Dürre in Deutschland, Dauerregen in den USA: Sind das Anzeichen des Klimawandels? Fest steht: Auf lange Sicht kommt der Wasserhaushalt der Welt gründlich durcheinander. Erste Veränderungen sind bereits zu erkennen.
Weil das griechische Alphabet mit Omega aufhört, ist der Buchstabe zum Symbol für das Ende geworden. Für Deutschland könnte das Omega ein Ende der Sorglosigkeit über die möglichen Folgen des Klimawandels bedeuten.
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Über dem Land liegt zurzeit eine Omega-Wetterlage, ein stabiles Hoch, umgeben von einem Ring aus Tiefs. So erklärt Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst den April mit seinen Sommertemperaturen und dem Regenmangel. Die Waldbrandgefahr steigt, Bauern fürchten um ihre Ernte, Schiffe auf dem Rhein müssen wegen Niedrigwassers ihre Frachtmengen reduzieren.
Auch wenn kein Meteorologe belegen kann, dass ein singuläres Wetterereignis direkt durch den globalen Klimawandel ausgelöst wird, ist doch unter Forschern unbestritten: "Wasser wird auf der ganzen Welt zu einem großen Problem", sagt Fuchs. Das bestätigen die jüngst veröffentlichten Berichte des Weltklimarats IPCC. Feuchte Gebiete in höheren Breiten (zum Beispiel Skandinavien) werden demnach noch feuchter, trockene Regionen näher am Äquator (wie der Mittelmeerraum) trockener.
Zudem verlagert sich die Niederschlagsmenge vom Sommer in den Winter, und statt Schnee fällt dann Regen. Der läuft sofort ab, im Frühjahr bleibt die Schneeschmelze aus. Wenn dann, wie jetzt, eine Omega-Wetterlage hinzukommt, wird das Wasser knapp.
Veränderung bereits erkennbar
In der Tendenz ist die Veränderung bereits zu erkennen. Der Deutsche Wetterdienst wertet zusammen mit Bayern und Baden-Württemberg die Wasserverhältnisse in den Bundesländern aus. Bei dem "Kliwa" genannten Projekt zeigt sich, dass zwischen 1931 und 1997 die Niederschläge im Sommer zurückgegangen und im Winter angestiegen sind. Im Sommer gibt es mehr trockene Tage, im Winter häufiger starke Niederschläge.
Die Gesamtmenge an Regen hat sich dagegen kaum verändert. Diese Entwicklung könnte sich in diesem Jahrhundert verstärken. Eine Simulation im Auftrag des Umweltbundesamts sagt dem Nordosten und dem Südwesten Deutschlands für die Jahre 2071 bis 2100 ein Drittel weniger Sommerregen voraus als im Zeitraum der 110 Jahre zuvor.
Für das Trinkwasser in Deutschland dürfte der Klimawandel dennoch eher milde Folgen haben: Das Land ist wasserreich und nutzt nur etwa ein Viertel der sich erneuernden Vorräte an Grund- und Oberflächenwasser. Probleme macht eher das Hochwasser. "Aber auch in Deutschland beeinträchtigt der Klimawandel die Funktion und den Betrieb der Wasser-Infrastruktur", warnt Petra Döll von der Universität Frankfurt/Main. Mehr Regen könnte zum Beispiel höhere Grundwasserpegel bedeuten, die verlegte Leitungen gefährden.
Bisher hätten die Wassermanager auf konstante Verhältnisse gesetzt, erst allmählich setze ein Umdenken ein. "Deutschland kann die negativen Wirkungen des Klimawandels auf seinen Wasserhaushalt begrenzen, wenn es die Belastungen des Vorrats minimiert, also weniger Wasser verbraucht und weniger verschmutzt."
"Zu wenig, zu viel, zu scmutzig"
Global allerdings erwarten Klimaforscher große Probleme. Zbigniew Kundzewicz vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nennt drei: "zu wenig, zu viel, zu schmutzig."Exemplarisch zeige sich das in Ostafrika, so Döll. Der Region steht den IPCC-Prognosen zufolge zwar eine Zunahme der Regenmenge um etwa 20 Prozent bevor. Doch weil die Niederschläge als Wolkenbrüche fallen werden, profitieren allenfalls Krankheitserreger; der Zugang zu sauberem Wasser bleibt prekär.
In anderen Regionen könnte hingegen das Tempo, mit dem sich neues Grundwasser bildet, um mindestens 30 Prozent sinken: Das gilt für West-Australien, Nord- und Südafrika, den Nordosten Brasiliens und den Südwesten der USA. Die Menschen dort können nicht einmal auf die Physik hoffen. Wenn es wärmer wird, verdampft zwar mehr Wasser aus Meeren, Flüssen und Pflanzen.
Die wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit binden, die im Zweifel anderswo als Regen herunterkommt. Aber so kann regionaler Wassermangel nicht abgefedert werden: Selbst eine Verdoppelung der Treibhausgase würde die globale Regenmenge nur um vier Prozent steigern.
(SZ vom 27.4.2007)
Großprojekte in Berlin
Man sollte eine Art privaten Emissionshandel einführen. Jede Person erhält eine bestimmte Menge an freien Emissionen zugestanden. Für jeden Kilometer zur Arbeitsstätte einen Zuschlag.
Alle darüber hinausgehenden Emissionen, seien sie durch die PS-protzenden SUV's, die Beheizung der Zweit- und Drittwohnungen mit Außenpools oder Flugzeugnutzung jeglicher Art müssten mit empfindlichen Abgaben belegt werden. So könnte der ressourcenschonende Otto Normalbürger bei sparsamer Lebensführung noch Emmissionsrechte bei ebay versteigern und die klimakillenden, ressourcenfressenden Manager, Stars und Politiker müssten einen Teil ihrer sowieso nach oben verteilten Einkünfte wieder abgeben.
Aber da unseren lieben Politikern ja das Hemd näher ist als der Rock, wird es wohl nie zu einer wirklichen Gleichheit der Menschen kommen. Die einen dürfen kraft ihrer finanziellen Mittel das Klima für ihren Luxus killen, die anderen können nicht mal mehr ihre Bude richtig beheizen.
Glauben Sie mir, es sind wirklich nicht alle so wie sie es beschreiben. Und es gibt auch Leute, die sich für den Blick über den Tellerrand interessieren.
Und wenn Sie - und alle anderen hier - mehr sein wollen, als ein Stammtischbruder, dann kommen Sie am 12. Mai von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr auf den Odeosplatz in München um hier mal einen kleinen Anfang zu machen und gegen den Bau der 3. Landebahn zu demonstrieren. Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Bund Naturschutzes...
... sind doch ein ganz normaler Bestandteil der Evolution, oder habe ich was verpasst?
Immerhin bestand unsere Atmosphäre mal aus Schwefel-Wasserstoff, wenn ich mich recht erinnere. Wenn damals die Lebewesen (die es wohl nicht gab) den Klimawandel verhindert hätten, gäb es wohl gar keine Menschen heute :-)
Wer sagt, daß das Klima von gestern auch das Klima von morgen sein muß?
Auf den Punkt gebracht oder nicht:
Die NATUR wurde zur Ware erniedrigt. Kaufleute, Manager, Unternehmer bestimmten, was als GEMEINWOHL zu gelten hat und das weltweit.
So nun macht die NATUR nicht mehr mit (sie war lange Zeit geduldig).
Es ist zwingend nötig, dass sich die, die sich als falsche Führer der Menschheit erwiesen haben, abtreten, auf dass eine neue Einstellung mit einem neuen Lebensstil um sich greift. Der PAPST fordert diesen nun (SZ-Bericht von heute).
richard kendel
Ich kann diese Stammtisch-Diskussionen nicht mehr hören, da sie vor allem eines sind: scheinheilig!
Ganz Deutschland echauffiert sich über den Klimawandel, aber man selbst ist daran ja völlig unbeteiligt. Als Beispiel braucht man nur mal auf Deutschlands Straßen zu schauen. M5, Q7, R8, Cayenne usw. usw. In jedem Auto sitzt exakt eine Person, irre viele Kilometer sind Lustfahrten, aus Faulheit oder Ignoranz. Was schadet das schon? Es fahren doch alle solche Autos!
Die Hauptsache ist doch, man selber hat es schön bequem und den Spaß dabei auch noch. Was kümmert es mich denn, dass meine Kinder an Hautkrebs sterben? Was kümmern mich die Millionen, die draufgehen, weil sie entweder kein oder zuviel Wasser haben? Was kümmern mich die Sorgen der Menschen in 50, in 100 Jahren?
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