Wer sich nicht an die Regeln hält, muss häufig dafür bezahlen. Doch nicht überall führt dies zur Läuterung. Wo öffentliche Gesetzeshüter wenig Vertrauen genießen, folgt auf die Strafe eher Rache.
Warum sich Menschen an Regeln halten, können Ökonomen nur schwer verstehen. Oft ist der mögliche Profit eines Verbrechers oder Schmarotzers schließlich größer als der eines braven Bürgers. Aber Völker auf der ganzen Welt achten Gesetze und Normen, und in vielen Ländern nehmen die Menschen sogar persönliche Mühen auf sich, um Andere zum Einhalten der Regeln zu bewegen.
In Athen, wo die Menschen verhältnismäßig wenig Zutrauen in die Fairness von Polizei und Justiz haben, neigten die Studienteilnehmer zur Rache. (© Foto: AP)
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Das haben inzwischen auch viele Experimente gezeigt, bei denen die Versuchspersonen um Geld spielten: Dabei geben sie regelmäßig etwas von ihrem Kapital her, um andere zu bestrafen, die es sich auf Kosten der Gemeinschaft gemütlich machen.
Doch nun zeigt ein weiteres Experiment: In manchen Teilen der Welt akzeptieren die Bestraften die Buße nicht und nehmen anschließend Rache - am ehesten dort, wo die Normen des sozialen Zusammenhalts schwach sind und öffentliche Gesetzeshüter wenig Vertrauen genießen (Science, Bd. 319, S.1362, 2008).
Simon Gächter und Benedikt Herrmann von der University of Nottingham sowie Christian Thöni von der Universität St. Gallen in der Schweiz haben insgesamt 1120 junge Studenten aus Hochschulen in 16 Städten ins Labor gebeten.
Dazu gehörten neben den Heimat-Instituten noch Universitäten in Athen, Boston, Bonn, Chengdu in China, Dniporpetroswsk in der Ukraine, Istanbul, Kopenhagen, Minsk in Weißrussland, Melbourne in Australien, Maskat im Oman, Riad in Saudi-Arabien, Samara in Russland, Seoul in Südkorea und Zürich.
Die Teilnehmer saßen einzeln vor Computern, waren aber mit drei anderen zu Viererteams zusammengeschaltet und konnten einen Teil des in zehn Runden jeweils neu zugeteilten Spielgelds von 20 "Gulden" in einen Gemeinschaftstopf legen; den Rest durften sie behalten.
Teamarbeit zahlt sich aus
Vom gesamten Einsatz der Gruppe bekam jeder 40 Prozent ausgeschüttet. Arbeiteten alle zusammen, konnte jeder sein Kapital vermehren, das er am Ende in realem Geld ausgezahlt bekam. Schmarotzer aber profitierten ohne Einsatz vom Verhalten ihrer Mitspieler.
Nach jeder Runde konnten die Probanden dann Spielgeld investieren, um ihre Mitspieler zu bestrafen. In Städten wie Melbourne, Kopenhagen, Boston und Seoul nutzen die Mitspieler diese Möglichkeit vor allem, um die zu treffen, die zu wenig in den Topf gezahlt hatten, und sie zu mehr Kooperation zu bewegen.
In Minsk, Riad, Athen und Maskat hingegen investierten die Teilnehmer teilweise genauso viel Geld, um auf empfangene Strafen zu reagieren und sich zu rächen. Diese Strafe traf dann diejenigen, die mehr Geld in den Topf gelegt hatten als sie selbst.
Die Forscher nannten die Strafe "antisozial", weil damit offenbar keine soziale Kooperation erzwungen werden sollte. Über die 16 Städte hinweg zeigte sich, dass solche Rache eher dort geübt wurde, wo in Umfragen mehr Menschen Schwarzfahren und Steuerhinterziehung in Ordnung fanden und wo sie weniger Zutrauen in die Fairness von Polizei und Justiz hatten.
Genau dort führte das System mit den Strafen auch dazu, dass die Teilnehmer am Ende sehr viel weniger Geld mit nach Hause nehmen konnten. Während Probanden in Boston nach den zehn Runden 279 Gulden besaßen (die in 8,37 Dollar umgetauscht wurden) und die Studenten in Bonn für ihre 241 Gulden 6,03 Euro bekamen, hatten die Athener nur 132 Gulden (2,64 Euro) und die Teilnehmer in Maskat nur 110 Gulden (0,66 Rial) verdient. Die Umtauschkurse hatten die Forscher vorher so festgelegt, dass die Kaufkraft der Gulden in allen Ländern gleich war.
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Großprojekte in Berlin
"..Schlimm was eine schlechte Formulierung in einem Artikel gleich zur Folge hat....
Dann versuchen Sie doch bitte mal, eine bessere Formulierung zu finden.
Wenn denn tatsächlich nur 5 Minuten reichen sollten, per Internet die Theorien eines mir bislang unbekannten Herrn Gary Becker zu erfassen, dann verschwenden Sie doch bitte keine lange Zeit mit ihren Zeigefinger-Kommentaren, sondern liefern uns ein paar Inhalte.
Ach ja: Ein allergröbster Überblick über das Grundwesen meines naturwissenschaftlichen Fachgebietes lässt sich selbst bei bestem Willen nicht in 5 Minuten, auch nicht in 50 Minuten erlesen.
Muss es mich jetzt beruhigen oder beunruhigen, dass nur 5 Minuten für die Ökonomie reichen?
Ich schmeiße mich übrigens immernoch weg vor Lachen, wenn ich den Satz: "Warum sich Menschen an Regeln halten, können Ökonomen nur schwer verstehen...." nur lese und mein Tag ist nachwievor ein guter. :-)
Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen verweise ich auf meinen vorherigen Post.
Nur um die eigene Meinung zu festigen, kann man nicht einfach sämtliche Fakten ignorieren und sich darüber freuen wie recht man mal wieder hatte. Des Weiteren ist mir nicht schlüssig, warum man Herrn Zumwinkel als Ökonomen bezeichnet, wenn er in seiner Tätigkeit als "Steuerhinterzieher" als Individuum auftritt, dessen Handlung ja von Ökonomen erklärt werden soll bzw. auch einfach erklärt werden kann.
Ist es denn in Zeiten des Internets (man braucht nichtmal in eine Bibliothek zu gehen) zuviel verlangt, 5 Minuten seiner Zeit zu investieren, um seine vorschnell angeeignete Meinung zu korrigieren?
Schlimm was eine schlechte Formulierung in einem Artikel gleich zur Folge hat.
"Warum sich Menschen an Regeln halten, können Ökonomen nur schwer verstehen. Oft ist der mögliche Profit eines Verbrechers oder Schmarotzers schließlich größer als der eines braven Bürgers."
Wenn Ökonomen das nicht verstehen, wird doch wohl langsam verständlich, warum die Zumwinkels und wie sie alle heißen, begnadete Steuerhinterzieher sind. Denn offrensichtlich geht der Hang zu assozilem Verhalten aus den mangelnden Kenntnissen einer Wissenschaft hervor, die wie die Psychologie, allerhöchstens den Namen "Vermutenschaft" verdient.
Spieltheorie ist eben eine mathematische Abstraktion ... anscheinend für bessere Buchhalter nur mit entsprechend vereinfachten Annahmen zu bewältigen. Der Zustand der Welt und ihrer Rohstoffe inklusive der klimatischen uns sozioökonomischen Implikationen ist so wesentlich einleuchtender meint
Kuni
"Warum sich Menschen an Regeln halten, können Ökonomen nur schwer verstehen (..)" ist definitiv nicht sehr klug formuliert.
Auch auf die Gefahr hin den Tag für "Den Fragenden" zu verschlechtern, würde ich sowohl dem Autor, als auch dem Verfasser des Kommentars empfehlen, einen Blick auf die Theorien von Gary Becker (die weder neu noch besonders unbekannt sind) zu werfen, da diese sehr anschaulich sind und zudem einfach zu verstehen.
wenn man die Botschaft missversteht, scheint Freude zu bereiten. Wäre ein billiges Vergnügen, wenn man es absichtlich machen könnte. Leider sind diese Freuden nicht willentlich abzurufen. Aber wenn man es schafft, sich in die eigenen Vorurteile zu vergaloppieren und dazu noch ein Paar unzulässige Veralgemeinerungen hinterher wirft, dann kann man nicht mehr aufhören zu lachen. Muss das schön sein. Viel Spass noch!
Paging