Jetzt ist es bewiesen: Riesenabendsegler ernähren sich auf der Iberischen Halbinsel tatsächlich von Vögeln.
Fledermäuse auf der Iberischen Halbinsel jagen nächtlich fliegende Zugvögel.
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Riesenabendsegler verspeisen Singvögel. (© Foto: dpa)
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Forschern der Universitäten Bern und Sevilla ist der Nachweis dieses außergewöhnlichen Beuteverhaltens gelungen.
Die Riesenabendsegler ernähren sich im Frühjahr zum Teil und im Herbst ausschließlich von Singvögeln, wie die Wissenschaftler mitteilten.
Im Sommer fressen die Fledermäuse, die zu den größten ihrer Spezies in Europa zählen, nur Insekten.
Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass es nur in den Tropen Fleisch fressende Fledermäuse gibt, wie der Berner Biologie-Professor Raphael Arlettaz sagte. Dort ernährten sich die Fledermäuse jedoch nicht von Vögeln, sondern von kleinen Beutetieren, die am Boden leben.
Den Forschern gelang der Beweis für das außergewöhnliche Jagdverhalten mit Hilfe einer Blutanalyse. Anhand bestimmter Isotopen konnten sie nachweisen, dass die Riesenabendsegler tatsächlich Vögel verspeisen.
Bereits zuvor hatten Biologen in den Mägen der Fledermäuse Vogelfedern gefunden. Die Forscher mutmaßten allerdings, dass die Fledermäuse einzelne Federn in der Luft mit Insekten verwechselt und sie aus Versehen verschluckt hatten.
Das einzigartige Räuber-Beute-System der Riesenabendsegler kann nach Ansicht der Wissenschaftler einige ihrer besonderen naturhistorischen Merkmale erklären. So trete die Spezies nur in Gebieten auf, wo sich größere Schwärme von Zugvögeln versammeln.
Die Riesenabendsegler gehören zu den größten europäischen und asiatischen Fledermäusen und zählen sogar zu den schwersten Fledermäusen der Welt, die in der Luft jagen. Ihre Körpermasse von bis zu 70 Gramm bei 45 Zentimeter Spannweite ist den Forschern zufolge eine Voraussetzung, um eine Beute wie einen Zugvogel zu jagen.
(AP)
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