Von Christian Weber

Immer wieder beobachten Forscher, dass Tiere unter bestimmten Bedingungen ihren Nachwuchs töten. Auch bei Krallenaffen kommt es offenbar zur Kindstötung.

Eine seltene Praxis von Kindstötung haben Primatologen im peruanischen Urwald aufgedeckt: Dort scheinen Weibchen einer Krallenaffenart - der Schnurrbarttamarinen - ihre eigenen Kinder zu töten, sobald die Ressourcen knapp werden.

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Ein Schnurrbarttamarin im peruanichen Urwald. Unter bestimmten Bedingungen kommt es unter diesen Tieren zu Kindstötungen. (© Laurence Culot)

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Ein ähnliches Verhalten sei in der Literatur überhaupt erst zwei Mal bei nichtmenschlichen Primaten beschrieben worden, berichten die Forscher um Laurence Culot von der belgischen Universität Liège im Fachblatt Primates (Bd. 52, S.179, 2011).

Sie beobachteten unter anderem ein Muttertier, das ihr Kind mit einem Biss in den Kopf tötete und dann dessen Gehirn und Teile des Oberkörpers fraß. Die Forscher vermuten, dass dieses Verhalten immer dann auftritt, wenn das Überleben des Nachwuchses ohnehin fraglich ist.

Dies ist in der polyandrisch organisierten Gesellschaft der Schnurrbarttamarinen etwa dann der Fall, wenn nicht genügend Männchen zur Unterstützung bei der Aufzucht bereitstehen.

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(SZ vom 17.06.2011/mcs)