Wetterbilanz für Europa Der Frühling war zu trocken

"Außergewöhnliche Trockenheit hinsichtlich ihrer Ausdehnung, Dauer und Intensität": Weite Teile Europas haben im Frühjahr zum zweiten Mal in Folge unter Regenmangel gelitten.

Große Teile Europas haben in diesem Jahr den zweiten ausgesprochen trockenen Frühling in Folge erlebt. Der Deutsche Wetterdienst spricht in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse von "außergewöhnlicher Trockenheit hinsichtlich ihrer Ausdehnung, Dauer und Intensität". Viele Regionen hätten damit nun seit Anfang 2011 eine Reihe von im Vergleich zum langjährigen Mittel zu trockenen Jahreszeiten erlebt. Für den Februar 2012 weisen die Daten extreme Dürre für große Teile Portugals, Spaniens, Frankreichs und Oberitaliens aus. Einen Monat danach fielen in diese Kategorie Teile Deutschlands, Englands, Schwedens, Mittelitaliens, des Balkans sowie wiederum Spaniens.

Schon im Frühling kämpfte der Norden Spaniens mit Dürre und Bränden, wie auf diesem Archivfoto vom 27. März 2012 zu sehen ist.

(Foto: AFP)

Die Iberische Halbinsel leidet seit mehr als einen Jahr unter deutlichem Regenmangel. Der Süden von Spanien und Portugal hat auch kaum von dem sonst sehr feuchten April profitiert, der Frankreich und England, aber auch den Ländern in einem östlichen Bogen von Skandinavien bis Griechenland üppige Niederschläge brachte. England und Frankreich rechnen deswegen inzwischen wieder mit besseren Erträgen ihrer Felder als im sehr trockenen Vorjahr. Spanien aber dürfte noch einmal ein Drittel weniger Weizen ernten. In vielen Ländern war und ist der Boden trotz der Regenfälle im April stark ausgetrocknet. Mangelnde Feuchte wird durch hohe Temperaturen begünstigt, kann die Hitze aber auch steigern, weil kein Wasser verdunstet.

Einen Trend in den Wetterdaten zu identifizieren, fällt den Meteorologen schwer. Sie haben immerhin erkannt, dass die Schwankungen größer werden, die Extreme also zunehmen. Das betrifft im Frühjahr Deutschland und Frankreich, im Sommer Großbritannien, Irland und die Iberische Halbinsel. Spanien und Portugal müssen aber auch im Winter, von dem sie sich die meisten Niederschläge versprechen, mit stärkeren Ausschlägen in Richtung Starkregen wie Dürre rechnen, besagt der Report des Wetterdienstes.