Militärroboter und Maschinen verändern das Wesen gewaltsamer Auseinandersetzungen: Wenn Soldaten aus sicherer Entfernung mit dem Joystick töten, könnte die Hemmschwelle für Kriege sinken.
Die Kriege der Menschen haben sich in den letzten 5000 Jahren häufig verändert, doch eines zeichnete sie bislang alle aus: Wer an ihnen teilnahm, riskierte sein Leben. Mit dem Einsatz von unbemannten Militärrobotern beginnt sich diese fundamentale Tatsache derzeit zu ändern. Die Frage ist, ob das gut ist.
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Ein ferngesteuerter Spähroboter inspiziert eine mögliche Straßenbombe in Bagdad. Seit Beginn des Irakkrieges hat das US-Militär sein Arsenal an Kriegsrobotern am Boden und in der Luft extrem ausgeweitet; die Systeme werden zunehmend intelligenter und könnten bald autonom agieren. (© AFP)
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Es ist keine hypothetische Frage. Wie etwa der führende Experte zu diesem Thema, Peter Singer, ein Direktor bei der Brookings Institution in Washington, kürzlich auf einer Veranstaltung der TNG Technology Consulting in München berichtete, sind Roboter längst dabei, die Schlachtfelde´r zu erobern:
So verfügte etwa die US-Streitkräfte noch zu Beginn des Irakkrieges im Jahr 2003 gerade mal über eine Handvoll unbemannter Flugkörper; mittlerweile betreibt sie 12.000 Bodenroboter und 7000 in der Luft.
Die sogenannten Predator-Drohnen etwa werden meist von Kontrollzentren in Nevada vom Sessel aus gesteuert. Am Ende eines soldatischen Arbeitstages, angefüllt mit Aufklären, Zerstören und Töten aus gut 11.000 Kilometern Entfernung, können die Joystick-Krieger nach Hause fahren, die Tochter von der Schule abholen und den Rasen mähen. So gewinnt ein verbrauchter Slogan der alten Friedensbewegung eine ganz neue Bedeutung: "Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin."
Strategie-Experte Singer ist davon überzeugt, dass die Militärroboter den Krieg revolutionieren werden wie die Erfindung der englischen Langbogen, des Schießpulvers oder der Atombombe. Neue strategische, politische, juristische und ethische Fragen stellen sich.
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Zitat:"Selbst wenn man annimmt, dass eine derartige Methode der Selbstverteidigung angemessen ist, bleibt die Frage, wer etwa für einen Fehler des Systems haftbar ist: der Betreiber, der Hardware-Hersteller, der Software-Programmierer?"
Grundsätzlich haftet erst mal der, der den Roboter betreibt. Das ist so ähnlich wie wenn man einen Pit Bull auf dem Gelände frei laufen lässt. Wenn der aus Versehen den falschen Mann beißt oder tötet haftet auch der Halter.
Zitat:"Und wie verhält es sich mit dem Operator in Nevada, der die Drohne in Pakistan steuert: Darf er als legaler Kombattant im Sinne der Genfer Konventionen betrachtet werden, den man als Gegner in dessen Vorgarten erschießen darf?"
Grundsätzlich, Ja. Und selbst verständlich kann derjenige Operator auch wg. Kriegsverbrechen angeklagt werden.
Auch Herr Weber begeht den Fehler mangelnder Differenzierung. Die Roboter von heute sind noch weit von wirklicher Autonomie entfernt. Eine Hellfire Rakete für die Panzerjagd ist viel selbstständiger als ein SGR1 oder die meisten anderen so genannten Roboter Aber auch eine Hellfire Rakete entscheidet nicht darüber ob ein Objekt auch ein Ziel ist. Drohnen und andere Fahrgeräte sind erst einmal nichts anderes als ferngesteuerte Vehikel mit hohem Automatisierungsgrad. Sie bewegen sich selbstständig auf einem vorgegebenen Kurs (Was für Landsysteme viel schwieriger ist als für fliegende Drohnen). Sie ersetzen nicht den Menschen als letzte Instanz für Entscheidungen. Sei es über einen Waffeneinsatz oder auch nur für eine Kursänderung. Es wird auch noch sehr lange dauern bis Drohnen dazu fähig sein werden (Wenn überhaupt jemals). Unter Gefechtsbedingungen ist es für Soldaten schon schwierig genug, Freund (oder auch nur unbeteiligte Zivilisten) von Feind zu unterscheiden. Roboter sind damit völlig überfordert. Natürlich kann man es sich einfach machen und einfach ein Gebiet zur 'freien Feuerzone' erklären, wie die US-Streitkräfte in Vietnam (und jetzt in Afghanistan und Pakistan) oder die Israelis in Ghaza. Aber dieses Verhalten schafft eine miese Presse und nicht jeder Staat kann sich das leisten.
Außerdem, bei einem Konflikt zwischen entwickelten Staaten werden auch moderne Stör- und Täuschtechniken eingesetzt. Drohnen und Roboter sind für diese Maßnahmen viel anfälliger als Menschen.
Was gibt es da falsch zu interpretieren? Diejenigen, die kriegführen und töten, brauchen nicht mehr hinzugehen, nur die Opfer, die haben diese Möglichkeit nicht. Die müssen nach wie vor live, vor Ort, in Farbe und in der Realität sterben und wissen nicht warum und wofür. Oder gibt´s für´s Sterben auch schon mechanische Ersatzopfer?
Drohnen machen ja keinen Sinn, wenn es keine zu killenden Menschen gibt. Dann bräuchte man sich die Mühe ja gar nicht zu machen, sie mit Bomben zu bestücken.
Am Ende eines soldatischen Arbeitstages, angefüllt mit Aufklären, Zerstören und Töten aus gut 11.000 Kilometern Entfernung, können die Joystick-Krieger nach Hause fahren, die Tochter von der Schule abholen und den Rasen mähen.
Almost. Ein Soldier in Nevada berichtete dem Reporter: "Auf dem Nachhauseweg kaufe ich vielleicht noch eine Packung Milch. Und zu Hause spiele ich mit meinem Sohn einschlägige Ballerspiele:
Meistens gewinnt er."
"Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin"
Ausser natürlich den Opfern, oder?
"Es ist die logische militärische Antwort auf die Selbstmordattentate, die (ebenso feige) Tarnung und Deckung unter der Zivilbevölkerung, ... die Mißachtung des Völkerrechts, wie sie ständig von islamistischer Seite geschieht. "
Selbstmordattentate mag man verurteilen, eines sind sie mit Sicherheit nicht: feige!
Feige ist es vom sicheren Sessel aus, Frauen und Kinder in tausenden von Kilometern Entfernung zu zerfetzten.
Wenn es eine logische Konsequenz in unserer brutalen Zeit gibt, dann die:
Selbstmordattentate von "Islamisten" sind die logische Konsequenz der jahrhundertelangen Missachtung aller menschlichen Rechtsbegriffe durch westliche Gewalttäter. Mögen Sie sich nun Kolonialherren, Heidenbekehrer, Imperialisten oder, ganz modern, Menschenrechts- und Demokratiebringer nennen.
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