Bei einem Nickerchen machen Vögel meist nur ein Auge zu. Mit dem anderen beobachten sie die Umgebung - und sind trotzdem danach ausgeruht.
Wenn Vögel tagsüber kurz einnicken, dann schließen sie meist nur ein Auge. Das andere Auge beobachtet die Umgebung.
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Vögel schlafen selbst dann, wenn die Augen nur kurz geschlossen sind. (© Foto: dpa)
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Müde sind die Vögel, nachdem sie wieder aufgewacht sind, aber nicht mehr, berichten der Biologe Thomas Fuchs von der Universität Pittsburgh und sein Team im Magazin Biology Letters (online).
Der einseitige Schlaf, der oft nur wenige Sekunden dauert, sei für die ruhende Gehirnhälfte genauso erholsam wie der tiefe Schlaf in der Nacht.
Zugvögel, die in den Süden aufbrechen, um dort zu überwintern, verzichten oft ganz auf ihren nächtlichen Schlaf und fliegen statt dessen. Mit der Zeit bauen die Vögel daher ein sehr hohes Schlafdefizit auf.
Wie es ihnen jedoch gelingt, dieses immer wieder auszugleichen, sei den Forschern bis heute ein Rätsel, sagt Fuchs. Er und sein Team wählten einen neuen Ansatz und pflanzten sieben Zwergdrosseln kleine Elektroden ein, um ihre Hirnströme zu messen.
Wenn sie einmal in einen einseitigen Schlaf gefallen waren, ähnelte die Hirnaktivität der Vögel stark jener, die bei Säugetieren gemessen wird, wenn diese tief und traumlos schlafen.
Allerdings konnten die Forscher dies nur für die ruhende Hirnhälfte feststellen - die andere Seite war so aktiv wie bei wachen Vögeln.
"Die Daten zeigen, dass selbst, wenn die Augen nur kurz geschlossen sind, die Vögel richtig schlafen", sagt Fuchs. So könnten die Tiere in kurzen, aber intensiven Ruhemomenten bei Tageslicht den fehlenden Schlaf der Nacht kompensieren.
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(SZ vom 06.11.2008/mcs)
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