Vor allem durch die Nutzung der Windkraft auf dem Meer können in Zukunft große Mengen Strom umweltfreundlich erzeugt werden
Stromverbrauchs der EU könnte durch Windkraft erzeugt werden, so die optimistische Prognose einer EU-Studie zum Thema Windenergie. Dänemark plant, schon in 30 Jahren die Hälfte seines Strombedarfs durch Windenergie zu decken. Die Bundesrepublik will in 50 Jahren soweit sein. Ab 2010 soll der Anteil der erneuerbaren Energien pro Dekade um zehn Prozent steigen.
Die grüne Zukunft? (© )
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Staatliche Steuerung
Das Vorhaben wird jedoch nur mit deutlichen staatlichen Steuerungsinstrumenten zu bewältigen sein. Denn in dichtbesiedelten Länder wie Deutschland können große Anlagen zur umweltfreundlichen Energiegewinnung oft nur gegen massive Widerstände von Anwphnern und Naturschützern errichtet werden. In bevölkerungsärmeren Ländern wie Schweden oder Finnland sind geeignete Flächen zum Bau von Windkraftanlagen wesentlich einfacher zu finden.
Weltweit gesehen ist es jedoch schwierig, den Anteil der umweltfreundlichen Energien wesentlich zu steigern. Zwar soll immer mehr Strom durch Wasser, Sonne oder Wind erzeugt werden, doch soll auch der Energieverbrauch weiter ansteigen. Auf absehbare Zeit wird der Anteil an der Stromerzeugung auf dem Niveau von heute - immerhin 20 Prozent - stagnieren.
Offshore - die große Chance
Ein riesiges Potenzial an Windenergie braust vor deutschen Küsten: Theoretisch könnte fast die Hälfte des Stromverbrauchs der Republik durch sogenannte Offshore-Anlagen gedeckt werden. Diese Anlagen werden im Meer gebaut, nahe an den Küsten, damit die Kosten für Bau und Stromübertragung nicht ins Unermessliche steigen.
Die Vorteile der Offshore-Anlagen liegen auf der Hand: Keine Anwohner beschweren sich über rauschende Rotoren, kein Fremdenverkehrsamt wittert eine verschandelte Landschaft.
Die Anlagen können deshalb wesentlich größer dimensioniert werden. Außerdem treten auf dem freien Meer allgemein weniger Windturbulenzen auf als auf dem Land. Dies erhöht die Lebensdauer der Anlagen.
Ab 2005 auch vor deutschen Küsten
Erste Anlagen existieren bereits: Im Ijsselmeer in Holland sowie vor der dänischen Ostseeinsel Tuno Knob drehen sich die Rotoren im Wasser.
In Deutschland werden noch einige Jahre vergehen, bis der erste Offshore-Park in Betrieb genommen wird. Fachleute rechnen damit ab 2005. Derzeit liegen den zuständigen Behörden mehrere Anträge für den Bau riesiger Projekte vor den deutschen Küsten vor.
Werden die Vorhaben verwirklicht, werden einmal Tausende Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee drehen. Die Pläne sehen Anlagen mit einer Fläche von bis zu 100 Quadratkilometern vor.
Kompliziertes Genehmigungsverfahren
Problematisch ist das bisher komplizierte Genehmigungsverfahren. Innerhalb einer Zwölf-Meilen-Zone sind Raumordungsverfahren obligatorisch, verschiedene Ministerien sind zur für Genehmigung zuständig. Seewärts der Zwölf-Meilen-Zone ist das Bundesamt für Schiffahrt zuständig. Berücksichtigt werden müssen dann nicht nur die Flugrouten von Seevögeln, sondern auch Schifffahrtsrouten.
Der Windkraftexperte Christian Nath vom Germanischen Lloyd in Hamburg schätzt, dass wegen den zahlreichen Beschränkungen nur zwischen fünf und zehn Prozent des technischen Potenzials tatsächlich umgesetzt werden können.
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