Das Teleskop soll insgesamt fünf Himmelsfelder jeweils 150 Tage lang observieren. In jedem Feld befinden sich rund 12.000 Sterne, so dass Corot nach über zwei Jahren insgesamt 60. 000 Sterne beobachtet haben wird.

Anzeige

Wie viele Planeten er finden wird, ist ungewiss, weil niemand weiß, ob Planeten von der Größe der Erde eine normale Erscheinung im Kosmos oder eher die Ausnahme sind. Französische Astronomen schätzen aber, dass sie auf einige zehn Planeten stoßen, die zwei- bis viermal größer als die Erde sind. Das wäre der erste Nachweis von erdähnlichen Planeten.

Bislang wurden fast alle der mittlerweile mehr als 200 bekannten Exoplaneten mit Hilfe der sogenannten Doppler-Methode aufgespürt. Sie beruht auf dem Effekt, dass Stern und Planet um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Von der Erde aus ergibt sich so der Anschein, als würde der Stern am Himmel vor- und zurückschwingen, wie ein Hammerwerfer, dessen Hammer man nicht sieht. Diese Methode ist bislang auf massereiche Planeten beschränkt, außerdem liefert sie keinerlei Hinweise auf den Durchmesser des Planeten. Den liefert hingegen die Transitmethode.

Ist so das Volumen eines Exoplaneten bekannt, und aus mehrfachen Beobachtungen auch seine Masse, dann ergibt sich daraus unmittelbar die Dichte. Diese liefert wichtige Hinweise auf den inneren Aufbau des Himmelskörpers. In zehn Fällen ist dies bereits gelungen. Es handelt sich durchweg um Planeten in der Größenordnung Jupiters, und die Dichten liegen zwischen 0,6 und 1,2 Gramm pro Kubikzentimeter. Das entspricht etwa den Werten der Gasplaneten Saturn und Jupiter. Gesteinsplaneten wie die Erde sind rund fünfmal so dicht.

Corot ist unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur CNES entstanden. Beteiligt sind unter anderen die Europäische Weltraumagentur Esa sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, die Universität Köln und die Thüringer Landessternwarte. Das DLR lieferte die Steuerungs-Software.

Der Name Corot steht für "Convection, Rotation and Transits", was weitere Aufgabe des Teleskops andeutet. Helligkeitsschwankungen können nämlich auch durch Schwingungen eines Sternkörpers verursacht werden. Sie erfolgen jedoch wesentlich schneller als bei Transits und lassen sich deshalb leicht von Planetenumläufen unterscheiden. Aus diesen Schwingungen können Astrophysiker den inneren Aufbau der Sterne ermitteln, ähnlich wie Geologen dies mit seismischen Wellen bei der Erde tun.

Das Teleskop von Corot besitzt einen verhältnismäßig kleinen Sammelspiegel mit 27 Zentimetern Durchmesser. Das begrenzt die Empfindlichkeit des Instruments. In zwei Jahren will die Nasa ein Weltraumteleskop namens Kepler starten. Es verfügt über einen 95-Zentimeter-Spiegel und soll etwa doppelt so viele Sterne beobachten wie Corot. Weitere Weltraumteleskope zum Auffinden von Exoplaneten und letztlich auch zu deren Untersuchung sind in den USA und in Europa in Planung.

Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2

  1. Ein Zwinkern fremder Welten
  2. Sie lesen jetzt Ein Zwinkern fremder Welten
Leser empfehlen 

(SZ vom 27.12.2006)