Von Thomas Bührke

Das Satellitenteleskop "Corot" soll systematisch nach fernen Planeten in anderen Sonnensystemen suchen.

Elf Jahre nach der Entdeckung des ersten Planeten in einem fernen Sonnensystem soll an diesem Mittwoch ein Satellit starten, der eigens für die Suche nach solchen extrasolaren Himmelskörpern gebaut wurde. Mit diesem Weltraumteleskop namens Corot wollen Astronomen fremde Planeten finden, die etwa so groß sind wie die Erde. Ob es dort auch Leben gibt, wird man allerdings erst in weiter Zukunft herausfinden können.

Ein Zwinkern fremder W elten: Das Satellitenteleskop "Corot" soll systematisch nach fernen Planeten in anderen Sonnensystemen suchen

Wird zwei Jahre auf Reise geschickt: der europäische Forschungssatellit Corot. (© Foto: ddp)

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Wenn alles nach Plan verläuft, startet der 600 Kilogramm schwere Corot um 15.31 Uhr mit einer Sojus-Rakete von Baikonur in Kasachstan in eine knapp 900 Kilometer hohe Umlaufbahn. Von dort aus soll er mehrere ausgewählte Sternenfelder nach Planeten absuchen.

Für den Nachweis wird er die sogenannte Transitmethode nutzen. Wenn der ferne Planet beim Umlauf um seinen Zentralstern vor diesem Stern vorbeizieht, so schwächt sich das Licht während des Transits geringfügig ab. Es ereignet sich eine Art Mini-Sonnenfinsternis, die jedoch messbar ist und den Planeten verrät.

Hohe Genauigkeit ist hierbei wichtig, denn ein Planet von der Größe der Erde schwächt das Licht seines Zentralsterns nur für einige Stunden um etwa ein Zehntausendstel ab. Corot soll diese Lichtschwankungen registrieren.

Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sich aus der Stärke der Lichtabnahme unmittelbar die Größe des Planeten ermitteln lässt. Nachteilig ist hingegen die geringe Wahrscheinlichkeit für einen Transit, denn die Bahn des Planeten muss schon zufällig genau vor seiner Sonne vorbeiführen. Die Trefferquote hängt vor allem vom Abstand des Planeten zu seinem Zentralstern ab. Nimmt man als Beispiel die Verhältnisse in unserem Sonnensystem, so würde man aus etwa 0,5 Prozent aller Orte im All den Transit eines Planeten wie der Erde beobachten können. Diesem Problem wollen die Astronomen begegnen, indem sie mit Corot ununterbrochen bei einer Vielzahl von Sternen nach winzigen Helligkeitsschwankungen suchen.

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