Von Helmut Hornung

Mit ihrem "Gemini"-Teleskop haben Forscher auf Hawaii bestechende Bilder von der Spiralgalaxie M 74 festhalten können.

Charles Messier hat das diffuse Nebelchen im Herbststernbild Fische als Objekt Nummer 74 in seinen Katalog eingetragen. Das war im 18. Jahrhundert, und der französische Forscher konnte die Ästhetik dieser perfekten Spirale aus Sternen, Gas und Staub wohl nur erahnen.

Das Telekop-Foto von M 74 vermittelt einen Eindruck davon, wie unser Milchstraßensystem aus großer Entfernung aussieht. (© Gemini Observatory, GMOS)

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Jetzt haben Astronomen des Observatoriums auf dem hawaiianischen Vulkankegel Mauna Kea die mehr als 30 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie ausgewählt, um ein neues Instrument an ihrem "Gemini"-Teleskop zu testen.

Dieses Hightech-Auge sammelt die 6000-fache Lichtmenge wie Messiers einfache Fernrohre und lieferte ein bestechendes Bild.

Milliarden von Sternen

"Das Foto vermittelt einen Eindruck davon, wie unser eigenes Milchstraßensystem aus großer Entfernung aussieht", sagt der Astronom Jean- Rene Roy. M 74 zählt zu den so genannten Spiralgalaxien. Sie bestehen aus einer wenige tausend Lichtjahre dünnen Scheibe, die um eine zentrale Ausbuchtung rotiert.

In den Spiralarmen wimmelt es von Milliarden Sternen, darunter sind viele junge, massereiche Exemplare. Sie leuchten überwiegend blau. Vereinzelte "Knötchen" zeugen von Gaswolken sowie Sternhaufen. Der Zentralbereich schimmert im rötlichen Licht alter Sonnen. Tief im Herzen dieser Galaxie verbirgt sich wahrscheinlich ein Schwarzes Loch.

Rätselhaftes Szenario

Das Universum ist erfüllt von Galaxien. Den Astronomen zufolge kamen sie bereits wenige hundert Millionen Jahre nach der Geburt des Alls zur Welt. Über das Szenario rätseln die Experten noch. Eine wichtige Rolle scheinen "Urgalaxien" zu spielen - Sternhaufen, die mit anderen zu größeren Systemen verklumpen.

Ein internationales Team um Richard Ellis vom California Institute of Technology hat nun einen weiteren dieser Galaxien-Bausteine aufgespürt. Für die Suche setzten die Wissenschaftler das Hubble-Weltraumfernrohr sowie das auf dem Mauna Kea stationierte 10-Meter-Keck-Teleskop ein.

Doch ohne eine Laune der Natur wären sie nicht fündig geworden: Die Schwerkraft eines zufällig im Vordergrund liegenden Galaxienhaufens bündelt die schwachen Lichtstrahlen der Babygalaxie wie ein Brennglas. Diese von Albert Einstein vorausgesagte "Gravitationslinse" nutzten die Astronomen für ihren Blick in die Kinderstube des Kosmos.

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