Bereits 2008 werden mehr Menschen in Städten leben als auf dem Land. Nun ist es Zeit, die Urbanisierung als positive Entwicklung zu gestalten, fordern die UN.
Im Jahr 2008 wird es auf der Erde erstmals mehr Städter als Landbewohner geben. Das geht aus dem Weltbevölkerungsbericht der UN hervor, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) gemeinsam mit dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNFPA und der deutschen Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) in Berlin vorgestellt hat.
Das Wachsen der Städte in Asien (im Bild: Kalkutta), Afrika und Lateinamerika lässt sich nicht aufhalten. (© Foto: dpa)
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Nach Berechnungen der Vereinten Nationen dürfte die Zahl der Städter dann bei 3,3 Milliarden - und damit etwas über 50 Prozent der Weltbevölkerung - liegen. Das ist ein historischer Rekord.
Noch steiler soll die Kurve danach hochschnellen. Bis 2030 erwartet das UN-Bevölkerungsprogramm UNFPA bereits 4,9 Milliarden Stadtbewohner. Die Weltbevölkerung wird dann bei acht Milliarden Menschen liegen.
Demnach wachsen die Städte, bei einem gleichzeitigen Rückgang der Landbevölkerung, vor allem in Asien und Afrika. Dort wird sich die Stadtbevölkerung bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2000 verdoppeln, heißt es in dem Bericht.
In Asien dürfte der Anteil der Städter in diesem Zeitraum von derzeit 1,36 auf dann 2,64 Milliarden ansteigen, in Afrika von 294 auf 742 Millionen und in Lateinamerika sowie der Karibik von 394 auf 609 Millionen Menschen.
Gerade in den Entwicklungsländern würden die Städte durch das rasante Wachstum vor große Herausforderungen gestellt. Diese Bevölkerungsexplosion werde schwer zu meistern sein. Und es werden vor allem die Armen sein, die in großem Maße für das künftige städtische Wachstum sorgen werden.
"Die afrikanischen Städte sind schon heute restlos überfordert", sagte Renate Bähr von der DSW. So seien weder ausreichend Arbeitsplätze noch Wohnraum vorhanden. Besonders hart treffe es Frauen, sagte UNFPA-Vertreterin Bettina Maas. Viele seien in der Stadt nicht besser gestellt als auf dem Land, seien schlecht bezahlt und oft Opfer von sexueller Gewalt.
Die UN-Experten forderten die Staaten auf, die sozialen Bedingungen in den Slums zu verbessern. Um das Bevölkerungswachstum einzudämmen, müssten vor allem Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten. Die Regierungen könnten die Urbanisierung nicht aufhalten. Sie könnten aber mit einer vorausschauenden Planung die Vorteile entfalten.
Die Versuche, die Verstädterung durch Beschränkungen zu stoppen, sind dem UNFPA zufolge gescheitert. Die Vertreibung von Zuwanderern vom Lande, die Zerstörung illegal errichteter Viertel oder das Abschalten von Strom und Wasser in Slums hätten "nur den Effekt, die Armut und den Verfall der Umwelt zu steigern", ohne den betroffenen Menschen eine wirtschaftliche Chance zu geben.
UN: Der Urbanisierung nicht länger entgegenstellen
Deshalb fordern die UN-Fachleute die Regierungen in den besonders betroffenen Entwicklungsländern auf, sich der Urbanisierung nicht länger entgegenzustellen. Vielmehr müsse die Verstädterung nun als Chance für die wirtschaftliche Entwicklung gesehen werden.
Denn auch wenn sich in den Städten oft "eine Konzentration der Armut" finde, böten sie für die Menschen zugleich "die beste Hoffnung, aus dieser zu entkommen". In der globalisierten Welt seien die Städte am besten geeignet, "Arbeitsplätze zu schaffen und Einkommen für mehr Individuen zu erzeugen". Außerdem böten sie "ihrer ganzen Bevölkerung einen Zugang zu Infrastruktur und Dienstleistungen auf Basis relativ günstiger Kosten".
Seit Anbruch der Industrialisierung, so heißt es in dem Bericht, habe noch kein Land echtes Wirtschaftswachstum ohne den Ausbau seiner Städte erzielt. Allerdings müsse die Welt lernen, "die Vorteile der Urbanisierung voll auszuschöpfen". Das erfordere Langzeitstrategien, die Bereitstellung von Land für neuen Wohnraum und in vielen Fällen internationale Unterstützung.
Sorge wegen des Klimawandels
Sorge bereitet den Experten des UN-Bevölkerungsprogramms die möglichen Folgen des Klimawandels. Ihren Daten nach leben 13 Prozent aller Asiaten, Australier und Neuseeländer in Küstennähe und könnten von dem erwarteten Anstieg der Meere direkt betroffen werden. In Europa würden dagegen nur sieben und in Lateinamerika sogar nur sechs Prozent unter dem höheren Wasserstand zu leiden haben.
Überraschend erleben kleinere Städte mit weniger als einer halben Million Einwohner den größten Zuwachs, heißt es bei den UN weiter.
Dagegen blieben Megacitys mit 10 Millionen und mehr Einwohnern deutlich hinter den Prognosen der 1970er Jahre zurück. Ohne die erforderlichen Maßnahmen greife die Armut in Städten bisher noch schneller um sich als auf dem Land: Derzeit leben laut UNFPA eine Milliarde Menschen - knapp jeder siebte Erdenbürger - in einem städtischen Slum.
(Reuters/dpa/AFP)
Demonstrationen in Hamburg
Flucht in die Städte geht einher mit der Vernachlässigung der Entwicklung der ländlichen Regionen.
Sollten wir bis zum Jahr 2030, wie erwähnt 9 Milliarden Menschen haben, dann werden die Städte expodieren. Gethos und Slams sind vorprogrammiert.
wir sollten
1. überlegen, wieviele Menschen wir ernähren können- man kann sich nicht verantwortungslos beliebig vermehren. Kinder zeugen reicht nicht, sie müssen auch ernährt werden.
2. wenn die ländlichen Regionen nicht entwickelt werden, bekommen die Städte das zu spüren
niemand soll glauben, dass es noch ein lebenswertes Leben in "Megastädten" geben kann.
Wir sehen doch schon heute dieses an Beispielen, gerade in l
Ländern wie Indien. u,v. anderen.
Geburtenkontrolle ist eine Notwendigkeit.
Wenn schon jetzt mit ca 6,5 Milliarden der Co2 Ausstoß nicht verkraftbar ist, wie soll das dann erst mit 9 Milliarden sein
Wenn die Wüsten zunehmen, gleichzeitig die Menschen zu nehmen gleichzeitig die Meere ansteigen und die Menschen zwingen, enger zusammenzurücken,aber wohin?
Wenn die Energie immer knapper wird, der Verbrauch aber steigt - weil die Bevolkerung steigt, wo soll das hinführen.
Soviel kann niemand mit kleinen Geräten einsparen, wie durch mehr Menschen mehr verbraucht wird.
Was dagen getan werden kann, steht in den Sternen.
Jedenfalls muß jedes Land sich selber auf den Weg machen und Lebensgrundlagen schaffen oder vorhandene erhalten.
Kein Land kann dauernd nur warten, bis einer kommt -wer auch immer - der Westen-die UNO- oder der Zauberlehrling.
wir haben sie schon
Die Geister für die Zerstöung wir werden sie so schnell nicht los.
Die Geister der uneingeschränkten "Machbarkeit"
Die Geister der Veranwortungslosen Vermehrung
Die Geister der rücksichtslosen Ausbeutung verschiedenster Art.
Irgenwann stoßen wir eben an die Grenzen.
Die Völker werden wandern, wenn sie im eigenen Land verhungern
Was passiert dann? Wenn sie in Scharen zu uns kommen?
Familien mit 10 kindern aus den Slams, aus aus Gebieten die sich das Meer zurückholt, aus Gebieten die zur Wüste werden, was dann?
Fragen wir die Manager der Weltkonzerne,
fragen wir die Politiker der Weltregierungen,
sie alle haben das mit herbeigeführt , was uns erwartet.
Das Meer schafft neue Grenzen, das Klima nue Lebensanforderungen, vorbereitet sind wir darauf nicht.
Wir haben in den
Die falschen Signale in die Welt schicken (klimawandel) und sich hinterher wundern.
Es ist schon ein gewaltiger Unterschied ob man für 1.5 Milliarden Menschen Energie und Waren produzieren und bereitstellen muß oder für knapp 7 Milliarden.
Statt die eigentlichen Ursachen zu erkennen, zu nennen und zu reagieren, also die wahren Ursachen wie ein vernunftbegabtes Wesen zu regeln, werden die Dinge auf den Kopf gestellt. Die heute Zwanzigjährigen und spätere Generationen werden es auszubaden haben.
...oder?
"Die Versuche, die Verstädterung durch Beschränkungen zu stoppen, sind dem UNFPA zufolge gescheitert. Die Vertreibung von Zuwanderern vom Lande, die Zerstörung illegal errichteter Viertel oder das Abschalten von Strom und Wasser in Slums hätten "nur den Effekt, die Armut und den Verfall der Umwelt zu steigern", ohne den betroffenen Menschen eine wirtschaftliche Chance zu geben."
Na prima, es ist also alles in Ordnung. Die Verarmung der Landbevölkerung, die, um dem Elend zu entkommen, in die Slums flüchtet, als Naturgesetz. Wie beruhigend. Dann brauchen wir uns also keine Gedanken mehr zu machen, warum wir wohl so sehr davon profitieren, daß demjenigen, der für unser tägliches Mahl rackert (wer erinnert sich außer mir als Atheistem was ich zitiere?) so wenig dafür zurückgegeben wird, daß er und seine Familie davon nicht leben können?
Das ist ein knallharter Verteilungskampf zwischen Stadt (Handel) und Land (Produktion). Wer die Niederlage des Landes predigt, und dabei in der Stadt vom Status Quo profitiert, mag ein erfolgreicher Interessenvertreter sein. Um aber zurück zur Politik zu kommen - läßt sich das mit dem Gemeinwohl vereinbaren? Oder ist es nur zynisch?