Die ägyptische Regierung hat damit begonnen, alle Schweine im Land schlachten zu lassen - eine Maßnahme gegen die Schweinegrippe? Die Züchter wehren sich vehement.
In Ägypten sollen alle Schweine im Land geschlachtet werden. Das hat Präsident Husni Mubarak am Mittwochabend angeordnet. Am Donnerstag begann die Massenschlachtung. "Tag der Schweineschlachtung in Ägypten", titelte eine Kairoer Tageszeitung.
Bild vergrößern
Vor der Schlachtung werden bei Schweinen in Kairo Abstriche genommen, um die Tiere auf den Schweinegrippe-Erreger zu testen. (© Foto: AP)
Anzeige
Ob es sich um eine Maßnahme gegen die Schweinegrippe handelt, ist unklar. Regierungsvertreter machten unterschiedliche Angaben dazu.
Landwirtschaftsminister Amin Abasa sagte der Zeitung Al-Masry Al-Yom, die meisten anderen Staaten hätten zwar keine derart radikalen Maßnahmen ergriffen, doch in Ägypten wolle man eben besonders vorsichtig sein.
"Außerdem ist dies eine gute Gelegenheit, um die Schweinezucht-Betriebe aus den Wohnsiedlungen in Gebiete zu verlegen, in denen keine Menschen wohnen", fuhr er fort.
Nach Aussagen eines Sprechers des Gesundheitsministeriums in Kairo hat die Maßnahme mit der Schweinegrippe nichts zu tun. Es handele sich um eine "allgemeine Gesundheitsmaßnahme" sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Proteste der Schweinezüchter
Die Schweinegrippe betreffe den Menschen, nicht Tiere. Die Behörden hätten aber die Gelegenheit nutzen wollen, um gegen unhygienische Zuchtbedingungen vorzugehen. Die Schweine lebten oft mit "Hunden, Katzen, Ratten, Geflügel und Menschen" zusammen, "alle auf dem gleichen Areal mit Müll", kritisierte der Sprecher.
Da das Schweinefleisch zum Verzehr freigegeben wird, sollen die Schweinezüchter keine Entschädigung vom Staat erhalten. Im Viertel der christlichen Müllsammler in Kairo und in einer Ortschaft in der Provinz Kaljubia hat es laut ägyptischen Medienberichten bereits erste Zusammenstöße zwischen vom Staat bestellten Schlachtern und Schweinezüchtern gegeben.
Es flogen Steine und Flaschen. Die Müllsammler lassen die Schweine den organischen Abfall fressen, den sie in den Kairoer Haushalten sammeln.
Vor allem die Muslimbruderschaft hat gegen die ägyptischen Schweine mobil gemacht. Sie sieht in der Schweinegrippe, an der bislang kein Ägypter erkrankt ist, eine Chance, die 250.000 bis 350.000 Schweine der koptischen Christen loszuwerden. Im Islam gilt das Schwein als unreines Tier, dessen Fleisch man nicht verzehren soll.
Fachleute sehen derzeit keine Anzeichen für eine Übertragung des Grippevirus vom Schwein auf den Menschen.
- Thema
- Schweinegrippe RSS
- Schweinegrippe Verdacht auf erste Ansteckung innerhalb Deutschlands 30.04.2009
- Furcht vor der Schweinegrippe-Pandemie Zweithöchste WHO-Alarmstufe 30.04.2009
- Schweinegrippe in Mexiko Das Leben steht still 05.05.2009
- Schweinegrippe Fragen und Antworten 15.06.2009
- Schweinegrippe-Patient Berühmtheit wider Willen 06.05.2010
- Borstentiere in der Kultur Einmal Schwein sein 03.05.2010
- Schweinegrippe Böse Überraschung nach der Grippeimpfung 07.04.2010
(AFP/dpa/gal/liv)
Wer in Ägypten als Christ die Rechte fordert, die für Moslems hier (zum Glück) selbstverständlich sind, erlebt Repressalien, die man sich nicht vorstellen kann! Beim Urlaub merkt man davon freilich nichts.
Denen, die jetzt rot klicken, ginge es vermutlich auch nicht viel besser! Quelle: eigene Anschauung!
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
"Mich wundert das Schweigen der westlichen Regierungen zu diesem offenen Rassismus. "
Weil es sich um Religion handelt. Und die ist per se unantastbar, egal welche Auswüchse daraus resultieren.
stehen eben in einer muslimischen Mehrheitsgesellschaft im Belieben der Mehrheit. Aus dem Grund wird es in solchen Gesellschaften immer ein Demokratiedefizit geben.
Wie man gegen das Vorgehen der ägyptischen Regierung protestieren kann? Einfach nicht hinfahren. Sollen sich diese Leute doch selber ihre Pyramiden anschauen.
Gut das es keine Kindergrippe warl
Paging