Endlich soll das europäische Weltraumlabor "Columbus" an die Internationale Raumstation angekoppelt werden. Die Entwicklung des Forschungsmoduls hat mehr gekostet als jedes andere Projekt der Esa.
Heute Abend soll die wahrscheinlich teuerste Blechbüchse der Welt endlich von diesem Planeten verschwinden. Lange, viel zu lange, lag sie hier herum - weshalb selbst die Besitzer froh sind, wenn sie das 880 Millionen Euro teure Ding nicht mehr sehen müssen.
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So soll "Columbus" an der ISS angekoppelt werden. (© Foto: Esa/D.Ducros)
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Aus den Augen, aber keinesfalls aus dem Sinn. Denn wenn alles gut geht, wird die glänzende Aludose schon bald um die Erde kreisen.
Wenn es noch besser läuft, wird sie eines Tages bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse zurück funken. Das jedenfalls ist die Hoffnung hunderter Ingenieure und Forscher, die viel Geld, Energie und Zeit in Columbus gesteckt haben - in Europas Forschungsmodul für die internationale Raumstation ISS. Am heutigen Donnerstag, um 22.31 Uhr deutscher Zeit, soll das Weltraumlabor mit der US-Raumfähre Atlantis ins All abheben.
"Mit dem Start von Columbus beginnt für deutsche Wissenschaftler eine neue Ära", jubelt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Und die Europäische Raumfahrtagentur Esa freut sich auf einen "enormen Schub für die europäischen Forschungsmöglichkeiten in der Schwerelosigkeit". Columbus soll für den Aufbruch zu neuen Ufern stehen, für ein neues Zeitalter der Entdeckungen, aber auch für die Emanzipation vom allmächtigen Partner USA.
Die Realität sieht nicht ganz so rosig aus. Auch wenn die Esa fast eine Milliarde Euro für Columbus ausgegeben hat - der bis dato größte Einzelbetrag in Europas Raumfahrtgeschichte -, bleiben die Forschungsmöglichkeiten im All begrenzt.
Zehn standardisierte Experimentierschränke finden im Weltraumlabor Platz. Ein jeder ist fast so groß wie eine Telefonzelle, hat eine eigene Stromversorgung, Kühlung, Video- und Datenverbindung zur Erde.
Zum Start sind allerdings nur vier europäische Forschungs-Schränke an Bord; ein Platz wird als Stauraum benötigt, der Rest steht den Amerikanern zu - Ergebnis eines schmerzhaften Kompromisses: Als Columbus Mitte der 80er-Jahre ersonnen wurde, sollte das Labor noch an der Spitze einer Ariane-Rakete und damit komplett in europäischer Eigenregie ins All geschossen werden.
Doch die Entwicklung eines passenden Moduls einschließlich einer eigenen Andockvorrichtung erwies sich als extrem teuer und kompliziert. Zwangläufig mussten die Europäer ihre Pläne abspecken und auf bereits bestehende Module aufbauen, die sich in der Ladebucht des Shuttles transportieren lassen. Umsonst ist in der Raumfahrt allerdings nichts, erst recht kein Flug mit einer amerikanischen Raumfähre: Als Gegenleistung für Transport und Betrieb von Columbus verlangten die Amerikaner die Hälfte der Forschungsmöglichkeiten im Labor und bekamen sie auch.
Steuerung von Uni-Rechner
Grund zur Klage sieht Volker Sobick, beim DLR zuständig für die ISS und die bemannte Raumfahrt, dennoch nicht. Zum einen könnten die Europäer auch auf andere Forschungseinrichtungen an Bord der Raumstation zurückgreifen, zum anderen hätten die Amerikaner ihre Forschung im All zuletzt so stark heruntergefahren, dass sie womöglich gar nicht alle Plätze in Columbus besetzen könnten. "Über die künftige Nutzung müssen wir uns mit den Partnern nochmal abstimmen", sagt Sobick. "Da könnte es durchaus Verschiebungen geben."
Beschränkt auf vier Forschungsschränke, konzentrieren sich die Europäer auf die in ihren Augen vielversprechendsten Gebiete: Im Biologie-Labor werden Mikroorganismen, Zellen und Gewebekulturen, aber auch kleine Pflanzen und Insekten der Schwerelosigkeit ausgesetzt und untersucht. Die Erkenntnisse, so die Hoffnung, sollen helfen, die Auswirkungen der fehlenden Anziehungskraft auf Organismen besser zu verstehen.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Physiologie-Labor, wobei hier allerdings der Mensch im Mittelpunkt steht: Mit Astronauten als Versuchskaninchen sollen die Effekte dauerhafter Schwerelosigkeit auf die Menschen studiert und dabei ganz irdische Erkenntnisse über das Altern, über Osteoporose, Gleichgewichtsstörungen und Veränderungen des Immunsystems gewonnen werden.
Der dritte Laborschrank widmet sich dem seltsamen Verhalten fließender Stoffe in der Schwerelosigkeit. Flüssigkeiten mischen sich dort weitaus besser als auf der Erde, Legierungen verbinden sich zu unbekannter Stärke, optische Linsen können extrem genau hergestellt werden.
Das "Drawer Rack" schließlich versucht, den ganzen Rest der wissenschaftlichen Disziplinen abzudecken: In sieben Fächern und Schubladen können vorher zusammengestellte Experimente weitgehend automatisch ablaufen.
Viel mehr ist auch nicht drin: "Derzeit ist es etwas problematisch, Zeit für Astronauten zu bekommen", sagt Helmut Luttmann, Programmleiter für Betrieb und Nutzung der Raumstation beim Bremer Raumfahrtkonzern EADS Astrium, der Columbus federführend gebaut hat.
Auch sieben Jahre nach dem Erstbezug leben und arbeiten an Bord der Raumstation ISS lediglich drei Astronauten. Die sind mit Betrieb und weiterem Ausbau des fliegenden Außenpostens gut ausgelastet. Für Experimente bleibt nicht viel Zeit. Erst 2009 soll die Crew auf sechs Mitglieder anwachsen.
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...."Wo soll das den gestanden haben? Die Projekte wurden doch schon vor der Wende eingestampft. übrigens nicht weil sie unnütz wären sondern weil die Amis/Engländer/Franzosen uns verboten hatten Kriegsentscheidende Waffensysteme zu bauen. "...
Hi Mocar,
war ne auflistung, weil auch bei Sänger Hermes gab es die Leier zu teuer, uneffizient ...
Unnützer überschallfluieger Sänger/ Hermes
Wer hatts verboten, Es ist an der Schwerfälligkeit der EU gescheiter, weil die Franzosen wollten lieber Ihr eigenes Baby haben (Das aber auch gekippt wurde) und wir wollten es finaziell nicht alleine Stemmen
Columbus wurde nicht zum Spaß auseinander- und wieder zusammengebaut:
Keine Laderbucht der Space Shuttles gleicht der anderen und bei Beladung und der Planung derselben wird jedes Eckchen genutzt. Das Modul Columbus wurde darauf ausgelegt, das es mit der Columbia zur ISS geflogen wird. Als dies aus gewissen Gründen nicht mehr möglich war, hatte man ein Problem: Das Ding passt in kein anderes Shuttle rein! Also musste man das Modul umbauen und wenn man schon dabei ist, kann man doch auch ein Update der Technologien machen, die teilweise ja noch aus den 80ern stammte als das Projekt entwickelt wurde.
Soviel zum Thema ABM-Maßnahmen für die Entwickler. Außerdem wurden die Entwickler nicht --geparkt-- EADS hat in der Zwischenzeit auch andere Projekte bearbeitet und Verwendung für die Ingenieure gehabt...
Es waren bis jetzt immer nur drei Hausmeister an Board, die Wartungsarbeiten ausführten.
Warum man für das Labor aber Leute braucht, ist mir immer noch nicht eingängig was spricht gegen Roboterarm? Aber so kann man doch noch 3 Leute mehr mit hochschießen, die zur Not mit nem Gumihammer Wartungsarbeiten ausführen.
Irgendwo hab ich den Artikel über den japanischen Vorschlag. Automatisiertes Gestänge in Modulbauweise mit 100% autonomen Manipulator der Experimente einhängen kann. Der war auch irgendwie günstiger, da man die zusätzlichen Mäuler nicht mit durchfüttern muss. Auch Tat sich im Vorfeld der Aktion nix in Sachen Private Forschung, igendwie schein kein Industriebetrieb so ein Rack mieten zu wollen (weder vor noch nach dem verschobenen Start).
Columbus darf aber als Glanzstück des Krisenmanagement angesehen werden. Nicht nur hat man das Modul über Jahre gerettet, nein man hat auch die Entwickler des Dings geparkt. Nach dem bekanntwerden der "Verspätung" des Transports, wurde die Kiste auseinandergebaut um die Ingeneure weiter zu beschäftigen. Danach wurden die Verbeserungen entwickelt und das Projekt wieder zusammengbaut. Jetzt hat man alle Wissensträger noch im Boot und mus sich bei Problemen kein neues Team zusammensuchen. Hart und teuer aber der einzige Weg!
@Sunnyboy_79:
Unnützer überschallfluieger Sänger/ Hermes
^^
Wo soll das den gestanden haben? Die Projekte wurden doch schon vor der Wende eingestampft. übrigens nicht weil sie unnütz wären sondern weil die Amis/Engländer/Franzosen uns verboten hatten Kriegsentscheidende Waffensysteme zu bauen.
Hätten wir die gebaut wären wir schon damals und für die nächsten 20 Jahre die Nummer 1 im Weltraum gewesen. Das es bis heute keine andere Nation geschafft hat änlich gute Schuttelsysteme zu konstroieren liegt an Entwicklungen die nur wir haben welche aber leider in irgendwelchen Schubladen verstauben. Warscheinlich verschenken wir sie irgendwann mit irgendeinem Tech transfer an die Chinesen.
..."soll die wahrscheinlich teuerste Blechbüchse der Welt endlich von diesem Planeten verschwinden"..
Bin ich in letzter Zeit etwas zimperlich oder wechselt die Sueddeutsche Langsam ins Lager der Schmierblätter????
Ständig lese ich nur negatives.
Teurer Transrapid
Unnützer überschallfluieger Sänger/ Hermes
Teure Weltraumfoschung
etc
Eigentlich sollte man mal die technischen Erungenschaften, den Nutzen, Arbeitsplätze und Vorteile hervor heben und nicht ständig alles schlecht reden.
Vor 50 Jahren waren wir auf dem Mond, und heute? heute wird lamentiert, wie teuer alles ist u. sparen bla bla bla.
Eigentlich sollten wir alle fordern, das die Forschung weitergeht und nicht stehen bleibt.
Denn ein Gesetz der Natur lautet:
Wer sich nicht weiterbewegt stirbt.