Wasserverbrauch 8000 Liter Wasser für eine Jeans

Rund 125 Liter Wasser verbraucht ein Deutscher jeden Tag für Duschen, Zähneputzen oder Geschirrspülen. Doch das ist nicht alles: Wer hätte gedacht, dass für ein normales Mittagessen indirekt oft über 1000 Liter des kostbaren Gutes benötigt werden?

Von Michael Detering

Die Deutschen gehen immer sparsamer mit ihrem Wasser um: Lag der Durchschnittsverbrauch pro Kopf 1990 noch bei 145 Liter, so fallen inzwischen nur noch 125 Liter für Tätigkeiten wie Duschen, Wäschewaschen und Blumengießen an. Damit verbrauchen die Deutschen weniger von dem wertvollen Nass als die meisten anderen Länder in Europa.

Wasserverbrauch in Deutschland

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Nur selten wird jedoch darüber nachgedacht, was die Menschen in den Industrieländern mit ihrem modernen Lebensstil indirekt an Wasser konsumieren. Dies übersteigt den direkten Verbrauch bei weitem.

Besonders hoch ist der unsichtbare Wasserverbrauch beim Essen: Zwei einfache Scheiben Brot zum Frühstück benötigen in der Herstellung rund 100 Liter Wasser. Wer sich dann zum Mittag ein schönes Stück Rindfleisch gönnt, hat dafür über den Umweg der Rinderaufzucht leicht weitere 1000 Liter Wasser aufgebraucht.

Die Portion Kartoffeln hat beim Anbau rund 150 Liter Wasser verschlungen, zur Herstellung von einer Portion Reis sind sogar 500 Liter nötig. Gibt es dazu noch ein kleines Glas Orangensaft, müssen noch fünf weitere Liter Wasser - vor allem für die Bewässerung der Plantagen - hinzugerechnet werden.

Aber auch bei der Arbeit gibt es Wasserschlucker, an die man nicht als solche denkt: Wer fünfzig Blatt Papier durch Kopierer, Fax oder Drucker jagt, verbraucht schnell mal mehr als einen Liter Wasser, das zur Herstellung des Faserproduktes notwendig war.

Geht es nach der Arbeit noch schnell ins Modehaus, geht die Wasserbilanz schließlich ins Extreme: Ein neues Paar Jeans schlägt gleich mit 8000 Liter Wasserverbrauch zu Buche. Besonders Baumwollanbau und Färbung sind sehr wasserintensiv.

Wer nun seinen Frust über so viel Wasserkonsum mit Bier runterspült, kann auch dies nicht ganz sorglos machen: Für einen Liter Bier gehen zwei bis sieben Liter Wasser in den Produktionsprozess ein. Aber immerhin ist das noch besser als beim Orangensaft.