Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schlägt Alarm: Die Auswirkungen der Erderwärmung kommen Deutschland teuer zu stehen. Äußerst teuer. Die Zeit drängt.
Der Klimawandel ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin allenfalls noch abzumildern.
Der ausgetrocknete Rhein 2003. Aufgrund des Klimawandels wird es vermutlich häufiger zu solchen Ereignissen kommen. (© Foto: dpa)
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In Deutschland werde er riesige Kosten verursachen.
Steige die globale Oberflächentemperatur bis 2100 um bis zu 4,5 Grad Celsius über den Stand zur vorindustriellen Zeit, entstehen in Deutschland bis zum Jahr 2050 Kosten von 800 Milliarden Euro. Das erklärte die DIW-Umweltexpertin Claudia Kemfert von der Humboldt-Universität.
Berücksichtigt seien in den Kosten Klimaschäden - etwa durch Hochwasser, Dürreperioden, Waldbrände und schwere Stürme -, die allein 330 Milliarden Euro kosten werden, sowie erhöhte Energiekosten und Schutzmaßnahmen wie der Bau von Deichen oder Schutzmauern.
Nach dem Berechnungen der Umweltökonomin könnte der Klimawandel in den kommenden 50 Jahren durchschnittlich zu gesamtwirtschaftlichen Wachstumseinbußen von 0,5 Prozentpunkten pro Jahr führen.
"Sollte keine nennenswerte Intensivierung des Klimaschutzes erreicht werden, können sich die durch den Klimawandel insgesamt verursachten Kosten bis zum Jahr 2100 auf fast 3000 Milliarden Euro belaufen", heißt es in dem DIW-Bericht.
Aber auch bei einem Abbau der Treibhausgase seien Wachstumsverluste zu erwarten, sagte Kemfert.
Von einer Erderwärmung um zwei Grad, wie sie die Wissenschaft bis 2100 als Obergrenze zur Beherrschung des Klimawandels ansehe, sei kaum noch auszugehen.
Auch die EU-Beschlüsse zur Senkung des CO2- Ausstoßes um 20 Prozent bis 2020 sowie zu Erneuerbarer Energien und zur Energie-Effizienz "werden den Klimawandel nicht aufhalten".
Schließlich müssen die Entwicklungen in Ländern wie China, Indien und den USA berücksichtigt werden, in denen der Energieverbrauch in absehbarer Zeit kaum sinken, sondern sogar eher steigen dürfte.
(sueddeutsche.de/dpa)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Also 800 Milliarden soll's uns kosten -- nun, das sind gerade mal 10.000 Euro für jeden der rund 80 Millionen Deutschen. Nun trifft es sich aber, dass China alle 4 Wochen so viele Kinder produziert wie die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik, nämlich runde 80 Millionen, und das zusätzlich zu den bereits vorhandenen 1300 Millionen Chinesen und wesentlich größerer Umweltverschmutzung als in Deutschland. Wer soll das bezahlen?
Die Zahlen sind sehr, sehr beeindruckend. Einfach gigantisch. Fast wie die Milliadärs-Hitparade.
Der Versicherungswirtschaft wäre vorab zu gratulieren zu den grossartigen Abschlüssen.
geringerer saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit
2. weniger Autounfälle, geringere Straßeninstandhaltungskosten
3. geringere Heizkosten für alle
(letzeres war zumindest in den USA ein Argument für eine bessere Wirtschaftsentwicklung als erwartet, da weniger Kaufkraft entzogen wurde)
Wo sind diese Effekte in der Studie?
4. Schwächere Grippewelle als sonst im Winter üblich
Warum ein wärmeres Klima zu Erneeinbußen und damit teureren Nahrungsmitteln führen soll ist auch eher unklar. Der Effekt einer längeren Wachstumsperiode kann den Effekt von etwaigen längeren Trockenperioden oder überschwemmungen durchaus überkompensieren.
Das gerade Deutsche latente Bedrohungen besonders wahrnehmen ist richtig - oder was heißt "Weltschmerz" auf Englisch?
Die Geldargumentation ist faszinierend. Sie impliziert eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Wenn wir nur genug Geld auf die Seite legen, wird es schon werden. Und falls es arg wird, kann man sich ja auch eine neue Erde kaufen. Geld ist vorhanden.
Der Klimawandel kostet also die naechsten 43 Jahre knapp 250 Euro pro Buerger und Jahr. So billig soll der Klimawandel sein? Das ist kaum zu glauben, das ist etwa 1/500 des Pro Kopf erzielten Brutto-Inlandsprodukts!
Da sind offensichtlich einige Posten vergessen worden: Umschulungen, weil klassische Beruf in einer "klimagewandelten Welt" wegfallen. Neue Krankheiten und alte, die sich verstaerken. Psychische Effekte durch die latente Bedrohung durch eine "finale Katastrophe" usw. Teurere Preise fuer Nahrungsmittel -- wohl auch vergessen. Praeventive Baumassnahmen zur Absicherung gegen Wind und Starkniederschlaege? Wohl auch nicht drin.
Nun, vielleicht offenbart der vollstaendige Report auch mir weitere Erkenntnisse und laesst meine Kritik verstummen.
Wenn der Klimawandel uns so billig zu stehen kommt, wird es wohl kaum einen Grund geben, ihn abzuwenden ... leider.