Walfang ist zu einer Frage der nationalen Souveränität und der Emotionen geworden. Das Moratorium könnte so aufgeweicht werden.
Walfleisch hat in Japan wenige Anhänger. In Tokio gibt es ein einziges Restaurant, das auf das dunkle Fleisch spezialisiert ist. Andere Lokale servieren Wal gelegentlich als Leckerbissen. Wenn im Supermarkt mal Walfleisch auftaucht, bleibt es lange liegen. Die Erträge aus dem angeblich wissenschaftlichen Fang im Südpazifik, bei dem jährlich etwa tausend Tiere, größtenteils Minkewale, erlegt werden, übersteigen den Bedarf. Traditionell wurde nur in einigen Küstenregionen Japans Wal gegessen.
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Mal geht es um Traditionen, mal um Prestige, meist um das Geschäft. Walfang - wie hier durch Japaner in antarktischen Gewässern - steht oft in der Kritik. (© Foto:)
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Das überschüssige Walfleisch soll in den letzten Jahren illegal unter den Crew-Mitgliedern verteilt worden sein, wie Greenpeace behauptet. Vor einem Jahr fingen zwei japanische Mitarbeiter der Umwelt-Organisation, Junichi Sato und Toru Suzuki, eine angeblich unterschlagene Kiste mit Walfleisch ab und übergaben sie der Polizei. Anstelle der Crew-Mitglieder stehen nun freilich die beiden Umwelt-Aktivisten im nordjapanischen Aomori vor Gericht. Die Anklage: Sie hätten die Kiste mit dem Walfleisch gestohlen.
Wenn Tokio sich trotz geringer Nachfrage gleichwohl gegen das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium verwendet, dann nicht aus Tradition, wie es heißt, sondern vor allem, weil Japan sich vom Westen nicht vorschreiben lassen will, was es darf und was nicht.
Walfang ist zu einer Frage der nationalen Souveränität geworden; selbst Japaner, die nie Wal essen, halten es für richtig, dass Japan dem internationalen Druck nicht nachgibt. Erst recht, weil es die US-Besatzer waren, die Japan nach Kriegsende drängten, zur Deckung des chronischen Proteinmangels seiner hungernden Bevölkerung Walfang zu betreiben. Einige westliche Walfangnationen haben damals alte Fangschiffe nach Japan verramscht. Allerdings hat die ständige negative Berichterstattung in internationalen Medien nun offenbar den Willen von Japans Regierung untergraben, am Walfang im Südpazifik festzuhalten.
Lenkt Japan ein?
Japan hat sich jüngst zu einem Kompromiss bereit gezeigt. Demnach würde das Land den Fern-Walfang in antarktischen Gewässern und im Nordpazifik aufgeben, dafür billigt die Internationale Walfangkommission IWC Japan Küstenwalfang im beschränktem Umfang zu. Obwohl Japan und Australien diesen Handel zunächst öffentlich abgelehnt haben, schien es bis vor kurzem so, als könnten sich die 85 Mitgliedsstaaten bei der Jahreskonferenz der IWC auf Madeira diese Woche darauf festlegen.
Im Nordatlantik jedenfalls ist es für Wale auch nicht sicherer als im Pazifik - Isländer und Norweger schätzen das Fleisch. Beide Länder schicken seit Jahren internationalen Protesten zum Trotz Walfänger über den Atlantik. Anders als die Japaner behaupten sie erst gar nicht, die Tiere zu "wissenschaftlichen Zwecken" zu töten. Sie meinen, die Angst vor einem Aussterben der Wale sei unbegründet.
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Machtkampf in der Linken
@melat: Wollebn sie also das größte Tier das diesen Planeten je bevölkert hat und das immernoch in freier Wildbahn lebt austerben lassen weil es Misstände in unserer Nahrungsproduktion gibt? Ätzend
Ich frage nach den Legehennen weil ich der Meinung bin, dass wer sich ehrlich für den Schutz der Wale einsetzt und die Brutalität Japans anprangert sich auch konsequenterweise gegen die Quälerei anderer Tiere aussprechen muss. Nur so kann ich das (eigentlich begrüßenswerte) Engagement ernst nehmen und muss nicht von reiner Krawallmacherei ausgehen. Und Legehennen wie auch andere "Nutztiere" sind zumindest hierzulande in der Regel nicht gerade artgerecht gehalten. Kauft ein "Walschützer" Käfigeier, weiß ich schon, was ich von ihm zu halten habe. Daher frage ich Sie, ob Sie denn auch im täglichen Leben auf artgerechte Tierhaltung achten. Aber vielleicht gibt es ja im großen Australien garkeine Legebatterien sondern nur "glückliche" Hühner.
Ach, da fällt mir ein: Werden in Australien eigentlich auch alle männlichen Küken von Legerassen direkt nach dem Schlüpfen geschreddert weil sie nicht zum Mastbetrieb taugen?
unsere vielen Millionen roos sind freilaufend im ganzen Land und das ist über 21x grösser als Ihres. Demnach viel Platz für alle unsere (leider auch eingeschleppten) Tierarten.
Warum fragen Sie nach Legehennen? Nichts haben diese mit der eigentlichen Thematik zu tun, wie auch letztendlich roos, Rinder oder andere Landtiere.
Soso, Ihr Aussies also. Ob es "Roos" nun millionenfach gibt oder nicht - werden sie artgerecht gehalten? Und die Legehennen?
Reden bzw. Schreiben können Sie, aber Handeln? Fehlanzeige.
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