Von Angelika Jung-Hüttl

Wo der afrikanische Kontinent auseinander bricht.

Der 3470 Meter hohe Nyiragongo gehört zum Vulkangebiet Virunga im Dreiländereck Kongo, Uganda und Ruanda. Er reiht sich ein in die Vulkanketten des ostafrikanischen Grabensystems, dass - viele Tausend Kilometer lang - den schwarzen Kontinen von Mosambique bis zum Roten Meer durchzieht.

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Der ostafrikanische Grabenbruch (gestrichelte Linie) und seine aktiven Vulkane (rote Dreiecke). Der Nyiragongo (rotes Quadrat) liegt am westlichen Ast des Spaltensystems. (© USGS)

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Plattentektonik

Nach der Theorie der Plattentektonik bricht entlang dieser Gräben der afrikanische Kontinent auseinander. Der Prozess dauert Jahrmillionen. An den Rissen kann Lava aus dem Erdinnern aufdringen. Deshalb gibt es dort aktive Vulkane, darunter auch der Nyiragongo.

Ein Lavasee im Krater

Die Gefahr, die von ihm ausgeht, kann wegen des aktiven Lavasees in seinem Krater unterschätzt werden. Ein Lavasee entsteht, wenn die glutflüssige Gesteinsschmelze aus dem Erdinnern im Schlot bis nahe dem Kraterrand ansteigt.

Ein Lavasee kann Monate, manchmal Jahre lang im Krater brodeln und dabei ein spektakuläres Schauspiel bieten. Gefährlich wird es, wenn die Aktivität des Vulkans zunimmt und viel Lava aus dem Erdinnern nachdrängt. Der See fließt dann über. Manchmal hält auch die Kraterwand dem Druck nicht mehr stand und bricht auf. Dann ergießen sich die rotglühenden Lavamassen über die Vulkanflanken - und können, wenn sie in bewohnte Gebiete vordringen, große Schäden anrichten.

Die Schmelze fließt wie Wasser

Die Schmelze des Nyiragongo bricht in großen Mengen aus dem Vulkan hervor. Darüber hinaus ist sie sehr dünnflüssig und fließt wie Wasser mit Geschwindigkeiten von etwa 100 Stundenkilometern die Flanken hinunter. Das macht die Ausbrüche des Nyiragongo für die Menschen gefährlich. Sie haben oft nicht genug Zeit, zu fliehen.

Außerdem wird der Vulkan aufgrund der politischen Unruhen nicht von modernen Frühwarnsystemen überwacht.

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