Weltweit sterben jedes Jahr etwa 233.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs - allein in Deutschland wird die Krankheit jährlich bei mehr als 6000 Frauen festgestellt. In den USA gibt es nun einen Impfstoff gegen den Auslöser - für sehr viel Geld.

Die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente (FDA) hat den ersten Impfstoff gegen Gebärmutterhals-Krebs zugelassen.

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Das Mittel mit Namen Gardasil, das vom Merck-Konzern entwickelt wurde, soll vor dem Humanen Papilloma-Virus (HPV) schützen, der 70 Prozent aller Fälle dieses Tumors verursacht.

Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Form des Krebses bei Frauen: Weltweit sterben jedes Jahr etwa 233.000 an Gebärmutterhalskrebs - 470.000 infizieren sich mit dem Virus. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 6000 Frauen an dem Krebs.

Der Impfstoff kann bei Mädchen und Frauen im Alter zwischen neun und 26 Jahren zur Anwendung kommen, empfehlen wird die FDA das Mittel voraussichtlich für Elf- und Zwölfjährige. Drei Spritzen innerhalb von sechs Monaten sind notwendig, bis ein langfristiger Schutz vor den vier gefährlichsten HPV-Stämmen besteht.

Allerdings hilft das Mittel nicht, wenn Frauen bereits Kontakt mit den Erregern hatten. Deshalb sollte es vor dem ersten Sex verabreicht werden, da HP-Viren vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Wie die New York Times berichtet, sollen die Kosten für die Impfung bei elf- und zwölfjährige Mädchen von privaten Krankenversicherungen übernommen werden - ältere Mädchen und Frauen dagegen müssen dafür bezahlen. Und nicht zu wenig: 360 Dollar soll die Imfpung kosten - damit ist das Mittel eine der teuersten Impfungen aller Zeiten, so die Zeitung.

Für Arme in den USA - aber auch in anderen Ländern und vor allem in der Dritten Welt - dürfte Gardasil damit kaum erschwinglich sein. Wie die New York Times meldet, gibt es Überlegungen, Impfungen bei Kindern im Rahmen eines bundesweiten Programmes zumindest teilweise zu finanzieren.

Impfprogramme kaum zu bezahlen

Die US-Staaten haben allerdings bereits jetzt Schwierigkeiten, ihre bereits bestehenden Impf-Programme umzusetzen.

North Carolina etwa, so berichtet die Zeitung, gibt bereits jetzt elf Millionen Dollar aus, um alle Kinder mit insgesamt sieben Impfstoffen zu versorgen. Gardasil, so die Times, würde wahrscheinlich weitere zehn Millionen Dollar kosten.

"Die Bundesstaaten", so zitiert das Blatt Paul Offit vom Children's Hospital in Philadelphia, "müssen sich immer häufiger entscheiden, wegen welcher Krankheiten Kinder ins Krankenhaus müssen oder sterben werden".

Auch der US-Konzern GlaxoSmithKline hatte am Wochenende bekannt gegeben, ein Serum gegen die HPV-Viren erfolgreich getestet zu haben. Sein Impfstoff Cervarix wurde jedoch noch nicht zur Genehmigung bei der FDA angemeldet.

Impfungen gegen Krebs machen vor allem dann Sinn, wenn ein Tumor durch Bakterien oder Viren ausgelöst wir, wie eben durch HP-Viren. Auch zur Vermeidung von Leberkrebs gibt es einen Impfstoff, da er durch Hepatitis ausgelöst werden.

Verursacher sind hier ebenfalls Viren. Andere Erreger, die für Impfstoffe in Frage kommen sind etwa das Bakterium Helicobacter pylor, das Magenkrebs auslösen kann.

Ein anderer Ansatz ist die Behandlung von Krebspatienten. Hier sollen Impfstoffe das Immunsystem dazu bringen, bereits vorhandene Krebszellen zu bekämpfen. Das Problem ist, dass diese körpereigenen Zellen von der Körperabwehr nicht als gefährlich erkannt und deshalb nicht bekämpft werden. Erste - vorsichtige - Erfolge wurden hier etwa bei Patienten mit aggressivem Gehirntumor oder Nierenzellkrebs gemeldet.

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(sueddeutsche.de/AFP)