Der Vulkan auf Island zeigt keine Anzeichen, seinen Ausbruch zu beenden. Helfen würde jetzt nur noch schlechtes Wetter - doch Meteorologen haben wenig Hoffnung.
Vermutlich haben sich selten so viele Menschen schlechtes Wetter gewünscht. Die gestrandeten Flugpassagiere, Luftlinien und Firmen dürften sich über tiefe Wolken freuen, kräftigen Westwind und Regen, die die Vulkanasche vom Himmel putzen. "Wir bräuchten ein schönes Islandtief", sagt Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Es würde die Asche von dem Vulkan nach Norden treiben und bei uns die Luft reinigen. Aber das ist nicht in Sicht." Stattdessen verheißen die Meteorologen bis Dienstag stabiles Wetter. Erst am Mittwoch liege Deutschland kurz unter einem Tiefausläufer, dann komme wieder ein Hoch, sagt Paetzold.
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Ein Satellitenbild zeigt den Eyjafjallajökull: Die gewaltige Aschewolke wird vom Wind Richtung Süden geweht. (© Foto: AFP)
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Daher dürfte eine nordwestliche Höhenströmung so lange Asche gen Europa treiben, wie der Eyjafjallajökull welche produziert. Laut Forschern zeigt der Vulkan keine Anzeichen, seinen Ausbruch zu beenden. "Es gibt da Explosionen im Minutentakt, und es spricht viel dafür, dass es erst mal genau so weitergeht", sagt Bernd Zimanowski von der Universität Würzburg. Die Eruption hat so große Folgen, weil die Lava unter einem Gletscher frei wird. Das Eis schmilzt schlagartig, viel von dem Wasser wird sofort zu Dampf. Der entstehende Druck treibt die Partikel aus dem Erdinneren weit hinauf in die Atmosphäre.
In diesem Zusammenspiel von Feuer und Eis haben die Wissenschaftler nur über einen der beiden Akteure überhaupt Informationen: Der Gletscher, sagen sie, sei in den ersten vier Tagen des Ausbruchs zu einem Drittel geschmolzen. "Das heißt, es könnte noch eine Woche so weitergehen, bevor der Vulkan wieder friedlich wird", sagt Zimanowski. Die Asche ist nach ersten Analysen sehr feinkörnig. Vulkanforscher um Thorvaldur Thordarson von der Universität Island schließen aus Proben, die sie 50 Kilometer vom Eyjafjallajökull entfernt genommen haben, dass gut die Hälfte der Asche aus Partikeln bis fünfzig Mikrometer besteht. Je kleiner aber die Glassplitter und Lavakörnchen, desto besser fliegen sie.
Wie viel davon wirklich in Deutschland ankommt, darüber gibt es widersprüchliche Angaben. Am Freitag und Samstag hatte der britische Wetterdienst Asche über der Nordsee und England nachgewiesen; dort war sie sogar auf geparkte Autos gerieselt. Am Sonntag zeigten dann Satellitenaufnahmen, dass Europa weitgehend staubfrei war.
Über Schottland liegt die nächste Aschewolke
Auf Bildern von Meteosat-9 schimmert der Kontinent in einem uniformen Hellblau; der Vulkanstaub leuchtet orange, aber nur direkt südlich von Island. "Die Wolke hatte sich am Sonntag über Deutschland praktisch verflüchtigt", sagt Michael Bittner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Aber über Schottland lag schon die nächste."
Direkte Beobachtungen in Deutschland gibt es kaum: Nur DLR und Wetterdienst haben per Laser in den Himmel geblickt und Vulkanasche indirekt nachgewiesen. Die DWD-Messungen vom Observatorium Hohenpeißenberg aus zeigte, dass Ozonwerte zwischen 3000 und 7000 Metern markant gefallen waren. Das lasse sich nur durch Reaktionen mit Stoffen in der Aschewolke erklären, hieß es beim Wetterdienst: "Die Wolke ist da."
(SZ vom 19.04.2010/segi)
Wäre ich an seiner Stelle, ich hätte mich schon viel früher übergeben.
sorry, aber das brächte so gut wie gar nichts: die Staubwolken sind hauptsächlich ÜBER den Regenwolken!
Nonsens in Hülle und Fülle, mit und ohne Asche.
"Die gasförmigen Schwefeloxide fliegen bestimmt noch besser als die feinsten Aschepartikel."
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Das funktioniert je nachdem wie die vertikalen Luftströmungen sind, ob es mitten oder am Rand von Hoch- und Tiefdruckgebieten stattfindet. Normalerweise sollte man annehmen (ohne zusätzliche Luftbewegung), dass sich die Gase länger 'oben' halten können als Silikattteilchen. Da aber schon ganz kleine vertikale Strömungen genügen um das durcheinander zu bringen, muss man wirklich messen, was vor Ort ist und in welcher Zusammensetzung. Ich sehe nicht, dass ein Forschungsflugzeug alleine das mit genügender Ortsauflösung feststellen kann.
"Die DWD-Messungen vom Observatorium Hohenpeißenberg aus zeigte, dass Ozonwerte zwischen 3000 und 7000 Metern markant gefallen waren. Das lasse sich nur durch Reaktionen mit Stoffen in der Aschewolke erklären, hieß es beim Wetterdienst: "Die Wolke ist da.""
Soso.
Ich frag mich halt, ob es tatsächlich diese Silikate sind - eben die gefährlichen Aschepartikel - die das Ozon abreagieren, oder nicht doch vielmehr gasförmige Schwefeloxide. Silikate sind bekannt reaktionsträge, Schwefeloxide bekannt reaktionsfreudig. Vor dem Hintergrund wär diese Lasermessung des Ozongehalts durchaus nicht notwendigerweise ein stringenter Nachweis für das Vorhandensein von Vulkanasche in ausreichender Konzentration, um Flugzeugen irgendwas anzuhaben. Die gasförmigen Schwefeloxide fliegen bestimmt noch besser als die feinsten Aschepartikel.
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