WHO 20 Prozent weniger Tote durch Malaria

Seit 2000 ist die Zahl der Malaria-Opfer weltweit deutlich gesunken. Dennoch bleibt Malaria eine der tödlichsten Krankheiten der Welt - obwohl im Jahr 2011 eigentlich kein Mensch mehr an der Krankheit sterben dürfte. Schließlich gibt es inzwischen effiziente Eingriffsmöglichkeiten.

Von Sebastian Herrmann

Die Zahl der Malariatoten ist im vergangenen Jahrzehnt um etwa 20 Prozent gesunken. Dennoch bleibt Malaria eine der tödlichsten Krankheiten der Welt: 2009 starben 781.000 Menschen an ihr. Im Jahr 2000 waren es noch 985.000 Tote gewesen.

Die Zahl der Infektionen ist in der gleichen Zeit um acht Millionen zurückgegangen: 2009 waren 225 Millionen Menschen mit Plasmodium-Parasiten infiziert, im Jahr 2000 waren es hingegen noch 233 Millionen. Das geht aus dem World Malaria Report 2010 hervor, den die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag bei einer Tagung in Seattle vorgestellt hat.

"Wir haben bemerkenswerte Fortschritte gemacht", sagte Robert Newman. Zugleich mahnte der Direktor des Anti-Malaria-Programms der WHO, dass im Jahr 2011 eigentlich kein Mensch mehr an der Krankheit sterben dürfte, "wo es doch so effiziente Eingriffsmöglichkeiten gibt".

Doch die Mehrheit der Menschen, die in von Malaria betroffenen Gegenden leben, hat keinen oder kaum Zugang zur nötigen medizinischen Versorgung. Am schlimmsten sind noch immer die Länder in Afrika südlich der Sahara betroffen. 85 Prozent der Malariaopfer stammen aus dieser Region.

Die meisten Todesfälle durch die Krankheit gibt es bei Kindern, die jünger als fünf Jahre sind.Viele Erwachsene in durchseuchten Gebieten entwickelten hingegen teilweise Resistenzen gegen die Krankheit, berichtet die WHO. Da jedoch auch die von Anopheles-Mücken übertragenen Erreger Resistenzen gegen Malariamedikamente entwickeln, könnte es in Zukunft noch schwerer werden, die Krankheit zu besiegen.

Laut dem World Malaria Report 2010 ist die Krankheit weltweit noch in 108 Ländern endemisch. Seit 2007 ist es in Marokko, Turkmenistan und Armenien gelungen, die Malaria zu besiegen. Bis 2015 könnte es bis zu einem Drittel der betroffenen Länder gelingen, ebenfalls frei von Malaria zu werden.

Besonders effektiv im Kampf gegen die Krankheit haben sich zum Beispiel Moskitonetze erwiesen, die mit Insektiziden behandelt worden sind. Die Netze für Betten sind günstig, und da die Anopheles-Mücken vor allem nachts stechen, senken sie das Infektionsrisiko für Menschen in gefährdeten Gebieten erheblich. Auch der Einsatz von Insektengift in Wohnhäusern habe gute Ergebnisse gebracht, berichtet die WHO.