In Baden-Württemberg hat die Zahl der Masern-Infektionen stark zugenommen. Ein Ende der Ausbreitung noch nicht abzusehen.

In Baden-Württemberg treten verstärkt Masern auf auf. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten, zählte das Landesgesundheitsamt bis Dienstag landesweit über 200 Fälle. Dies sei zwar keine Epidemie, aber ein Masernausbruch, sagte ein Sprecher der Behörde dem Blatt zufolge.

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Betroffen seien vor allem Kinder und Jugendliche. Die Zahl der gemeldeten Fälle wachse täglich.

Das Berliner Robert-Koch-Institut sprach laut Bericht von einem der schwersten Ausbrüche in einem Bundesland in den vergangenen Jahren. Wie die Zeitung weiter schreibt, wurde das Virus aus der Schweiz von Berufspendlern und Urlaubern eingeschleppt.

In den vergangenen Tagen wurden vor allem in den Kreisen Tübingen und Konstanz neue Fälle registriert. Auch in Freiburg, in Ravensburg und im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald traten weitere Fälle von Masern auf. Ein Ende der Ausbreitung ist nach Angaben des Landesgesundheitsamtes noch nicht abzusehen.

Aber auch die Region Stuttgart ist dem Bericht zufolge inzwischen betroffen. Der Landkreis Ludwigsburg habe in diesem Jahr bislang 38 Krankheitsfälle gemeldet - dies sei nach dem Landkreis Lörrach der landesweit zweithöchste Wert. Einige Fälle wurden auch aus Niedersachsen gemeldet.

Vor etwa zwei Wochen waren die Masern an der Staudinger-Gesamtschule in Freiburg ausgebrochen. Mehr als 30 ungeimpfte Jugendliche und junge Erwachsene haben sich angesteckt. Um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, dürfen seither nur Schüler mit Impfpass die Schule betreten. Ungeimpfte Schüler haben Hausverbot.

Die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz (CDU) zeigte sich über die Entwicklung besorgt und rief die Bürger auf, sich und ihre Kinder mit einer Impfung zu schützen.

Die Krankheit wurden offenbar aus der Schweiz eingeschleppt, wo sich seit Monaten Menschen mit den Viren infizieren.

Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren in Deutschland zu Masernausbrüchen gekommen. So mussten im Jahr 2006 bei einem großen Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1500 Erkrankten rund 15 Prozent der Patienten ins Krankenhaus.

Zwar sind die Impfquoten laut RKI in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und lagen 2006 bei Schulanfängern für die erste Masernimpfung bei 94,5 Prozent und für die zweite Masernimpfung bei 83,2 Prozent. Sie seien insgesamt jedoch noch zu niedrig. Besonders große Lücken bestünden bei den Jugendlichen.

Die Behörden warnen davor, sogenannte Masernpartys als Alternative zu Impfungen zu besuchen, bei denen Eltern ihre Kinder bewusst anstecken lassen wollen, um sie gegen die Krankheit immun zu machen.

Bei Masern handle es sich um eine schwere Erkrankung mit teilweise gravierenden Folgen, sagte sie dem Blatt. Das Robert-Koch-Institut verwies darauf, dass Masern zu Gehirnentzündungen und auch Jahre später noch zum Tod führen können. Im Rahmen der europäischen Impfwoche wird derzeit bundesweit für Impfungen geworben.

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(AP/dpa/mcs)