Zerstörtes Atomkraftwerk Fukushima-1 Tepco will verstrahltes Wasser in den Pazifik leiten

Aus Platzmangel soll aus dem AKW Fukushima-Daiichi im Frühjahr wieder verstrahltes Wasser ins Meer fließen. Experten laufen Sturm.

Der japanische Energie-Konzern Tepco will im Frühjahr kontaminiertes Wasser aus seinem havarierten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer leiten. Begründet wird dies mit einem drohenden Mangel an Tankkapazitäten für verseuchtes Wasser in der Atomruine.

Weil ständig Grundwasser in die Anlage fließe, müssten jeden Tag 200 bis 500 Tonnen Wasser aufgefangen und gelagert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die vorhandenen Tanks hätten aber nur eine Kapazität von 160.000 Tonnen. Im März könnten sie voll sein. "Wir würden die Zahl der Tanks gerne erhöhen, aber es ist schwierig das unendlich weiter zu tun", sagte Tepco-Sprecher Junichi Matsumoto.

Fischereiverbände kritisieren das Vorhaben. Tepco teilte mit, die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt würden noch untersucht und man werde, wenn nötig, das Wasser mit der geringsten Belastung ins Meer pumpen.

Am Wochenende war aus einer Anlage zur Entsalzung verstrahlten Meerwassers zur Reaktorkühlung etwa 150 Liter strontiumhaltiges Wasser in den Pazifik geflossen. Strontium kann zu Knochenkrebs und Leukämie führen. Bereits im April wurden zehntausende Tonnen leicht verstrahltes Wasser abgelassen, um Platz für stärker kontaminiertes Wasser zu schaffe. Dieser Schritt wurde von Anrainerstaaten wie China und Südkorea scharf kritisiert.