Verhaltensbiologie Killer im Mausepelz

Sie heulen in der Nacht, schleichen sich an wie Katzen, fressen andere Nager, greifen Taranteln und Skorpione an, haben es als Horrorgestalt in einen Comic geschafft - und sehen dabei immer noch putzig aus: Grashüpfermäuse. Forscher haben nun herausgefunden, wieso ihnen das Gift der Skorpione nichts ausmacht.

Von Sebastian Herrmann

Diese Maus sieht putzig aus, doch sie ist ein Killer im Mausepelz. Grashüpfermäuse leben in Nordamerika, heulen tatsächlich nachts in den dunklen Himmel und greifen mehr oder weniger alles an, was gefährlich ist.

Zu ihren Beutetieren zählen neben Taranteln etwa die Arizona-Rindenskorpione. Die bis zu sieben Zentimeter langen Tiere jagen nachts selbst nach Beute - und treffen dabei gelegentlich auf die aggressiven Nager.

Sie sehen aus wie andere Mäuse auch - doch ihr Verhalten ist für Nager äußerst ungewöhnlich: Grashüpfermäuse (Onychomys).

(Foto: US National Park Service)

Dass die Skorpione giftig sind, kümmert die Grashüpfermäuse wenig: Sogar wenn der Stachel ihnen in die Nase pikst, lassen sie nicht von ihrem Opfer ab.

Die Mäuse brechen dem Skorpion den Schwanz, indem sie ihn gegen den Boden dreschen. Dann beißen sie ihrer Beute in den Kopf - und fressen sie auf.

Die Biologin Ashley Rowe von der Sam Houston State University in Austin erklärte kürzlich auf einem Kongress in San Francisco, warum die Mäuse vom Gift der Skorpione unbeeindruckt bleiben.

Ein Protein blockiert die Signalwege, über die der Vergiftungsschmerz sonst das Hirn erreicht.

Die Grashüpfermaus ist hart im Nehmen. Doch hauptsächlich teilt sie aus: Sie klaut anderen Nagern und Artgenossen gerne das Nest. Und die Opfer haben Glück, wenn sie nicht auch noch aufgefressen werden.

Über die Grashüpfermäuse gibt es in den USA sogar einen Comic. Er gehört zu der Reihe "Jack: Adventures in Texas' Big Bend" von Chris Ruggia. Die Serie informiert über die Tiere im Big Bend National Park.

"Die Nacht der Grashüpfermaus!"

(Foto: Quelle: www.jackcomics.com)