Verschollene Kunstwerke Archäologische Funde zurück in Afghanistan

Seit dem Bürgerkrieg in den neunziger Jahren waren sie verschollen, doch nun hat Afghanistan mehr als 800 archäologische Kunstwerke zurückerhalten. Einige Stücke, die nun im Nationalmuseum in Kabul zu sehen sind, sollen mehr als 4000 Jahre alt sein.

Das Nationalmuseum in Afghanistan hat mehr als 800 archäologische Kunstwerke zurückerhalten, die während des Bürgerkriegs in den neunziger Jahren gestohlen und aus dem Land geschafft worden waren.

Zu den zurückgegebenen Schätzen zählen Elfenbeinschnitzereien aus dem ersten Jahrhundert nach Christus sowie eine Buddha-Statue aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert. Afghanistan lag auf der alten Seiden-Handelsstraße und übernahm große Teile der buddhistischen Traditionen aus Indien. Seit dem achten Jahrhundert wurde dies durch die islamischen Einflüsse überlagert.

Einige der Gegenstände seien mehr als 4000 Jahre alt, berichtete der Sender BBC. Viele der antiken Stücke seien von britischen Grenzbehörden und der Polizei entdeckt worden, andere wurden bei privaten Sammlern gefunden und zurückgekauft. Eine steinerne Buddhastatue, die 1800 Jahre alt sein soll, sei aus dem Nationalmuseum in Kabul gestohlen und in Japan entdeckt worden.

Die Rückgabe wurde vom British Museum in London unterstützt, das einige Stücke im vergangenen Jahr bereits ausgestellt hatte. Das britische Verteidigungsministerium habe die Werke schließlich nach Kabul geflogen. "Das ist nicht das erste Mal, dass die Briten uns bei der Wiedererlangung der archäologischen Schätze geholfen haben", sagte Kulturminister Sayed Makhdoom Raheen. Schon früher seien zahlreiche Werke übergeben worden.

Zehntausende archäologischer Fundstücke waren während des Bürgerkriegs und der Talibanherrschaft geraubt worden. Die örtlichen Behörden vermuten, dass damals mehr als zwei Drittel der Exponate aus den Sammlungen des Nationalmuseums verloren gingen. Auch von anderen archäologischen Stätten im Land verschwanden viele Werke. Diebstahl und Schmuggel hielten bis heute an, sagte der Minister.