Nach 44 Jahren wird Japan wieder Buckelwale fangen - angeblich, um die inneren Organe der Tiere zu studieren. Greenpeace kündigte an, alles zu tun, "um ihren Fang zu verringern".
Die japanische Walfangflotte ist am Sonntag zur Jagd auf Buckelwale in die Antarktis aufgebrochen. Japan beendet damit nach 44 Jahren das Fangmoratorium für die einst vom Aussterben bedrohte Tierart.
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"Forschung" kündigt ein Schriftzug am japanischen Walfänger "Nisshin Maru" an. Viele der erlegten Wale werden an Restaurants verkauft. (© Foto: Reuters)
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Der Leiter der Fischereibehörde, Shuji Yamada, betonte bei der Verabschiedung der vier Schiffe in Shimonoseki, die Jagd diene der wissenschaftlichen Forschung.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kündigte an, ihr Schiff Esperanza werde der Walfangflotte folgen.
"Wir werden alles tun, um ihren Fang zu verringern", sagte Greenpeace-Expeditionsleiterin Karli Thomas. "Das japanische Forschungsprogramm ist ein Schwindel."
Yamada erklärte dagegen: "Unsere wissenschaftliche Forschung wird den Weg für die Beendigung des Moratoriums für den kommerziellen Walfang ebnen, wird uns die Wal-Ressourcen besser nutzen lassen." Das Moratorium für den gesamten kommerziellen Walfang besteht seit 1986, die Japaner sind gegen diese Übereinkunft.
Buckelwale leben in Küstennähe, was die Jagd auf die bis zu 40 Tonnen schweren Meeressäuger erleichtert.
Bis zum Beginn der Schutzmaßnahmen 1963 war ihr Bestand auf 1200 Tiere dezimiert worden. Mittlerweile soll es weltweit wieder 30.000 bis 40.000 Buckelwale geben. Die Art wird von der Artenschutzorganisation World Conservation Union immer noch als gefährdet bezeichnet.
Die Walfangflotte soll bis zu 50 Buckelwale, 50 Finnwale und 935 Südliche Zwergwale töten. Es handelt sich um das größte Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC).
Der für den Walfang zuständige Abteilungsleiter bei der japanischen Fischereibehörde, Hideki Moronuki, sagte, die Jagd solle Meeresbiologen helfen, die inneren Organe der Buckelwale zu studieren. Der größte Teil der angeblich aus wissenschaftlichen Gründen getöteten Wale wird schließlich an Restaurants verkauft, was die Bestimmungen des IWC nicht untersagen.
(AP/mcs)
Machtkampf in der Linken
Ich habe Sie verstanden und gebe Ihnen Recht in den Punkten:
"in zwei Wochen ist eh alles vergessen"
...und...
"darüber nachdenken was er *selbst* für den Tier- und Naturschutz tun kann - das ist nicht so leicht wie Forderungen an andere zu stellen, bringt aber viel mehr."
... wenn Sie damit die Masse der Menschen meinen. Aber trifft das auch auf die Kommentatoren dieses Artikels zu?
Da empfinde ich Ihre Unterstellungen eher als Wichtigtuerei!
Und nun bitte ich Sie, den Lesern zu erläutern, worin die "fehlerhaften Argumente", die "Wichtigtuerei" und die "maßlosen übertreibungen" meinerseits bestehen sollen!
Vielen Dank!
Fehlerhafte Argumente, Wichtigtuerei und maßlose übertreibungen ihrerseits mal beiseite: ja, ich kenne die Argumente gegen Nutztierhaltung, und meine Argumentation richtet sich ja gerade dagegen, daß solche wesentlich tiefgreifendere Probleme (die eben auch das eigene Verhalten betreffen) völlig ignoiert werden und man sich stattdessen lautstark über die Umweltsünden *anderer* Leute aufregt. Das Engagement richtet sich nicht nach der Dringlichkeit sondern nach den Emotionen, weil Flipper und Willy ja so süß sind und Wale ja so intelligent - auch Schweine sind höchst intelligente Tiere, aber über die macht sich keiner Gedanken. Und in zwei Wochen ist eh alles vergessen.
Deswegen sollte jeder, der hier die Japaner verteufelt lieber erstmal drüber nachdenken was er *selbst* für den Tier- und Naturschutz tun kann - das ist nicht so leicht wie Forderungen an andere zu stellen, bringt aber viel mehr.
Ich verstehe Ihre Argumentation. Sie werfen alles in einen Topf, da sie einerseits pauschale Unterstellungen vornehmen und andererseits vom eigentlichen Problem ablenken. Dieses wird häufig benutzt, um beispielsweise Naturschutzarbeit zu sabotieren.
Warum lenken Sie vom Problem des Walfangs ab, indem Sie von der Tierzucht sprechen. Den Unsinn des Fleischkonsums unserer westlichen Kulturen erschöpfend darzulegen, würde hier bei weitem nicht ausreichen. Ich hoffe, Sie kennen auch die verschiedenen Ebenen der Argumention gegen Nutztierhaltung? Oder ist das, was Sie hier beschreiben, nur eine vordergründige Argumentationskette, um sich wichtig zu machen?
Falls Sie ruhigen Gewissens Fleisch essen und daher die Argumentation gegen den Walfang ablehnen, möchte ich Ihnen einen Zusammenhang aufzeigen:
Menschen erfahren genauso wie Wale in dieser Welt oft keine Solidarität.
Der Fleischkonsum "westlicher" Nationen führt indirekt zum Verhungern von Milliarden Menschen auf diesem Planeten, da die Futtermittel für die Nutztiere auf den Ernteflächen der Armen angebaut werden (demnächst auch vermehrt Pflanzen für Biokraftstoffe). Wen interessiert das? In meinem Umfeld interessiert das eigentlich niemanden, da es unbequem ist. Der Mensch plündert, raubt und mordet nicht nur in den eigenen Reihen, sondern vor allem auch in der Natur, dem Kostbarsten des Planeten Erde. überall schwinden Lebensräume und Arten.
Sowohl die ärmsten der Menschen als auch Tierarten wie Buckelwale haben so gut wie keine Lobby und daher sollten wir uns für beide stark machen und nicht für Walfänger, die offenbar eine starke Lobby haben, die natürlich kapitalbedingt ist.
Eine Argumentation, dass die Walpopulation groß genug sei, ist erstens nicht haltbar, da die Verschmutzung der Meere und die Regeneration der Wale negative Einflüsse auf die Bestände ausüben können, die zum raschen Aussterben dieser Tierart führen könnte.
Zweitens frage ich mich vor dem Hintergrund einer Population von 6,8 Milliarden Menschen, welcher Mensch den Abschuss von hochentwickelten freilebenden Säugetieren (weniger als 30.000) so einfach beschließen darf und warum ein Land wie Japan, gegen internationale Vereinbarungen handelt. Das ist eine Kriegserklärung sondergleichen!
Leider ist es mir nicht möglich hier noch deutlicher zu werden.
Mal abgesehen davon dass ein Bestand von 30.000 Tieren ja wohl auch für nicht der Mathematik zugetane Zeitgenossen vielleicht als gefährdet durchgehen könnte: Gefühlsduselei heisst ja nur dass dass es nicht Ihre Gefühle sind, denn Sie duseln natürlich nicht, sondern gehören der Info-Elite an. Tatsache ist, dass Wale sprachlich kommunizieren und ein Bewusstsein haben. Eine Tierart, ob nun eine solche die einem gefällt oder nicht, an den Rand der Ausrottung oder darüber hinaus zu bringen ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Verbrechen gegen die Menschheit.
Wenn es um den Schutz von bedrohten Arten gäbe, müßte man ja die Behauptung der Japaner, daß die betreffenden Walarten nicht mehr vom Aussterben bedroht sind, mit Argumenten wiederlegen - was schwer sein dürfte, wenn es wirklich wieder 30.000 Exemplare oder mehr gibt.
Auf der Ebene findet aber die Ablehnung soweit ich es sehe nicht statt, sondern es wird das Töten von Walen überhaupt moralisch verurteilt und mit dem Töten von Menschen gleichgestellt. Und das IST Gefühlsduselei, das - und nicht der Hinweis auf die Inkonsistenz eines solchen moralischen Urteils - ist eine Beruhigung des eigenen Gewissens, frei nach dem Motto: Fleisch schmeckt mir zu gut um drauf zu verzichten, aber wenigstens bin ich dagegen daß die bösen Japaner die armen Wale umbringen!
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