Von Von Christopher Schrader

Ein Forscher-Team aus Kopenhagan gibt Entwarnung für all jene die sich vor der Strahlung ihres Mobiltelefons fürchteten. Laut den Erkenntnissen aus Kopenhagen beeinflusst die Handy-Nutzung das Krebs-Risiko nicht.

Seit langem versuchen Wissenschaftler, die möglichen Gesundheitsrisiken durch den Mobilfunk genauer zu bestimmen. Darüber machen sich immerhin 30 Prozent der Deutschen Sorgen, berichtete vor kurzem das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter.

Handys sind scheinbar doch ungefährlich

Handys sind scheinbar doch ungefährlicher als bislang angenommen. (© Foto: AP)

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Wissenschaftler aus Kopenhagen, die zum internationalen Forschungsverbund Interphone gehören, haben dazu nun ein Zwischenergebnis vorgelegt. Demnach erhöht das Telefonieren mit dem Handy nicht das Risiko, an zwei der untersuchten Hirntumorarten zu erkranken. Allerdings fehlen Langzeit-Daten.

Die Dänen konnten nur Menschen untersuchen, die kaum länger als zehn Jahre mit Handys telefonieren. Das Team um Christoffer Johansen von der Dänischen Krebsgesellschaft hat 822 Gesunde und 427 Krebs-Patienten verglichen; diese litten an den Hirntumorarten Gliom und Meningeom. Alle Teilnehmer wurden nach ihrem Telefonierverhalten befragt.

Um sicher zu gehen, dass keine Erinnerungslücken die Ergebnisse verfälschten, haben die Forscher bei 74 Probanden sogar Daten der Telefongesellschaften kontrolliert - ein ungewöhnlicher Aufwand für solch eine Studie. Am Ende zeigten sich keinerlei Unterschiede zwischen Gesunden und Erkrankten.

Allerdings sind zehn Jahre wenig Zeit für die Entwicklung von Tumoren. "Wir können nichts genaueres sagen, bis wir die Ergebnisse mit Langzeit-Daten bestätigt haben", sagt Johansen daher. Solche Daten gibt es kaum, und die wenigen sind widersprüchlich.

Schwedische Forscher aus dem Interphone-Verbund hatten im März berichtet, auch längerer Handygebrauch erhöhe das Risiko für Gliome und Meningeome nicht. Hingegen könne sich das Risiko eines Tumors am Hörnerv verdoppeln, hieß es im vergangenen Oktober aus Stockholm (SZ, 20.10.2004).

Allerdings hatten die 14 Betroffenen etliche Jahre lang analoge Mobiltelefone benutzt, die mehr Strahlung aussenden als heutige, digitale Modelle.

Genaueres können die Forscher womöglich sagen, wenn sie die Daten des gesamten Interphone-Verbundes zusammenlegen; bisher sind erst Daten aus zwei der 13 beteiligten Länder veröffentlicht. Zudem halten es viele Forscher für nötig, jetzt Studien mit Handynutzern zu starten, die dann zehn bis zwanzig Jahre lang beobachtet werden. Eine solche Untersuchung ist auch in Deutschland geplant.

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(SZ vom 13.4.2005)