Vulkan auf Island Ausbruch mit Klimafolgen

Der Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher hat eine riesige Aschewolke ausgestoßen. Sie könnte das Klima über Jahre beeinflussen.

Der isländische Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher hat riesige Mengen Asche in die Luft ausgestoßen. Der Wind treibt die Lava-Asche Richtung Osten auf den europäischen Kontinent zu. Der Flugverkehr in den Skandinavischen Ländern und Großbritannien ist dadurch bereits lahmgelegt.

Doch ein solcher Vulkanausbruch, der sich über Tausende Kilometer ausbreiten kann, hat auch langfriste Folgen. Er kann das Wetter der Region für mehrere Monate verändern, ein sehr heftiger gar das Weltklima über Jahre hinweg beeinflussen. Die aufsteigende Aschewolke verhüllt die Sonne, Windströmungen verändern sich, die Feuchtigkeit der Luft und der aufsteigenden Gase kondensiert zu Regen. Manchmal fallen statt klarer Tropfen dann kleine Schlammkugeln herab.

Für langfristige klimatische Auswirkungen entscheidend ist vor allem die Menge des ausgestoßenen Schwefels. Er wird als Schwefelwasserstoff (H2S) und Schwefeldioxid (SO2) freigesetzt. In der Luft wird Schwefelwasserstoff rasch zu weiterem Schwefeldioxid umgewandelt. Mit Wasser bilden sich daraus feinste Schwefelsäure- Tröpfchen (H2SO4).

Globale Durchschnittstemperaturen nehmen ab

Sie streuen das einfallende Sonnenlicht und reflektieren einen Teil ins All zurück. In der Folge nehmen die globalen Durchschnittstemperaturen messbar ab. Die Säuretröpfchen halten sich in der Stratosphäre sehr hartnäckig. Daher klingen vulkanische Störungen nur langsam ab.

Nach dem Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo im Jahr 1991 sank die globale Temperatur Schätzungen zufolge um etwa ein halbes Grad. Der Ausbruch des El Chichon in Mexiko 1982 soll ein Minus von etwa 0,2 Grad verursacht haben. Auch beim Ausbruch des Laki auf Island im Jahre 1783 wurde eine Abkühlung beobachtet: Die Nordhalbkugel erlebte einen ungewöhnlich strengen Winter.

In Europa und Nordamerika ging zudem das Jahr 1816 als das "Jahr ohne Sommer" in die Wettergeschichte ein. Von April bis September gingen Regen-, Graupel- und Schneeschauer nieder.

Ernteausfälle, Seuchen und Hungersnöte ließen hunderttausende Menschen sterben. Als Ursache gilt ein gigantischer Vulkanausbruch in Indonesien ein Jahr zuvor. Etwa 100 Kubikkilometer Staub, Asche und Geröll waren beim Ausbruch des Tamboro hochgeschleudert worden.