Auf dem Welternährungsgipfel in Rom haben sich die Teilnehmer auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Biosprit-Produktion und Exportbeschränkungen sind jedoch weiter umstritten.
Rom - Die Teilnehmer des Welternährungsgipfels in Rom haben sich nach langwierigen Verhandlungen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. In dem am Donnerstag verabschiedeten Dokument verpflichten sie sich, "mit allen Mitteln das von der Krise ausgelöste Leiden zu lindern und die Nahrungsmittelproduktion zu fördern".
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Arme Länder sollen bei der Entwicklung ihrer Landwirtschaft durch stärkere Investitionen unterstützt werden. (© Foto: AFP)
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Die internationale Gemeinschaft müsse "dringend koordinierte Maßnahmen ergreifen, um die negativen Folgen der steigenden Lebensmittelpreise auf die am meisten gefährdeten Länder und Bevölkerungen zu bekämpfen", betonen die Teilnehmer der dreitägigen UN-Konferenz.
Arme Länder müssten bei der Entwicklung ihrer Landwirtschaft durch stärkere Investitionen unterstützt werden. Kurzfristig soll laut der Erklärung die Lebensmittelhilfe für Entwicklungsländer verstärkt werden. Langfristig gelte es, in den am stärksten von der Krise betroffenen Regionen vor allem Kleinbauern zu unterstützen und den Handel zu liberalisieren.
Besonders umstritten waren auf dem Gipfel der Anbau von Pflanzen zur Biosprit-Produktion und Exportbeschränkungen für Getreide, die einige Staaten erlassen haben. Zum Thema Biosprit müsse weiter geforscht werden, bevor sich dessen Einfluss auf die Nahrungsmittelproduktion beurteilen lasse, hieß es. Einige afrikanische Präsidenten kritisierten den UN-Gipfel. Er habe nicht die Frage beantwortet, wie die Welt dauerhaft auf die Bedrohung durch Hunger reagieren wolle, sagte Senegals Präsident Abdoulaye Wade.
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul forderte stärkere Anstrengungen in der Armutsbekämpfung. Sie schlug analog zum UN-Sicherheitsrat einen Weltsozialrat vor. Dieser solle darüber wachen, dass sich die Staaten an ihre Zusagen zur Armutsbekämpfung hielten.Hilfsorganisationen nannten den Gipfel eine "vertane Chance, den dringend notwendigen Wandel in den Agrarbeziehungen einzuleiten." Diese Kritik zielte auf die Agrarsubventionen der Industriestaaten. Sie führen dazu, dass Billigimporte die Märkte in den armen Staaten überschwemmen.
Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Thilo Hoppe (Grüne) warf auch der deutschen Politik mangelnde Kohärenz vor. Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul habe in Rom zwar die Agrarsubventionen der Industrienationen angeprangert. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer setze sich dagegen in Brüssel dafür ein, dass Schweinefleischüberschüsse aus europäischer Massentierhaltung mit Hilfe von Exporterstattungen die Agrarmärkte in Westafrika zerstörten.
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(SZ vom 06.06.2008/mcs)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
aus der sog. "3. Welt" könnten die immensen Fleischberge nicht "produziert" werden. Gleichzeitig hungern die Menschen in den ärmeren Regionen der Welt. 40.000 Kinder sterben täglich, weil ihnen diese Pflanzennahrung fehlt, denn auf den landwirtschaftlichen Flächen dieser Regionen wird Getreide, Soja, Maniok u.a. angebaut, als Futtermittel in Industrieländer gebracht und zur "Veredelung" als Mastfutter verwendet.
Außerdem kann aus 10kg Getreide z.B. nur 1kg Rindfleisch "hergestellt" werden. Der Rest wird für die Lebenserhaltung des Tieres verbraucht. Direkt verwendet bieten Getreide und andere Feld- und Waldfrüchte also die 10-fache Menge an Lebensmitteln. Wer sich von Fleisch ernährt, verbraucht also viel mehr an Pflanzen als VegetarierInnen.
Mehr Lebensmittelhilfe, damit die lokale Wirtschaft und die Infrastruktur der Länder nach einer Katastrophe endgültig unter die Kontrolle der Hilfsorganisationen und ihrer Spenderländer gerät. Der alte Kolonialismus lässt grüßen!
Einen Weltsozialrat!
Ich glaube, ich weiss schon, mit wem sie den besetzen möchte...
den hungernden Menschen werden in Afrika und anderswo kostenlose Lebensmittel zur Verfügung gestellt, womit die einheimischen Bauer pleite gehen, weil ja niemand etwas kauft, was es im UN-Zelt daneben umsonst gibt. Nächstes Jahr wird der Hunger umso schlimmer, die Abhängigkeit auch. Großartig.
... und das Ergebnis wird auch wie immer:
www.heute.de/ZDFheute/inhalt/12/0,3672,7247244,00.html