Allein in Hamburg wurden bereits 101 Masern-Fälle gemeldet. Experten sehen Impfmüdigkeit und ideologische Bedenken als Ursache.
Deutschland wird von einer Masern-Welle heimgesucht. Besonders drastisch sei die Entwicklung in Hamburg und in Nordrhein-Westfalen, berichtete das Robert-Koch-Institut am Montag.
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Masern sind nicht so harmlos, wie viele Eltern meinen. Der einzige wirksame Schutz ist eine Impfung, (© Foto: ddp)
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In Hamburg wurden seit Jahresbeginn 101 Fälle gemeldet, mehr als in allen Jahren seit der 2001 eingeführten Meldepflicht zusammen: "Das ist eine alarmierende Zahl", sagte Rico Schmidt, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. "Man kann schon von einer Epidemie reden."
Erst vor kurzem hatte die Weltgesundheitsorganisation Deutschland gerügt, nicht genug gegen die Masern und andere Infektionskrankheiten zu tun. Eigentlich sollte die Viruserkrankung hierzulande längst ausgerottet sein.
Doch Nachlässigkeit und ideologische Bedenken sorgen dafür, dass die Kinder und Jugendlichen zu selten geimpft werden.
Dabei sind die Masern keinesfalls so harmlos, wie viele Eltern meinen. "Masern können wie viele andere Kinderkrankheiten auch ernste Folgen haben", betont Wolfram Hartmann, der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. "Die meisten Fälle heilen folgenlos aus. Aber es kommt auch immer wieder zu schweren Komplikationen bis hin zu Todesfällen."
Wie gefährlich die Krankheit werden kann, zeigte der letzte große Ausbruch im Jahr 2006. Damals erkrankten in Deutschland etwa 2300 Menschen, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen.
Zwei tote Kinder 2006
Zwei Kinder starben, sieben erlitten die gefürchtete Gehirnentzündung, die mitunter von den Viren ausgelöst wird. Zudem kam es zu einem Fall von Hirnhautentzündung, zu 45 Mittelohrentzündungen und 51 Lungenentzündungen. 15 Prozent aller Erkrankten mussten im Krankenhaus behandelt werden.
"Auch Jahre nach der Krankheit kann es noch zu einer Spätkomplikation kommen, einer Entzündung des gesamten Gehirns namens SSPE", sagt Hartmann. Diese führe zu schweren Behinderungen und schließlich zum Tod.
Der einzige wirksame Schutz vor den Masern sei eine Impfung, betonte RKI-Präsident Jörg Hacker. Er verwies darauf, dass im Kleinkindalter verpasste Impfungen später noch nachgeholt werden könnten. Auch sei wenige Tage nach dem Kontakt mit den Viren noch eine Impfung möglich.
Bedenken gegen das Impfen, wie sie vor allem in anthroposophischen Kreisen kursieren, lassen die Experten nicht gelten. "Alle veröffentlichten Fälle von SSPE betrafen Kinder, die nicht geimpft wurden", betont Hartmann.
Wenn ein Kind dagegen durch die Impfung eine krankheitsähnliche Impfreaktion bekomme, verlaufe diese in der Regel milde. Es sei eine Ironie der Geschichte, so der Kinderarzt, dass ausgerechnet der Erfolg früherer Impfprogramme dazu geführt habe, dass die Menschen heute zu sorglos mit der gefährlichen Krankheit umgingen.
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(SZ vom 03.03.2009)
Zur Zeit sind in der öffentlich zugänglichen Datenbank der zuständigen Bundesbehörde, Paul-Ehrlich-Institut, 11.656 Impfschäden, darunter 214 Todesfälle gemeldet.
13 Kinder und 2 Erwachsene sind nach der Masernimpfung gestorben.
Vielleicht ist noch wichtig zu erwähnen, daß nur etwa 5-10% aller Impfschäden dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden. Es sind also eigentlich zwischen 116.560 und 233.120 Impfschäden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Law
Bin beim Surfen mehr zufällig mal in ein Forum von Impfgegnern geraten.
Es ist unglaublich, was da zu lesen war...z.B. Tetanusimpfung weglassen, weil was soll einem Kind schon passieren und wenn, könnte man das immer noch behandeln; Polioimpfung braucht es sowieso nicht mehr, weil es Polio in Deutschland eh nicht mehr gibt - solche Worte als Muttter/ Vater - mir schauderts, das solche - sorry - Spinner unter uns sind!
Der Gipfel aber war eine Homepage, in der behauptet wurde, HIV sei nur eine Erfindung der großen Supermächte und die Menschen sterben nicht an dem HI-Virus sondern an den Medikamenten, die man ihnen verabreicht...Irre, oder?
Leider weiß ich die Namen der Seiten nicht mehr - zugegeben, einen gewissen Unterhaltungswert hatten sie, aber dumm nur, dass die Leute dort es augenscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes "todernst" meinen
Weltweit sterben jährlich ca. 800.000 Menschen an Masern (Quelle: UNESCO, WHO). Aber ich nehme an, dass beeindruckt keinen Impfgegner.
Mit dem gleichen Argument man selber oder die eigenen Kinder habe die Masern überlebt, könnte man genauso gut darauf verzichten, sich oder die eigenen Kinder im Auto anzuschnallen. Wir haben es als Kinder doch auch überlebt, während der Fahrt auf der Rücksitzbank herumzuturnen und die Eltern haben noch munter dazu gequalmt.
Woher kommt eigentlich der Autismus der Impfgegner? Zu viele Impfungen?
Früher gab's viele Tote, Kinder und Erwachsene, die an Masern gestorben sind. Heute gibt's ganz wenige Tote, die an Masern gestorben sind. Früher wurde nicht geimpft, heute wird geimpft. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen.
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