Galaxie.
Harte Jungs - und auch noch voll digital: Obiwan Kenobi und der zukünftige Darth Vader. (© Foto: AP)
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Aber auch um die Zukunft des Kinos wird bei "Star Wars: Episode III" gekämpft. Der von den Star-Wars-Fans seit Monaten herbeigesehnte Film, der morgen weltweit in den Kinos anläuft, ist eine Demonstration futuristischer Kinotechnik.
"Die Rache der Sith" ist der erste komplett digitale Film. Er wurde digital gedreht, digital geschnitten, digital nachbearbeitet, digital vertont und digital gespeichert. Ausgewählte Kinos, die bereits über die entsprechende Technik verfügen, empfangen den Film über Satellit, speichern ihn auf einem Server und führen ihn digital vor. Filmrollen sind nicht mehr nötig.
George Lucas, der Schöpfer des Star-Wars-Kosmos, verfolgt mit dem vorerst letzten Teil der Weltraum-Saga ähnlich universale Ziele wie die Jedi-Ritter mit ihrer Mission. Er möchte die veraltete analoge Filmtechnik am liebsten ganz abschaffen.
Der Technik-Freak sieht nicht ein, dass moderne Science-Fiction-Filme wie "Star Wars" mit einem Verfahren produziert werden, das im Prinzip älter als 100 Jahre ist. Die meisten Kinofilme werden nämlich noch auf 35-Millimeter-Film gedreht und basieren auf der Fotochemie des späten 19. Jahrhunderts sowie auf Aufnahme- und Abspielgeräten des frühen 20. Jahrhunderts.
Kampf dem Zelluloid
Kinofilme, die für ihre digitalen Spezial-Effekte berühmt wurden, sind lediglich Kombinationen von traditionellen und modernen Techniken. Die aufwendigen Computertricks von "Jurassic Parc" oder "Independence Day" etwa wurden in der Postproduktion Bild für Bild am Computer erstellt und mit herkömmlich gedrehtem Filmmaterial kombiniert.
Auch für "Episode III" wurden Landschaften in Australien, Italien und Tunesien aufgenommen, Gebäude und Fahrzeuge später vom Computer hineingerechnet. Die Schauspieler standen in Sydney vor einem blauen Hintergrund und wurden per Mausklick in künstlich erzeugte oder echte Kulissen eingefügt. Trotzdem sprechen immer noch manche Filmkritiker von "Streifen", wenn sie das Kunstwerk beurteilen, das der Regisseur auf "Zelluloid gebannt" habe.
Schöne neue Kinowelt
Mit der Digitaltechnik müssten diese Begriffe der Vergangenheit angehören. Außerdem brächte die Digitalisierung dem Kino eine Reihe von technischen Vorteilen. Die mechanische Abnutzung von Filmen wäre nicht mehr möglich. Keine Risse, keine Kratzer würden den Kinogenuss trüben (dafür vielleicht ein abgestürzter Computer).
Filmrollen müssten nicht mehr kopiert, gelagert und verschickt werden. Sie würden kostengünstig als Datenpaket per Satellit oder Breitbandkabel zum Lichtspielhaus gesendet. Würden alle Filme als Dateien per Internet-Verbindung, Satellit oder DVD verteilt, ließen sich rund 90 Prozent der Logistikkosten einsparen, rechnet die Digital Cinema Initiative (DCI) vor, in der sich die großen Hollywood-Studios zusammengeschlossen haben.
Kopierkosten von vier bis fünf Milliarden Dollar ließen sich jährlich einsparen. Und jeder Film wäre innerhalb kürzester Zeit verfügbar - die beste Voraussetzung für ein abwechslungsreiches, hoch spezialisiertes Programm.
Deutsche Spitzentechnik
Bis es soweit ist, muss die digitale Produktionstechnik allerdings noch perfektioniert werden. Für "Star Wars: Episode III" betrieb George Lucas großen Aufwand, um die Digitaltechnik voranzutreiben. Er ließ von Sony Kameraprototypen anfertigen, die mit Hilfe von CCD-Chips (ähnlich denen im Heim-Camcorder) Bilder in elektrische Signale zerlegen.
Doch spielt im Kino der Zukunft auch deutsche Spitzentechnologie eine Hauptrolle.
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