Wie kampfbereit Männer sind, ist offenbar an ihren Gesichtsproportionen zu erkennen - sagen kanadische Forscher.
Agression ist Männern buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Das legt eine Untersuchung nahe, die Forscher der Brock Universität in St. Catharines, Kanada, an männlichen Eishockey-Spielern durchgeführt haben.
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Das Aggressionslevel von Männern kann man offenbar bereits an bestimmten Gesichtsproportionen erkennen. (© Foto: iStock)
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Dabei fanden Verhaltensneurologin Cheryl McCormick und der Psychologe Justin Carre heraus, dass das Breite-Länge-Verhältnis in den Gesichtern der Spieler in einem bemerkenswert hohen Ausmaß mit deren Aggressivitätslevel korrespondierte, wie die Wissenschaftsmagazine NewScientist und Science in ihren Online-Ausgaben berichten.
Die Forschungen geben demnach einen Hinweis darauf, dass Männer, deren Gesicht eher breit als lang ist, aggressiver sind als andere. Das Breite-zu-Länge-Verhältnis ergibt sich aus einem Vergleich der Distanz zwischen den beiden Wangenknochen mit der Distanz zwischen Oberlippe und Augenbrauen.
Erst im vergangenen Jahr hatte eine Wissenschaftlerin in London herausgefunden, dass dieses Verhältnis bei Männern grundsätzlich größer ist als bei Frauen, heißt es in Science. Ursache dafür sei Testosteron. Das männliche Sexualhormon führe bei pubertierenden Jungen häufig zu Veränderungen: Zwar werde das Gesicht länger, doch auch die Wangenknochen würden breiter, die Augenbrauen auffälliger. Testosteron soll zudem in enger Verbindung mit Aggressionen stehen.
Spaß ohne Gewinn
Fasziniert von der Entdeckung ihrer englischen Kollegin beschlossen die kanadischen Forscher zu untersuchen, ob es womöglich eine Beziehung gebe: zwischen der verhältnismäßigen Breite des Gesichts und der durch Testosteron mitbestimmten Höhe des Aggressionslevels.
In einem ersten Schritt maßen die Forscher an 88 männlichen und weiblichen Freiwilligen das Breite-Länge-Verhältnis im Gesicht. Dann ließen sie die Probanden ein Computerspiel spielen. Dabei ging es darum, dass die Spieler selber Punkte gewinnen oder verteidigen konnten oder einem Gegenspieler Punkte wegnehmen konnten, ohne diese allerdings selbst zu gewinnen.
Das Ergebnis ließ zumindest für die männlichen Spieler Rückschlüsse zu: diese stahlen Gegnern sehr viel häufiger Punkte als Frauen - Psychologen zufolge ein verlässliches Maß für aggressive Neigungen. Und Spieler mit vergleichsweise breiteren Gesichtern tendierten tatsächlich zu einer angriffslustigeren Spielweise.
In 15 Prozent der Fälle konnten die Unterschiede im Aggressionsverhalten anhand der individuellen Unterschiede im Gesichtsverhältnis voraussehen werden, heißt es bei Science. Bei den Frauen erbrachte die Studie allerdings keine aussagekräftigen Ergebnisse.
In einem zweiten Schritt überprüften die Wissenschaftler ihre Ergebnisse nun in der wirklichen Welt. Sie untersuchten bei Eishockey-Spielern den Zusammenhang zwischen Breite-Längen-Verhältnis des Gesichts und Art der Spielweise. Als Maß für die Aggressivität der Spieler dienten ihnen hierbei die Strafpunkte, die jeder Spieler während des Spiels für rüdes Verhalten erhält. Das Gesichtsverhältnis ermittelten sie anhand von Fotos.
"Ernstzunehmendes Zeichen"
Das Ergebnis der Untersuchung war in gewisser Weise überraschend: Denn dieses Mal konnten die Forscher Science zufolge sogar in 30 Prozent der Fälle das aggressive Gebaren der Spieler anhand ihrer Gesichtsmorphologie vorhersagen. "Wir waren erstaunt zu sehen, dass die Methode das aggressive Verhalten auch für eine Situation in der 'realen Welt' vorhersagen konnte", sagte McCormick laut NewScientist.
Das Forscherteam schließt daraus, dass das Breite-Länge-Verhältnis des Gesichts bei Männern ein "ernstzunehmendes Zeichen" für den Hang zu kämpferischem Verhalten liefern kann. Die Autoren betonen überdies, dass auch die menschliche Drohmimik das Gesicht im Verhältnis breiter mache. So würden dabei die Augenbrauen gesenkt und die Oberlippe angehoben.
Die Studie sei "ein wirklich schöner Schritt vorwärts in unserem Verständnis dafür, welche sozialen Wahrnehmungen der Biologie zugrunde liegen", beurteilte Psychologe Ian Penton-Voak von der Universität in Bristol in Großbritannien laut Science die Ergebnisse.
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(sueddeutsche.de/tob)
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Eine Analyse der Körpersprache sagt etwas aus, nur leider ist die meist untauglich, um aggressives Verhalten frühzeitig zu erkennen. Klappt erst im Nachhinein!
Zitat: "Vor allem muss ich sagen, gabs da doch schon mal eine größer angelegte Organisation die Wesenszüge anhand von Schädelgröße etc... ausmachen wollte. Ich dachte wir wären über dieses gesellschaftlich dunkle Zeitalter hinweg gekommen. Scheinbar nicht. Schade"
Also solche Kommentare wundern mich hier immer wieder aufs Neue! Traurig, daß sich die Geschichtskenntnisse vieler hier nur auf einen extrem kurzen Zeitabschnitt beschränken! Ist es einfach nur chick der Mainstreammeinung alles nachzuplappern? Wo bitte besteht der Zusammenhang zwischen einer Theorie, einer Methode oder sonstigem und der Anwendung dessen, durch irgendwen oder irgendwas in der Vergangenheit?
Nur zum Vergleich:
Der Tierschutz wurde 1933 eingeführt ... Ist das jetzt Nazikram, den man schnellstmöglich abschaffen sollte?
In der Untersuchung geht es doch nicht darum Leute zu klassifizieren, sondern um den Zusammenhang von Testosteron und Agressivität. Die Gesichtsproportionen werden nunmal durch den Testosteronspiegel beeinflußt.
Sehr wissenschaftlich. Keine Doppelblindstudie, keine Kontrollgruppe und unheimlich viele Probanden.
Dann hätten sie auch noch die Nasenlänge in bezug auf Intelligenz und Schuhgröße in Relation zum Magenvolumen untersuchen können.
Was ist das für eine wissenschaftliche Studie? 15 % liegen bei 88 Teilnehmern einer Studie im Bereich einer anzunehmenden Streuung. Lächerlicher Beweis!
WillmaHors-Egal warum, die passende Schönheitsoperation könnte in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden.
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wenn, dann müßte das schon eine medikamentöse verabreichung von weiblichen hormonen sein ;-),
da ja die proportionen der schädelknochen dieser studie zufolge vom testosteron, das ja bekanntlich für aggressionen zuständig ist, bestimmt wird.
Paging